24. 05. 2012
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Ein architektonisches Meisterstück für 25 Millionen Euro
Mit rund 35 Grad Celsius hatten sich die Verantwortlichen der KölnBäder GmbH, einer Tochter des Stadtwerkekonzerns SWK Köln GmbH, einen der heißesten Tage für die Feierlichkeiten zum Richtfest einer neuen Attraktion ausgesucht. Trotz eines dreimonatigen Baustopps wegen des strengen Winters soll das neue Eis- und Schwimmstadion bereits im Februar kommenden Jahres für Besucher geöffnet werden. Noch sind die Arbeiten an der Tragwerkskonstruktion des Daches nicht überall beendet. Auch der naturnahe Badesee am östlichen Ende des Grundstücks ist erst ausgehoben und noch nicht mit Wasser gefüllt. Aber einen ersten Eindruck von der Imposanz des neuen Bauwerks konnten sich die Gäste aus Politik, Verwaltung und den baubeteiligten Firmen bereits am heutigen Feiertag verschaffen. Während in anderen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen Kommunen über Schließungen von Freibädern debattieren und dies aufgrund knapper Kommunalfinanzen bereits beschließen mussten, investiert die Stadtwerketochter alleine in den kommenden Jahren rund 70 Millionen Euro in vier große Bauprojekte. Neben dem neuen Eis- und Schwimmstadion an der Lentstraße, ist das Ossendorfbad bereits im November vergangenen Jahres in Betrieb gegangen. Darüber hinaus werden das Stadionbad und das Kombibad Zollstockbad dieser Tage generalsaniert und ausgebaut. Bereits zu Beginn der kommenden Woche wird das Stadionbad seine Pforten für die Besucher wieder öffnen, am Tag sollen die deutschen Wakeboard-Meisterschaften den ersten offiziellen Meilenstein im Stadionbad setzen.
Angesichts des zügigen Baufortschritts sparten die Festredner am heutigen Freitag nicht mit gegenseitigem Lob. "Ich glaube, es ist richtig in diesen Zeiten ein Zeichen zu setzen und den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Wir erhalten mit dem neuen Eis- und Schwimmstadion eine hochattraktive und moderne Sportanlage mit regionaler Ausstrahlung", erklärte KölnBäder-Geschäftsführer Berthold Schmitt. Oberbürgermeister Jürgen Roters lobte den Mut, die Architektur und die schnelle Umsetzung der Baumaßnahme. "Das ist ein mutiger Schritt in Zeiten der Haushaltskonsolidierung. Aber auch in schweren Zeiten müssen wir an die Zukunft denken", erklärte Kölns erster Bürger. Schließlich steige mit den neuen Schwimm- und Freizeitangeboten auch die Lebensqualität der Stadt und damit die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, so Roters weiter. In das gleiche Horn stieß auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates der KölnBäder, SPD-Ratsmitglied Peter Kron. "Köln verfügt damit auch weiterhin über eine flächendeckende und hochmoderne Bäderlandschaft und mit dieser Einrichtung über ein architektonisches Meisterwerk", zeigte sich der Aufsichtsratschef begeistert.
In der Tat hat es der vom Braunschweiger Architektenbüro Schulitz + Partner geplante Zweckbau in sich. Das in markantem Gelb gehaltene Tragwerk soll das Gebäude auch weiterhin prägen. Die gläserne und geschwungene Außenfassade ist aber nur der äußere Aspekt eines Gebäudes, dass nach Meinung der Festredner in Europa seinesgleichen sucht. Das Thema "Wasser" wird in diesem Haus gleich in allen drei Aggregatzuständen thematisiert und umgesetzt. Neben einer 25 Meter Schwimmbahn und dem bereits erwähnten Naturbad auf dem Außengelände dürfte die umlaufende 270 Meter lange und acht Meter breite Eislaufbahn sein, die sich um den gesamten oberirdischen Baukörper herumzieht. In Wintermonaten fungiert die dort auf zwölf Grad Celsius temperierte Luft als eine Art natürlichen Luftpuffer. Die bei der Eisherstellung gewonnene Abwärme wird wiederum zur Beheizung des Wasser genutzt. So stimmt auch die Ökobilanz, wie Marc Schulitz, Juniorchef des Braunschweiger Architektenbüro bemerkte. Eine Eishalle sowie eine Saunalandschaft komplettieren das Sport- und Freizeitangebot im neuen Haus. Im Februar kommenden Jahres will man sich wieder am Ort treffen. Dann soll das Gebäude feierlich eingeweiht werden.
Die Geschichte des Eis- und Schwimmstadions an der Lentstraße begann im Jahr 1936. Am 12.12. eröffnete das Stadion als Versuchs- und Demonstrationsanlage des Unternehmens Linde. Bis in dieses Jahrhundert hinein bestand die Sportanlage aus zwei Eislaufflächen, einem Schwimmbad, zwei Tennisplätzen und einem Restaurant. In der damaligen Eishalle fanden bis zu 7000 Besucher Platz. Bereits ein halbes Jahr später kamen ein Freibad, ein Luft- und Saunabad sowie eine Radsportbahn hinzu. Nur wenig später wurde der Kölner Eisklub gegründet, der lange Zeit der wichtigste Nutzer der Sportanlage war. Ende September 1959 zog sich der Kältespezialist Linde aus dem Betrieb des Stadionskomplexes zurück, stattdessen sprang die Stadt als Betreiber ein. Bis 1964 wurde die Eisfläche überdacht und eine erste Ausbauphase abgeschlossen. Drei Mal war das Eisstadion Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf. Den Kölnerinnen und Kölner dürfte die überdachte Arena jedoch eher als Spielstätte der Kölner Haie in Erinnerung sein. Bis 1998 feierten die Eishockey-Profis hier so manchen Erfolg und auch Meisterschaften. Mit Beginn des Jahres 2007 übernahm dann schließlich die Stadtwerketochter KölnBäder den Betriebs im Eis- und Schwimmstadion. Allerdings nur für kurze Zeit, denn schon nach zweieinhalb Monaten musste die Eishalle geschlossen werden. Ziemlich genau vor zwei Jahren begann dann der Abriss des in die Jahre gekommenen Komplexes.

























