24. 05. 2012
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Entwicklung des Clouth-Geländes schreitet voran
Bereits vor zwei Jahren gab es Bestrebungen, die auf dem Areal
ansässigen Künstler des KAP-Forums aus ihren Räumen auszuquartieren.
Dank massiver Proteste der Betroffenen und der Bezirksvertretung gelang
es jedoch, den Künstlern eine Frist einzuräumen, bis die vorbereitenden
Arbeiten tatsächlich abgeschlossen sind. Wie bereits beim Wettbewerb um
das städtebauliche Entwicklungskonzept soll auch bei diesen Arbeiten
das Architektenbüro Scheuvens und Wachten mit der konkreten Planung und
Durchführung der „Baureifmachung“ betraut werden. Insgesamt sollen rund
1000 neue Wohnungen entstehen. Basis für die Entwicklung des Areals ist
der Entwurf des Büros Scheuvens und Wachten.
Ein Viertel sozialer Wohnungsbau geplant
Bei der Vermarktung des Geländes will das Kernbündnis den zukünftigen
Bauherren jedoch zahlreiche Auflagen machen. So soll ein Mindestanteil
von 25 Prozent an öffentlich gefördertem Wohnungsbau ebenso
berücksichtigt werden wie die Zulassung verschiedener Wohnformen und
Bauherrengruppen. Entsprechende Baufelder sind dort bereit zu stellen,
hieß es in der Beschlussvorlage weiter. Erhalten bleiben sollen indes
die denkmalgeschützten Hallen am Nordrand des Areals. Sie hätten eine
„identitätsstiftende Wirkung“ für das zukünftige Wohnviertel, erklärte
das Kernbündnis weiter. „Das Clouth-Gelände ist ein einmaliges Areal.
Es könnte Modellcharakter für Köln und für Deutschland haben“, forderte
SPD-Fraktionschef Martin Börschel. Allerdings stelle er sich etwas
anderes unter einer zügigen Entwicklung des Areals vor, als die
derzeitige Vorgehensweise, begründete der SPD-Politiker den Antrag.
Auch Grünen-Fraktionschefin Barbara Moritz schloss sich der Kritik am
Verwaltungshandeln an. Sie verteidigte den Entschluss, die
Weiterentwicklung auf Basis des zweiten Preises des damaligen
Wettbewerbs fortzuentwickeln. „Die Liegenschaftsverwaltung wollte das
Gelände komplett wegräumen. Wir hatten den Eindruck, das gesamte
Gelände sollte an einen einzigen Investor veräußert werden, frei nach
dem Motto „Dat hamma immer so gemaat“, so Moritz weiter. Einen von
vielen befürchteten Ausverkauf soll es indes nicht geben. Wie SPD und
Grüne in ihrer Begründung ausführten soll bei der Planung insbesondere
die dort bereits seit Jahren ansässigen Künstler und Gewerbetreibenden
bei der Überplanung angemessen berücksichtigt werden. „Eine
kleinteilige Vermarktung soll die bauliche Vielfalt ermöglichen und
eine Nutzungsmischung sicher stellen, die Voraussetzung für ein urbanes
und lebendiges Viertel darstellt“, hieß es in dem Text der
Antragsteller weiter.
CDU und FDP kritisieren Verfahren und Auflagen
CDU-Vize Karl Klipper kritisierte hingegen das gewählte Verfahren zur
weiteren Entwicklung des Clouth-Geländes. Er bezeichnete die
Beauftragung eines externen Büros als „Paradigmenwechsel“, der in der
Folge zu erheblichen Verzögerungen führen wird. Außerdem würden SPD und
Grüne durch zu viele Auflagen den Kaufpreis erheblich schmälern. Als
positives Gegenbeispiel nannte Klipper den Rheinauhafen, hier habe die
stadteigene HGK die gesamte Entwicklung übernommen und die einzelnen
Baufelder nachher veräußert. Auch FDP-Fraktionschef Ralph Sterck
äußerte Zweifel am Verfahren. „Dies ist der 27. Antrag zum
Clouth-Gelände. Neue Beschlüsse sind falsch, wenn die alten noch nicht
abgearbeitet sind“, erklärte der FDP-Mann. Überdies kritisierten die
Liberalen, dass die Auflagen zum Wohnungsbau ideologisch motiviert
seien.
So sieht der zweite Preis des damaligen Wettbewerbs vor, einige
denkmalwürdige Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Gummiwerke Clouth
erhalten werden. Auch im Antrag von Rot-Grün sollen diese Gebäudeteile
möglichst erhalten bleiben. Wie jedoch die kulturellen Nutzungen im
Gesamtkonzept realisiert werden sollen, blieb auf der Sitzung
ungeklärt. Möglicherweise kann dies nur durch eine
„Quersubventionierung“ erreicht werden, wie CDU-Vize Klipper vermutete.
Der zuständige Liegenschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans machte
allerdings auf einen weiteren kritischen Punkt aufmerksam. Die neue
Rechtsprechung zur Verpflichtung europaweiter Ausschreibungen beim
Verkauf kommunaler Grundstücke, wenn diese mit konkreten Auflagen
belegt sind, macht voraussichtlich auf dem Clouth-Areal in jedem Fall
eine europaweite Ausschreibung notwendig. „Die Kleinteiligkeit der
gewünschten Überplanung macht zwar eine Menge Mehrarbeit und wir müssen
Preisbildung betreiben“ beschreibt der Wirtschaftsdezernent das weitere
Vorgehen. Allerdings werden beim nachherigen Verkauf der Grundstücke
diese voraussichtlich oberhalb der Grenzen einer europaweiten
Ausschreibung liegen, so die abschließende Meinung des
Verwaltungsexperten.
Der Antrag von Rot-Grün wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und der Linken mehrheitlich beschlossen.

























