24. 05. 2012
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Mehrere Interessenten für Nachnutzung des Rautenstrauch-Joest-Museums
Schon in der Vergangenheit gab es vielfältige Vorschläge, die eine
kulturell ansprechende Nachnutzung zum Inhalt hatten. Zu den
Interessenten des derzeit vom einzigen Völkerkundemuseums in
Nordrhein-Westfalen genutzten Gebäudes gehören die kommunale Rheinische
Musik Schule (RMS), die Entertainment-Schule „The Voyce Factory“ und
die Projektentwicklungsgesellschaft Luxet. Jetzt signalisiert auch die Fachhochschule Köln (FH) Raumbedarf. Das
benachbarte Rautenstrauch-Joest-Museum wäre ideal, um unseren Standort
in der Südstadt zu erweitern, erklärte die Kanzlerin der FH Gisela
Nagel. Sie begründet ihr Interesse mit in den nächsten Jahren absehbar
steigenden Studierendenzahlen. Bereits jetzt seien die Raumkapazitäten
an drei nahegelegenen Standorten ihrer Hochschule nahezu ausgeschöpft.
Am Dienstagabend stellte nun Luxet, eine Interessengemeinschaft der
Architekten Annette Hillebrandt und Martin Schneider, des
Filmjournalisten Horst Peter Koll (Filmdienst) sowie den Kölner
Kinobetreibern Joachim Kühn, Dirk Steinkühler (Filmpalette) und
Christian Schmalz (Off Broadway), ihr Konzept für ein “Haus für Kino,
neue Medien und Filmbildung“ vor. Im Modell hatten Hillebrandt und
Schneider das Gebäude u.a. mit drei Kino-Sälen, einer Buchhandlung,
Gastronomie, Räumen für Filmbildung und einem großen Saal für After
Show Parties belegt – als Abschluss ein „Themenhotel“ auf Dachhöhe. Elf
von 13 Funktionen, die dem Projekt konzeptionell zugeschrieben wurden,
kommt auch das Kölner Filmhaus nach, wie der stellvertretende
Vorsitzende der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Jörg
Frank in einer Presseerklärung bekannt gab.
Geschützter Raum gefordert
Bei ihrer Präsentation betonten die potenziellen Nachfolger ihr
Interesse an einer fortgesetzten kulturellen Nutzung. Insbesondere der
Bereich bietet sich nach Meinung der Initiatoren an. So seien
Tagesausflüge von Schulklassen in Richtung Ubierring denkbar. Auf der
anderen Seite äußerten die unabhängigen Kinobetreiber den Wunsch, eine
weitere Abspielstätte für Filme zu errichten. Die könne aber nach
Meinung der Betreiber nur in einer Immobilie stattfinden, die an einem
Standort wie diesen eben nicht frei finanziert ist. Die Rheinische
Musikschule strebt ohnehin Kooperationen mit anderen Musikschulen an,
da sie die komplette Nutzfläche (ca. 5000 Quadratmeter) nicht alleine
nutzen kann. Die Einrichtung von Yana Kris und Marcelo Molina steht als
möglicher Partner bereit.
Auf seiner kommenden Sitzung (Montag, 29. Oktober 2007) wird sich nun
der Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt die verschiedenen Konzepte zur
Kenntnis nehmen und über mögliche Entscheidungen vorberaten.
Unterdessen liegt dem Liegenschaftsausschuss eine vorläufige
Kostenschätzung zur Sanierung und Modernisierung der denkmalgeschützten
Immobilie vor. Der Zustand der Statik und Haustechnik mache eine
Gesamtsanierung notwendig, hieß es darin. Vorläufige Kalkulationen
gehen von einem Kostenrahmen in Höhe zwischen 17 und 20 Millionen Euro
aus, wie Grünen-Vize Frank weiter berichtete. Der Grüne Lokalpolitiker,
der zudem Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses ist, schlug daher
Verhandlungen mit der Fachhochschule vor. Eine Nachnutzung des Gebäudes
sei jedoch erst nach erfolgter Sanierung realistisch. Experten rechnen
damit, dass dies noch bis 2012 dauern kann.

























