24. 05. 2012
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Richtkranz weht über FedEx-Neubau
Zum gestrigen Richtfest des 140 Millionen teuren Umschlagszentrums des US-amerikanischen Transportdienstleisters FedEx kam sogar hoher Besuch aus Düsseldorf. NRW-Bau- und Verkehrsminister Lutz Lienenkämpfer kam nach Köln-Porz-Wahn, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Fritz Schramma und dem Vorsitzenden der Flughafengeschäftsführung Michael Garvens den Richtkranz für das neue Gebäude hochzuziehen. Die Investitionen in das neue Logistikzentrum teilen sich das börsennotierte US-Unternehmen und der Flughafenbetreiber. Vor den rund 300 geladenen Gästen betonten die Projektverantwortlichen, dass das neue Fracht- und Umschlagszentrum das weltweit größte seiner Art ist, das seinen Strombedarf zu einem großen Teil aus regenerativen Energiequellen bezieht. Auf dem Dach des neuen Zentrums wird derzeit eine Solaranlage installiert, die pro Jahr rund 1,3 Gigawattstunden Strom produzieren soll. Das entspräche einem Jahresverbrauch von mehr als 370 Haushalten. Die Sonnenkollektoren haben dabei eine Gesamtfläche von 16.000 Quadratmetern, wie die Verantwortlichen stolz berichteten.
Unabhängig von der Nachhaltigkeit des Gebäudes sind es in erster Linie wirtschaftliche Interessen, die den Logistikdienstleister nach Köln geholt haben. Bislang betrieb FedEx sein Umschlagszentrum am Frankfurter Flughafen. Durch die Standortentscheidung werden im Umfeld des Flughafens 450 Arbeitsplätze nach Köln geholt, die Auswirkungen auf den lokalen Arbeitsmarkt dürften aber eher gering sein. Viele der FedEx-Mitarbeiter werden ihrem Arbeitgeber wohl an den neuen Standort folgen. Trotzdem ist die Ansiedlung des Frachtunternehmens ein Riesenerfolg für den Flughafenchef. Nachdem im vergangenen Jahr die beiden Frachtdienstleister DHL und Lufthansa Cargo ihren Sitz nach Leipzig verlegt haben, sank der Frachtumschlag am Flughafen deutlich. In der kommenden Woche wird das Management die Zahlen des vergangenen Jahres vorlegen. Aber zumindest im Frachtgeschäft deutet sich ein Rückgang im zweistelligen Prozentbereich an. Mit der Ansiedlung von FedEx, die ab 2010 ihren Frachtflugbetrieb in KölnBonn aufnehmen wollen, wird zumindest ein großer Teil der verlorenen gegangenen Frachtmengen wieder gut gemacht. Das dürfte sich dann spätestens im Folgejahr wieder positiv auf die Geschäftszahlen der Betreibergesellschaft auswirken.
Beim Richtfest jedenfalls überwog die Zuversicht. Dieser positiven Stimmung wollte sich auch der seit März dieses Jahres amtierende Verkehrsminister Lienenkämper nicht entziehen. "Die Ansiedlung von FedEx ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Flughafens Köln/Bonn. Sie ist ein Beleg für unsere Wettbewerbsfähigkeit und stärkt den Logistikstandort Nordrhein-Westfalen nachhaltig", erklärte der Minister. "Ich freue mich, dass dieses Weltunternehmen für Logistik und Distribution sich für Köln als Standort für sein Zentral- und Osteuropa-Hub entschieden hat. Die Position des Flughafens Köln/Bonn als Drehkreuz für den internationalen Frachtflug wird damit weiter gestärkt", ergänzte Oberbürgermeister Fritz Schramma. Zugleich hob er hervor, dass gerade die langfristige Regelung der Landesregierung zur Nachtflugerlaubnis diese Ansiedlung erst möglich gemacht habe. Auch der neue Nutzer des Gebäudes gab sich optimistisch. Mit dem Umzug nach Köln schaffen wir die Voraussetzung dafür, unser hohes Serviceniveau in Zentral- und Osteuropa zu halten und unser Serviceangebot auszubauen", sagte Michael Mühlberger, Vice President Operations, Zentral- und Osteuropa bei FedEx Express. Und für den Flughafenchef selbst war der gestrige Tag "ein guter Tag für den Flughafen".
Das neue Umschlagszentrum wird rund 450 Mitarbeiter beschäftigen und beinhaltet eine Nutzfläche von rund 50.000 Quadratmetern. Kernstück der neuen Immobilie wird eine moderne Fracht- und Verladehalle mit automatischer Sortieranlage sein. Einzig die Flugzeugflotte bereitet den Anwohnern der umliegenden Gemeinden ein wenig Sorge. FedEx benutzt unter anderem Maschinen des Typs md-11, die sich durch besonders hohe Lärmemissionen auszeichnen. So wurde bereits im Vorfeld des heutigen Richtfestes Kritik laut, die Neuansiedlung führe bei den betroffenen Anliegern des Flughafens zu einer deutlichen Erhöhung der Lärmbelastung.

























