24. 05. 2012
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Richtkranz für Erweiterungsbau am APG
Schon der frühere Kölner Oberbürgermeister und erste Bundeskanzler der
Republik Dr. Konrad Adenauer und der amtierende Ministerpräsident des
Landes Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers drückten auf der 1860
gegründete höheren Schule an der Apostelkirche die Schulbank.
Seit Jahren schon erfreut sich das Gymnasium höchster Beliebtheit,
derzeit registriert die Schule rund 800 Schülerinnen und Schüler. Dafür
aber hat sie viel zu wenig Platz und so wird nach der kürzlich
abgeschlossenen Generalsanierung auch die Nutzfläche erweitert. Im
nördlichen Teil des Schulgeländes entsteht derzeit eine große neue
Turnhalle auf dem Grund des ehemaligen Sportplatzes. Am Südende
entsteht derzeit ein zweigeschossiger Neubau mit neuen Fachräumen für
Naturwissenschaften wie Biologie und Chemie. Rund elf Millionen Euro
investiert die Stadt Köln zusätzlich, nachdem die Generalsanierung
bereits rund zehn Millionen Euro gekostet hat.
„Wer in das Apostelgymnasium investiert, baut nicht auf Sand“,
erläuterte Schulleiter Dr. Klaus Zimmermann den anwesenden Gästen. Und
seine Schule ist nicht umsonst so beliebt. Das APG ist „Schule des
Leistungssport“ und „Leitschule“ im landesweiten Verbund sportbetonter
Schulen. Auch im Fächerangebot geht die Einrichtung neue Wege, sie ist
derzeit die einzige Schule Kölns mit dem Lehrfach „Technik“, wie der
Schulleiter verkündete. Die Gelder sind also gut investiert, meint auch
Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma. Elf Millionen Euro seien zwar
auch für den Kölner Haushalt „eine Menge Geld“, aber für die
Bereitstellung qualitätvoller Lernumgebungen lohne sich eine solche
Investition immer, betonte das Stadtoberhaupt. Sein erster
Stellvertreter Bürgermeister Josef Müller betonte dabei, dass die Stadt
seit der Jahrtausendwende bereits rund eine halbe Milliarde Euro in die
Beseitigung des so genannten „Investitionsstaus“ investiert habe. Und
das diese Erweiterung dringend notwendig sei, zeige die Entwicklung der
Schülerzahlen. Sie haben sich in den vergangenen zwölf Jahren
verdoppelt, wie Müller bestätigte.
Bereits seit Oktober vergangenen Jahres ist der südliche Zugang zum
Schulgelände durch eine große Baustelle versperrt. Ebenso müssen
Radfahrer und Fußgänger einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie
beispielsweise von der Biggestraße in Richtung Clarenbachweg unterwegs
sind. Im Frühjahr 2010, rechtzeitig zum 150-jährigen Jubiläum der
Schule, wollen die Bauherren mit den beiden Bauabschnitten fertig sein,
zumindest die Rohbauarbeiten liegen dabei im Zeitplan, wie der Leiter
der städtischen Gebäudewirtschaft Engelbert Rummel betonte. Die beiden
Gebäude wurden in einem Architektenwettbewerb prämiert. Von den
insgesamt 24 Architektur- und Planungsbüros, die ihre Entwürfe
einreichten, wählte die Jury schließlich den Beitrag der Stuttgarter
Architektin Gabriele Glöckler aus, sie ist auch mit der Realisierung
des Gebäudes beauftragt. In dem Gesamtpaket enthalten sind auch rund
2,1 Millionen Euro für die Sanierung der Außenanlagen.
Einziges „Haar in der Suppe“ ist das leidige Thema
„Übermittagsbetreuung“. Nicht erst seit der Entscheidung mit der so
genannten „G8-Stufe“ die Schulzeit bis zum Abitur auf acht Jahre
abzukürzen, bedingt längere Unterrichtszeiten. In einigen Schulen Kölns
gab es dafür bis vor kurzem keine entsprechenden Angebote, Schüler und
Lehrer mussten sich selbst helfen, um beispielsweise zur Mittagszeit
eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Auch hier reagierten die
Verantwortlichen „unbürokratisch“, wie Schulleiter Zimmermann
bestätigte. Das ehemalige Lehrerzimmer wurde kurzerhand zur
Mittagsküche umgebaut. Allerdings ist dies nur eine Übergangslösung,
denn ein solcher Raum muss nach der Brandschutzverordnung einen
Notausgang enthalten. Den aber gibt es bislang nicht. Bürgermeister
Müller forderte in seiner Rede die Vertreter der Stadtverwaltung dazu
auf, hier eine Lösung zu finden. Das käme nicht dem Schulleiter
entgegen.

























