24. 05. 2012
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Köln-Porz-Ensen: Neue LVR-Forensik eröffnet
Am heutigen Montag erhielten die Verantwortlichen des Landschaftsverbands Rheinland den symbolischen Schlüssel für die neue Forensische Klinik in Köln-Porz-Ensen. Der nordrhein-westfälische Staatssekretär im Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Dr. Walter Döllinger, überreichte das Symbol an den Direktor des Landschaftsverbandes, Harry K. Voigtsberger. Ab September werden im Kölner Südosten bis zu 150 psychisch kranke Straftäter behandelt. Die Verantwortlichen nannten den Schritt einen wichtigen Beitrag zur Regionalisierung der Behandlung. Die 150 Straftäter werden ab September in die neue Einrichtung verlegt. "Mit 150 Behandlungsplätzen für psychisch kranke Straftäter können Überbelegungen in anderen Einrichtungen des LVR abgebaut werden. Wir haben den gesellschaftlichen Auftrag, diesen Menschen in allen Lebensbereichen so zu helfen, dass es nicht wieder zu krankheits- oder störungsbedingten Straftaten kommt. Der beste Opferschutz ist immer noch die gute Täterbehandlung", betonte LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger bei der Schlüsselübergabe. Den Sorgen der umliegenden Bevölkerung und Anlieger möchten die Verantwortlichen mit einer zweiwöchigen Erkundungsphase entgegenkommen.
Zur Sicherheit der Anwohner und Anlieger ist die neue Einrichtung mit einer 5,50 Meter hohen Mauer umgeben. Der Ausbruch von gefährlichen Straftätern soll so verhindert werden. Auch sonst werde der Sicherheitsaspekt groß geschrieben. In dem Gebäude finden sich unter anderem auch so genannte Detektorenanlagen, Kameraüberwachung und eine gesicherte Pforte. Die sei der einzige Zugang zu der Forensischen Psychiatrie, wie die neuen Hausherren versicherten. Mit öffentlichen Führungen wollen die Verantwortlichen in den kommenden Tagen und Wochen das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Um von Anfang an ein offenes Verhältnis zu den Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen, öffnet die neue Klinik für forensische Psychiatrie im August gleich für zwei Wochen ihre Türen. Vom 20. bis zum 29. August 2009 können Interessierte den Neubau an der Porzer Ringstraße besichtigen. Die geführten Rundgänge finden von Montag bis Mittwoch in der Zeit von 9 bis 16 Uhr statt, Donnerstag und Freitag von 9 bis 18 Uhr. Die Besichtigungstermine am Samstag und Sonntag in der Zeit von 10 bis 15 Uhr richten sich speziell an Berufstätige. Die Rundgänge dauern rund 50 Minuten, kündigten die Verantwortlichen bei der heutigen Veranstaltung an.
Kritiker bleiben misstrauisch, aber konstruktiv
Hans Burgwinkel, Sprecher der Klinikgegner, hält dagegen. In diversen Gesprächen mit den Verantwortlichen im Vorfeld wurde den Anwohnern mehr versprochen, als nun eingehalten wird, bringt Burgwinkel seine Kritik auf den Punkt. So fehlt unter anderem eine entsprechende Außenbeleuchtung. Auch die Sanierung des umliegenden Geländes der Psychiatrie habe bislang nicht stattgefunden. So sind einige Stellen der Zufahrt teilweise überwuchert. Genau das aber war den Anwohnern bereits vor Jahren in Gesprächen mit den führenden Vertretern des Landesministeriums zugesagt worden. "Blühende Landschaften" sollten entstehen, geschehen ist bis auf den Bau der neuen Anlage aber bislang wenig. Nicht alle Versprechungen seien sinnvoll, räumten selbst die Gegner der neuen Einrichtung ein. Aber das nun erzielte Ergebnis sei doch insgesamt ernüchternd. Die kritische Haltung zur Standortentscheidung hat ein langes Vorspiel. Bereits im Jahr 2001 hatten die Anwohner rund 35.000 Unterschriften von Gegnern eingereicht. Auf den Vorschlag nahe gelegener Ersatz- und Alternativstandorte habe man seitens des Bauherrn nicht reagiert. Der heutige Standort sei wegen seiner Nähe zu Wohn- und Naherholungsgebieten eher ungeeignet, so Burgwinkel weiter. Wenigstens bei der zukünftigen Praxis haben die Verantwortlichen zugesagt, die behandelten Straftäter nicht direkt in Porz, sondern über einen Umweg in Köln-Merheim zu entlassen. So seien die 5,50 Meter hohen Mauern zwar ein optisches Indiz, das Sicherheit erzeugen soll. Aber die meisten Straftäter, die aus forensischen Einrichtungen fliehen können, tun dies über die Eingänge. "Man baut auch keine Trinkerheilanstalt neben ein Brauhaus", so Burgwinkel. Über den geplanten Klinikbeirat wolle man aber weiterhin mit konstruktiven Vorschlägen an der Weiterentwicklung gehört werden, hieß es dazu abschließend.
Anmeldungen für die geführten Rundgänge durch die Klinik für forensische Psychiatrie der LVR-Klinik Köln nimmt LVR-Mitarbeiterin Britta Frömbgen unter der Rufnummer 0221 / 8993-638 entgegen. Die telefonische Anmeldung ist Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 15 Uhr sowie außerhalb dieser Zeiten als Nachricht auf dem Anrufbeantworter möglich. Bei großem Interesse werden Besichtigungen auch zeitgleich durchgeführt, um möglichst alle Anfragen erfüllen zu können, kündigte der Landschaftsverband abschließend an.

























