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24. 05. 2012
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Köln: Kompromiss zur Bebauung des Gereon-Quartiers


19.03.2010 20:31 von:

Schlagwörter: Köln,Innenstadt,Gerling,Gereon-Quartier,Gereonquartier,2010,März,Bebauungsplan,A

Die vier großen Fraktionen im Kölner Stadtrat waren sich einig. Der bereits leerstehende Gebäudekomplex des auf die rechte Rheinseite gezogenen Versicherungskonzerns HDI Gerling wird in ein modernes und gemischtes Stadtquartier umgewidmet. Der entsprechende Kompromissvorschlag wurde am gestrigen Donnerstag auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (Stea) beschlossen. In die neue Planung sind auch Kritikpunkte einer Bürgerinitiative berücksichtigt, die sich bereits im Vorfeld auf mehreren Bürgerversammlungen aktiv beteiligt hatte. Zugleich musste auch der Projektentwickler und Investor des Areals, die Frankonia Eurobau kleinteilige Kürzungen der umbauten Fläche – vor allem der Höhe einzelner Baukörper fügen. In mehreren Gesprächsrunden hatten sich alle Beteiligten auf diesen Kompromiss verständigt. Veränderungen gab es vor allem im Bereich des Gereonskloster mit der Entreesituation zum neuen Stadtquartier im Nordwesten des Areals. Die Durchgangsbreite zum Ensemble soll sich demnach von 3,60 auf rund fünf Meter erhöhen. Ein dort ursprünglich geplantes Staffelgeschoss wird zurückversetzt, ebenso auch der Neubau am südwestlichen Ende. Eine entsprechende Zusage des Investors in rechtsverbindlicher, schriftlicher Form soll eingeholt werden, erklärte Baudezernent Bernd Streitberger auf der Sitzung.

Trotz des Kompromisses gibt es aber noch immer einige Streitpunkte. So stellt die von der Stadt festgelegte durchschnittliche Traufhöhe von 68,60 Meter NN nach Ansicht der Bürgerinitiative einen Verstoß gegen das Höhenkonzept der Stadt dar. Mit dieser vor einigen Jahren vom Stadtrat beschlossenen Höchstgrenze von Gebäuden in einem Bebauungsplan wollte man insbesondere die vielen historischen Denkmäler schützen, in diesem Fall der romanische Sakralbau der Gereonskirche. Baudezernent Streitberger hingegen lobte das Konzept auf der Ausschusssitzung als "homogen". In Anbetracht der recht unterschiedlichen Bauhöhen in der Umgebung soll das auch städtebauliche Qualität vermitteln, so der Beigeordnete weiter. Zwar akzeptierten die Vertreter der Bürgerinitiative den Kompromiss im Großen und Ganzen. Den aber, so argumentieren sie, hätte man bereits wesentlich früher haben können.

Die CDU-Fraktion hatte den Kompromissentwurf ausgearbeitet. Auch SPD; Grüne und die FDP unterstützen das Anliegen. Bereits in Kürze soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, hieß es dazu weiter. Das Areal diente dem ehemals unabhängigen Versicherungskonzern Gerling als Domizil. Die fast sakral anmutenden Bauten sollen – sofern denkmalgeschützt – umfassend revitalisiert und durch notwendige Neubauten ergänzt werden. Die neu geschaffenen Flächen sollen vor allem als innerstädtisches Wohnquartier genutzt werden. Neben den baurechtlich relevanten Fragen der Geschosshöhe und Baukörperanordnung gab es von den Politikern auch einige Anregungen zur nachherigen Gestaltung.

So regten die Grünen und ihre Fraktionsvorsitzende Barbara Moritz an, die am nördlichen Ende entlang führende Christophstraße zu begrünen und als Allee anzulegen. Noch vor einigen Tagen hatte sich die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Innenstadt skeptisch mit dem Kompromiss gezeigt. Aber auch von dort gab es Zeichen der Zustimmung, wenn auch nicht alle Bedenken ausgeräumt wurden. Die Stadtentwicklungspolitiker im Ausschuss widersprachen jedoch der Kritik der Bürgerinitiative. Die zulässige Traufhöhe von 20,10 Meter werde durch den Kompromiss eingehalten. Ursprünglich hatte der Investor eine zusätzliche Nutzfläche von rund 18.000 Quadratmetern gefordert. Nun muss der Stadtrat den vorliegenden Kompromiss im Bebauungsplan auf seiner kommenden Sitzung am 23. März endgültig zustimmen.

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