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24. 05. 2012
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Breslauer Platz: Kölner Architekten setzen sich durch


19.12.2008 23:00 von:

Schlagwörter: Wettbewerb,Stadtentwicklung,Breslauer Platz,Hauptbahnhof,Stadtplanung

Der städtebauliche Wettbewerb um die zukünftige Organisation des Breslauer Platzes ist entschieden. In prominenter Stadtlage, zwischen Hauptbahnhof, Rheinuferstraße und dem Kunibertsviertel, soll nach dem Willen von Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger eines der letzten Filetgrundstücke in der zentralen City überplant werden. Die schwierigste Frage drehte sich um eine Lösung des Verkehrsproblems. Sowohl Linien- wie Fernreisebusse als auch der Taxi- und Individualverkehr müssen am nördlichen Rand des Kölner Hauptbahnhofs gelöst werden. „Keine leichte Aufgabe“, meinte auch der Kölner Architekt Prof. Johannes Schilling, Vorsitzender des Preisgerichts nach der gestrigen Sitzung der Jury für den Ideenwettbewerb für die Neuplanung des zentralen Innenstadtplatzes. Seit den frühen Morgenstunden saßen zwischen 30 und 60 Personen im Raum „Rhein“ des Horion-Hauses in Köln-Deutz, um eine Einigung zu erzielen. Nachdem sich schnell drei Entwürfe als Favoriten herauskristallisiert hatte, machte schließlich das Kölner (genauer Brühler) Architektenbüro Büder + Menzel das Rennen. Kein Wunder, denn schon seit 1992 sind die beiden Architekten in der einen oder anderen Form mit der Bebauung dieses Areals beschäftigt. „Da steckt viel Herzblut drin“, so Architekt Manfred Menzel am gestrigen Freitagabend gegenüber Köln Nachrichten.


Robuste Planung vorgestellt


Neben der verkehrlichen Organisation spielte auch die stadträumliche Orientierung eine hervorgehobene Rolle. In seiner klaren Struktur, die einen 21 mal 100 Meter langen „Boulevard“ zum Rhein hin erschafft, sind zwar noch nicht alle Verkehrsbeziehungen und Gebäudehöhen zur völligen Zufriedenheit des Preisgerichts erfüllt. Aber auf Basis der nun gewürdigten Planungen werden Stadt und Architekt nun die weitere Planung vorantreiben. Noch im kommenden Jahr, so bestätigte der zuständige Beigeordnete Bernd Streitberger, sollen die Ausschreibungen für einen Entwickler des Areals vorbereitet werden. Anschließend nach entsprechender Bebbaungsplanung sprach sich die Jury mehrheitlich für separate Architektenwettbewerbe aus, die dann die ästethischen Aspekte verfeinern sollen. „Das gute an dem Konzept ist, dass es so flexibel ist“, begründete Juryvorstand Schilling die Entscheidung des Gremiums, die allerdings nicht einstimmig getroffen wurde. Auch die Architektenbüros JSWD und Ortner + Ortner hatten interessante und innovative Lösungen für Raum und Verkehr im Angebot, schieden aber nach intensiven Beratungen der Jury schließlich aus.

Nachdem vor wenigen Wochen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sich in seiner Standortentscheidung für das neue Fußball-Museum entscheiden hatte, sollte die Planung insbesondere weitere Unwägbarkeiten berücksichtigen. Das meint auch veränderte politische Rahmebedingungen. So hatte die CDU-Fraktion erst einen Tag zuvor den alten Streitpunkt Musical wieder ins Spiel gebracht. „Die von den Planern so sehr gewünschten ‚neuen Fußgängerbeziehungen’ zu Rheinufer, Rheingarten und Hohenzollernbrücke könnten durch die zu erwartenden Besucherströme realisiert werden“, führte CDU-Fraktionsvize Karl Klipper aus. Die CDU beging damit einen klaren Tabubruch, schließlich gibt es seit dem vergangenen Jahr einen Ratsbeschluss, der eben den Musicalstandort Breslauer Platz ausdrücklich ausschloss. „Wir stehen vor neuen Voraussetzungen, die zu neuen Ideen zwingen. Und es steht nirgendwo geschrieben, dass Stadtentwicklung bei Bedarf nicht neu gedacht werden darf“, hält CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka den Kritikern entgegen.

Insbesondere das Baufeld zur Bahnlinie hin ließe sich allerdings nach dem nun vorliegenden Konzept sogar für eine Sondernutzung herrichten. Neben einer möglichen Museumsnutzung seien andere Sondernutzungen denkbar, auch die eines dauerhaften Musicalstandorts, zumindest theoretisch. Architekturprofessorin Christel Drey, Moderatorin der Ganztages-Veranstaltung, bezeichnete entsprechende Wünsche aber als „aus der Traumschublade“ stammend. Auf die Entscheidung der Jury habe dieser Vorschlag jedoch wenig Einfluss gehabt, wie Moderatorin und Architektin bestätigte.

Kleinere Korrekturen notwendig

Bevor die Ausschreibungsunterlagen aber endgültig umgesetzt werden können, gebe es Korrekturbedarf. So sollen die einzelnen Verkehrsströme noch besser „durchlaufen“, die Taxi- und Kurzparkeranbindung optimiert und schnellstmöglich Gespräche mit dem Betreiber und Besitzer des benachbarten Kommerzhotels aufgenommen werden. Der Solitär an der Ecke Johannisstraße/Goldgasse hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder als Stolperstein für die Wünsche der Stadtplaner in Stadtrat und Verwaltung entpuppt. Nun wurde der Besitzer bereits zum Wettbewerb intensiv in die Beratungen einbezogen, wie die Verantwortlichen betonten. Der Busbahnhof selbst – Büder + Menzel stellten zwei Alternativen vor – soll in die Gebäudeblöcke „integriert“ werden. Damit entschieden sich die Juroren gegen eine oberirdische Bebauung, die durch den Fernreiseverkehr schwierig in einen lebendigen Stadtraum zu verwandeln wäre. Überzeugen konnte der Entwurf der beiden Kölner Architekten indes durch seine klaren Sichtbeziehungen zum Rhein hin. Die Gebäudehöhe muss jedoch ebenfalls verbessert werden. Dabei machten die Verantwortlichen auf das Gefälle des Grundstücks aufmerksam. Zwischen dem Bahnhofsvorplatz und dem Niveau der Rheinuferstraße besteht ein Höhenunterschied von 5,50 Meter. Die Höhe sollte sich dabei an der hostorischen Traufhöhe des ehemaligen Bundeseisenbahnamtes orientieren. Und die liegt etwas oberhalb der vom Stadtrat beschlossenen maximalen Traufhöhe von 22,50 Meter.

Insgesamt sollen auf dem Areal zwischen 30.000 und 40.000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Neben klassischer Büronutzung sollen vor allem die Erdgeschosse wahlweise Einzelhandel oder Gastronomie beherbergen. Zentral im Verkehrskonzept ist nach Aussage der Jury die intelligente Separierung der unterschiedlichen Verkehrsströme. Streitberger selbst zeigte sich trotz hörbar angegriffener Stimmbänder überzeugt, mit diesem Entwurf eine solide Basis für die weitere Planung zu haben. „Wir bauen die Stadt weiter“, so das Fazit von Kölns oberstem Stadtplaner.







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