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24. 05. 2012
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Historisches Archiv zieht nicht ins Gerling-Quartier


17.09.2008 22:00 von:


Zwar sei der geplante Standort nahe des Gereonsklosters aus stadtgeschichtlicher und kulturpolitischer Perspektive „höchst attraktiv“. Doch aus Kostengründen habe man seitens der Stadtverwaltung die Entscheidung getroffen, das Historische Archiv nicht in dem neuen Gerling-Quartier unterzubringen. Die Entscheidung fiel nach Angaben des städtischen Presseamtes nach intensiven Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Projektentwickler, der Frankonia Eurobau. Die hätten demnach zwar ein „faires“, aber trotzdem viel zu teures Angebot abgegeben, hieß es dazu weiter. Alternative Standorte seien hingegen wesentlich günstiger, wie der städtische Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft errechnete.

Oberbürgermeister Fritz Schramma bedaure die Entscheidung, habe aber aus finanzpolitischen Erwägungen keine andere Wahl. Man „könne sich diesen an sich idealen Standort nicht leisten“, ließ das Presseamt mitteilen. Damit sind auch die Planungen für eine „Archivmeile“ zwischen der romanischen Kirche St. Gereon Ringen und Klapperhof vom Tisch. Die Stadt werde aber auf Basis der nun erfolgten Berechnungen einen finanzierbaren Standort zu finden. Der soll zügig realisiert werden, wie das Stadtoberhaupt abschließend bekannte. Informierten Kreisen zufolge soll die Errichtung eines Baus in Eigenregie für das neu ausgerichtete Historische Archiv um bis zu 20 Millionen Euro günstiger als das Angebot des Projektentwicklers sein.

Kritik der Liberalen

Als „unbefriedigend“ bezeichnete die FDP-Ratsfraktion die Entscheidung der Stadtverwaltung. Vor allem an der Vergleichsberechnung nahmen die Liberalen Anstoß. „Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen“, kritisierte der kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Ulrich Wackerhagen. Den Berechnungen der Gebäudewirtschaft zu den Alternativstandorten fehle die realistische Grundlage, während das Angebot der Frankonia auf die geplante Übergabe Ende 2011 durchgerechnet sei. Schließlich habe die Stadt für das neue Historische Archiv noch nicht einmal ein geeignetes Grundstück. Hinzu komme, dass vergangene Berechnungen eigener Großprojekte durchweg die kalkulierten Grenzen sprengten. „Ob also die Kosten am Ende tatsächlich so viel geringer ausfallen, wie es die Gebäudewirtschaft heute behauptet, muss leider stark bezweifelt werden“, so Wackerhagen weiter. Dabei drängt die Zeit. Das Historische Archiv der Stadt, derzeit noch in der Severinstraße untergebracht, wird zum Jahresende keine Kapazitäten mehr zur Verfügung haben. Wackerhagen und seine liberalen Parteifreunde befürchten nun teure Zwischenlösungen, die den errechneten Abstand zu den Alternativen in jedem Fall verringern werden, so der FDP-Mann abschließend.

Das Neubauprojekt „Gerling Quartier“ umfasst eine Gesamtnutzfläche von rund 150.000 Quadratmetern und einem Investitionsvolumen in dreistelliger Millionen Euro-Höhe.








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