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24. 05. 2012
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Neubau für KidS feiert Richtfest


12.07.2011 13:23 von:

Schlagwörter: Köln,KidS,Neubau,Aachener Straße,2011,Juli,Richtfest,Roters,Selter

Noch haben die rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpädagogische Einrichtung der Stadt Köln, kurz KidS genannt, ihre Zentrale am Sülzgürtel, auf dem Areal der ehemaligen Kinderheime. Doch das Areal ist verkauft und soll schon in Kürze in sieben Baufelder unterteilt als neues Wohnquartier Heimat für Familien, Senioren und andere Wohnungsuchende werden. Derzeit wird auf sechs der sieben Baufelder bereits gebaut, zwei Bauprojekte stehen derzeit bereits vor dem Abschluss der Hochbauarbeiten. Und auch die Tage der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung, Nachfolger der früheren Kinderheime, am alten Standort sind gezählt. Ende Januar kommenden Jahres soll das neue Domizil an der Aachener Straße bezogen werden. Am heutigen Dienstag feierten die Baubeteiligten in Anwesenheit von Oberbürgermeister Jürgen Roters und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein das feierliche Richtfest für den Neubau statt. Für rund acht Millionen Euro an reinen Baukosten soll zukünftig das im Jahr 2006 ebenfalls beschlossene neue Konzept der Einrichtung endgültig umgesetzt werden.

Dezentral statt Ghetto

Bereits im Ratsbeschluss aus dem Jahr 2006 wurde nicht nur die Standortfrage geklärt. Entsprechend des Beschlusses wurde das weitläufige Areal in bester Wohnlage im boomenden Stadtteil Sülz veräußert und in sieben Baufelder aufgeteilt. Mit den Erlösen sollte zudem auch das neue, dezentrale Konzept der KidS-Einrichtung umgesetzt werden. Das aber machte den Neubau einer Zentrale notwendig, schließlich soll auch der derzeitige Standort am Sülzgürtel vermarktet werden. Die Suche nach dem neuen Standort gestaltete sich jedoch schwierig. Nachdem zunächst eine Wohnheim an der Stolzestrasse neuer Standort von KidS werden sollte, kamen die Verantwortlichen schließlich auf das Grundstück an der Aachener Straße, ganz in der Nähe des Aachener Weihers. Ein Wohnhaus wurde komplett entkernt und saniert, ein flacher Gewerbebau komplett abgerissen und durch einen neuen Gebäudekörper ersetzt. Nach etwas mehr als einem Jahr seit Grundsteinlegung zeigten sich die Verantwortlichen zuversichtlich, dass sie den angedachten Zeitpunkt des Einzugs auch tatsächlich einhalten können.

"Der Neubau ist ein Meilenstein in der Kölner Kinder- und Jugendpolitik. Damit wird eine neue Ära eingeleitet", erklärte Kölns Stadtoberhaupt Jürgen Roters bei der heutigen Zeremonie. "Das ist eine sehr ehrgeizige Aufgabe. Die Kinderheime erfinden sich gerade neu", lobte Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein. Die Arbeit soll damit in moderner Arbeitsumgebung und mit den notwendigen Räumlichkeiten auf eine neue Basis gestellt werden. Das bedeutet nicht weniger als einen Paradigmenwechsel weg von den früher üblichen Großgruppen hin zu dezentral über das gesamte Stadtgebiet verteilten Wohngruppen. "Die Kinderheime sind und werden zur Bildungseinrichtung", beschrieb Klein diesen Wechsel in der grundsätzlichen Ausrichtung. Damit sollen die Kinder, die sich in der Betreuung der KidS befinden, vor Stigmatisierung als "Heimkinder" geschützt und bestmöglich in ihr Lebensumfeld integriert werden. Trotz einiger Überraschungen zeigte sich auch der Chef des Bauunternehmen Friedrich Wassermann, Anton Bausinger, zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. "Wir hatten ein gutes Raumprogramm als Vorgabe. Es ist immer gut, wenn der Bauherr weiß, was er bauen will", lobte Bausinger.

Green Building-Standard durch Maßnahmenbündel

Eine weitere Innovation versteckt sich für den Laien unsichtlich hinter der derzeiti noch eingerüsteten Fassade des Neubaus. Neben einer 25 Zentimeter mächtigen Dämmschicht, kommt in dem Gebäude auch ein innovatives Heiz- und Belüftungskonzept zum Einsatz. Alleine die Lüftungsrohre, die jeden Raum an die natürliche Luftzirkulation anschließt umfasst eine Leitungslänge von 1,8 Kilometern. Dreifach verglaste Fenster sowie eine natürliche Kühlung/Heizung durch Ausnutzung des Grundwassers sorgen dafür, dass die Immobilie den strengen Passivhaus-Standard beim Primärenergieverbrauch einhält. Nicht zuletzt dafür erhielt die Immobilie bereits vor dem Richtfest die Auszeichnung "Green Building" der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Luftkanäle, die sich vom Kellergeschoss bis zum Dach ziehen, spielen für das Belüftungs- und Heizkonzept eine zentrale Rolle, wie Bausinger auf einem Rundgang durch den Neubau berichtete.

Die Verwaltung wird dabei im Neubau unter der Hausnummer 92-98 unterkommen. Gleich nebenan ließ die Stadt ein ehemaliges Wohngebäude umbauen. Es wird zukünftig drei Wohngruppen aufnehmen und so bis zu 24 Kinder dauerhaft betreuen können. Unter dem Dach entsteht zudem eine so genannte "Krisenwohnung". Die soll im Notfall eine schnelle Aufnahme der jugendlichen Klientel gewährleisten. Damit ist in der Tat ein zentraler Baustein in der neuen Strategie der vormaligen Kinderheime erfüllt. Am alten Standort befand man sich in einem Bestandsgebäude, dessen Zuschnitt eine solche Raumnutzung nicht zuließ. Auch wenn die Realisierung des Neubaus am neuen Standort nun relativ schnell über die Bühne ging. Lie Selter, Leiterin der KidS, dürfte drei Kreuze machen, wenn der Umbau der Einrichtung samt Umzug und Fertigstellung aller Bauprojekte endgültig über die Bühne geht. Sogar ihrem obersten Dienstherrn war aufgefallen, dass die Geduld seiner leitenden Angestellten begrenzt ist. Zwischen Ratbeschluss und endgültiger Umsetzung liegen immerhin weit mehr als fünf Jahre.







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