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24. 05. 2012
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MesseCity soll frühestens 2017 fertig werden


14.02.2011 11:45 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Deutz,MesseCity,Stadtteil,Visitenkarte,Bahn,Messe,Bebauungsplan,Planun

135.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, rund 117.000 Quadratmeter vermietbare Fläche mit zwei jeweils auf 60 Meter Höhe begrenzten Hochpunkten und damit mehr als nur ein simpler Lückenfüller zwischen Bahntrasse und dem südlichen Messeeingang. Das sind nur einige der Rahmendaten für das Großprojekt "MesseCity", das die Stadt Köln nun gemeinsam mit der Projektgesellschaft MesseCity Köln GmbH & Co. KG entwickelt werden soll. Entsprechend groß sind die Erwartungen der Verantwortlichen. "Es gibt in Deutschland, ja in Europa nur wenige Areale, die so viele Entwicklungschancen bieten. Wir wollen keinen leblosen Bürostandort, sondern einen neuen Kern mit einem lebendigen Platz", erklärte Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters bei der heutigen Vorstellung im Kölner Rathaus. "Das wird ein Vorzeigeviertel aller erster Güte", ergänzte die neue Wirtshafts- und Liegenschaftsdezernentin Ute Berg. Nach Schätzung der Wirtschaftsdezernentin können in den dort entstehenden Büro-, Gastro- und Eventflächen bis zu 5000 neue Arbeitsplätze entstehen. Noch im Oktober 2009 waren die städtischen Vertreter auf der damaligen Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München für dieses Vorhaben belächelt worden. Nun steht der neue Eigentümer des Grundstücks fest. Die Projektgesellschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kölner Strabag Real Estate (SRE) und der Hamburger ECE Projektmanagement GmbH.

Schließung einer vierjährigen Brache

Mit der geplanten Bebauung des vormaligen Barmer Viertels wird die Stadt zudem ein Stück städtebaulicher Reparatur umsetzen, wie Kölns Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger ausführte. Trotz seiner zentralen Lage und seiner geradezu idealen Anbindung an den öffentlichen Personenverkehr bleibt insbesondere die verkehrliche Erschließung eine große Herausforderung. "Der vorliegende Entwurf zeigt eine städtebauliche Haltung, die zwischen dem alten Deutzer Ortskern und den Messebauten vermittelt. Ich finde, das ist ganz gut gelungen", erklärte der Beigeordnete. Das Nutzungskonzept ist dabei bewusst offen gehalten. Zunächst muss erst einmal der Bebauungsplan ausgearbeitet und von den politischen Gremien beschlossen werden. Das könnte bis Ende dieses bzw. Anfang kommenden Jahres vollzogen sein, wie Streitberger hofft. Anschließend soll die Erschließung des 5,4 Hektar großen Areals über eine am nördlichen Ende verlaufende Straße erfolgen. Zwar wollten die Verantwortlichen zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben zur Nutzungsaufteilung der neuen Flächen geben. Nur eines steht bereits jetzt fest. Obwohl das Areal bis zum Jahr 2006 mit Wohnhäusern bebaut war (Barmer Viertel) wird es in der MesseCity keine Wohnungen geben. Das liegt zum einen an den Lärmemissionen von Bahn und Messe, zum anderen aber auch an der Kalkulation der Projektentwickler. "Wir haben uns bei dem Kaufpreis für das Grundstück anstrengen müssen, das Projekt wirtschaftlich zu gestalten", begründete der Geschäftsführer der neuen Projektgesellschaft, Rainer Maria Schäfer, die Grundsatzentscheidung. Die Stadt hatte den Kaufpreis für das Areal auf mindestens 61 Millionen Euro festgelegt. Der Stadtrat hatte auf seiner letzten Sitzung am 1. Februar dem Verkauf zugestimmt.

Appell an die Bahn

Auch wenn sich die Beteiligten in Optimismus übten, bleibt ein großes Fragezeichen. So plant die Deutsche Bahn im Bereich des angrenzenden Bahnhofs Deutz/Messe die Einrichtung eines neuen S-Bahn-Gleises. Dieses auch für die Stadt Köln wichtige Infrastrukturprojekts (Stichwort "Bahnknoten") ist jedoch noch keineswegs sicher. Die Verhandlungen, wie viel Platz das Bundesunternehmen tatsächlich für die Aufweitung der Nahverkehrsverbindungen benötigt, sind in vollem Gange, wie die Beteiligten andeuteten. Insofern wird auch das schmale Grundstück der ehemaligen Bahntochter aurelis vorerst den Eigentümer nicht wechseln. Möglich ist, dass die Bahn sogar einen Teil der MesseCity wieder zurückkaufen muss. Das zusätzliche Gleis für Nahverkehrszüge soll dabei in einem relativ engen Radius im Bereich des Bahnhofs aufgeweitet und dann wieder auf die Trasse zurückgeführt werden, wie Streitberger berichtete. "Die Bahn hat allerdings noch keine konkreten Planungen", wie der zuständige Beigeordnete einräumen musste. Auch Oberbürgermeister Jürgen Roters betonte die besondere Bedeutung der Infrastrukturerweiterung in Köln-Deutz seitens der Bahn.

Die Beurteilung der Erfolgsaussichten ist jedoch aus Sicht der Beteiligten dadurch kaum beeinträchtigt. Insbesondere auch als Hotelstandort sei die Lage – nicht nur wegen der Nähe zur Kölnmesse – , wie Martin Rodeck vom Hamburger Projektpartner bekräftigte. "Die Anbindung des Standorts ist eigentlich unschlagbar", so Rodeck bei der heutigen Vorstellung des Projekts. Schon gebe es erste Anfragen vonseiten interessierter Investoren, auch für Hotelprojekte, bestätigte der ECE-Manager. Trotz der Spezialisierung des Hamburger Unternehmen auf die Errichtung und den Betrieb von Einkaufszentren sollen in der MesseCity vor allem kleinteilige Einzelhandelsflächen für Belebung sorgen. "Ein Shopping-Center ist nicht geplant", versicherten die Projektverantwortlichen. Das Joint-Venture von ECE und Strabag ist dabei keineswegs eine Premiere. Derzeit arbeiten beide Unternehmen bereits bei zwei anderen Großprojekten zusammen, wie Schäfer weiter ausführte. Nach dem Bebauungsplan beginnen dann die Architektenwettbewerbe für jedes einzelne Baufeld. Mittelfristig wollen beide Unternehmen aber nicht am Standort investiert bleiben, wie Schäfer versicherte.

Zeitplan

Ab 2013 könnten die Hochbauarbeiten beginnen. 2017 soll die MesseCity dann frühestens fertig gestellt sein. Allerdings räumte Wirtschaftsdezernentin Berg ein, dass sich das auch verzögern kann. Bis 2020 aber wolle man auf jeden Fall fertig werden. Dann hat die Domstadt an prominenter Stelle eine weitere "Visitenkarte", so Kölns Stadtoberhaupt Jürgen Roters abschließend.







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