24. 05. 2012
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Entwürfe für Gürzenich-Quartier in der Schalterhalle
Das Gesamtprojekt steht noch unter einem Vorbehalt und doch gaben sich die Verantwortlichen der Projektpartner Pareto GmbH und der Kölner Metropol Immobiliengruppe am heutigen Montag zuversichtlich, dass die "große Lösung†am Gürzenich-Quartier kommen wird. Das derzeitige schlichte Gebäudeensemble mit seiner uneinheitlichen drei- bis fünfgeschossigen Bebauung soll durch ein neues städtebaulich homogeneres Quartier ersetzt werden. Die Bauarbeiten sollen nach den derzeitigen Planungen im Frühjahr kommenden Jahres beginnen. Inklusive der Kosten für den Grunderwerb der letzten drei Teilflächen sind für das Gesamtprojekt rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Damit soll ein 15.000 Quadratmeter großes Neubauprojekt entstehen, die vermietbare Fläche wird mit 12.500 Quadratmeter veranschlagt, wie der Geschäftsführer der Kreissparkassentochter Pareto, Heinz-Jürgen Rodehüser am heutigen Montag erläuterte. Mit einer kleinen Ausstellung der acht Architektenbeiträge wollen die Projektpartner auch die interessierte Öffentlichkeit ansprechen. Die Ausstellung wird am heutigen Montagabend in der großen Schalterhalle der Kreissparkasse am Neumarkt eröffnet.
"Wir waren uns schnell einig, dass eine Solitärlösung und eine reine Glasfassade nicht angemessen sei", berichtete der Kölner Architekt Walter van Lom aus der beschlussgebenden Jurysitzung. So erhielt das Kölner Architekturbüro Astoc den Zuschlag, weil es zum einen eine Natursteinfassade vorsah und doch dank einer gewissen Variierung der Gestaltungselemente auf das historisch-prägnante Umfeld des Neubaugebäude einging, so der Juryvorsitzende in seiner Begründung. Es galt demnach ein Ensemble zu entwerfen, dass sowohl den städtebaulichen Gegebenheiten des Umfelds Rechnung trägt und doch selbst flexibel genug ist, um verschiedene Nutzungen zuzulassen. Dabei ist derzeit noch keineswegs festgelegt, ob die Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss groß- oder doch eher kleinteilig vergeben werden. Außerdem mussten die acht Wettbewerbsteilnehmer einige weitere Kriterien in ihrem Entwurf berücksichtigen. So soll zwar auch eine eineinhalbgeschossige Tiefgarage mit 100 bis 120 Stellplätzen entstehen. Aber eine Überplanung des unterirdischen römischen Kanals war ebenso ausgeschlossen wie ein Verstoß gegen das Höhenkonzept der Stadt. Das sieht im Umfeld der historischen Baudenkmäler Kölns, insbesondere der Romanischen Kirchen, eine maximale Traufhöhe von 19,80 Meter vor. "Das wird hier eingehalten", versicherte der Pareto-Chef.
Erfreut zeigte sich van Lom über das hohe Niveau der eingereichten Wettbewerbsbeiträge. "Alle haben Lichthöfe geschaffen. Die quantitativen und wirtschaftlichen Voraussetzungen wurden von allen acht erfüllt", lobte der Juryvorsitzende. Der Siegerbeitrag habe jedoch den besten Lösungsansatz für dieses anspruchsvolle Projekt gezeigt. So gab es nach dem Ersten Preis für das Architektenbüro Astoc keinen zweiten sondern lediglich zwei dritte Preise, die gegenüber dem Siegerentwurf einige Schwächen aufwiesen. Am meisten polarisiert habe dabei der Entwurf des Berliner Büros Axthelm Architekten. "Der Entwurf gibt eine sehr schöne und individuelle Antwort auf die städtebaulichen Voraussetzungen, aber er ist auch für die Nutzer sehr anspruchsvoll", fasste van Lom die Jurymeinung zusammen. Neben der etwas problematischen Vermarktungsmöglichkeiten störte sich die Jury aber auch an dem Fassadenkonzept, das eine einheitliche Blockhöhe vorsah und damit kaum Abstufungen vorsah. "Sehr homogen und elegant" sei auch der Entwurf des Köln-Darmstädter Büros Schmitz-Morkramer. Allerdings suggeriert der Blockrand zu stark den Charakter eines Kaufhauses, der wegen der möglichen kleinteiligen Vermietung nicht gewünscht war. Die anderen Entwürfe setzten dagegen eher auf eine Solitär-Lösung, die wiederum von der Fachjury für diesen Standort abgelehnt wurde. Am Erfolg ihres Projekts ließen die Verantwortlichen der beiden Projektbeteiligten keine Zweifel aufkommen.
Optimismus in Sachen Marktfähigkeit
Auch wenn die Leerstandsquote auf dem Kölner Büromarkt – die oberen drei bis vier Geschosse sollen als Büros genutzt werden – derzeit weiterhin leicht ansteigt, sehen Rodehüser und seine Kollegen bereits jetzt großes Interesse. Das gilt sowohl für die Handels- wie auch für die Büroflächen. Eine zuvor in Auftrag gegebene Standortstudie zeige zudem, dass an dieser Stelle eine sehr hohe Passantenfrequenz auftritt, wie Pareto-Projektleiter Markus Kalscheuer ergänzte. Kritik übten die Verantwortlichen hingegen am benachbarten "Stadthaus", in dem das Hotel Intercontinental der Hauptnutzer ist. "Das Stadthaus ist eigentlich ein bis zwei Stockwerke zu hoch. Mit diesem Projekt wollen wir ein Stück Stadt weiterbauen", erläuterte Architekt van Lom. Das neue Ensemble, das nach einer Bauzeit von zwei Jahren bezugsfertig werden soll, soll demnach auch ein kleines Stück Korrektur an dieser Stelle im Stadtbild sein. Nicht zu unterschätzen war auch das Gefälle zum Rhein hin. Rund 1,50 Meter Höhenunterschied mussten die Architekten in ihren Entwürfen berücksichtigen. Nach der Betonnage der Zwischendecke am unterirdischen Haltestellenbauwerk Heumarkt sei auch der Untergrund gesichert, bestätigte Rodehüser. Während der Bauarbeiten habe es hier durchaus auch Schäden an der Bausubstanz gegeben. Inzwischen aber sei dem Initiator versichert worden, dass die Stabilität der Bauwerke gewährleistet ist.
Nachfolgend finden Sie alle Entwürfe in einer kleinen Bildergalerie.

























