24. 05. 2012
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Stadt Köln schließt 3.000. Baulücke
Damit liegt die Domstadt bundesweit an einer Spitzenposition, wie das
Presseamt am gestrigen Donnerstag verkündete. Seit 1990 wurden mit
Hilfe des städtischen „Baulückenprogramms“ über 18.000 Wohnungen gebaut
und eine Fülle von städtebaulichen Missständen beseitigt. Keine andere
Stadt bundesweit hat damit einerseits so viele neue Wohnungen
geschaffen und andererseits eine so große Zahl Lücken beseitigt wie
Köln, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Obwohl nach der
Reduzierung der Personalkapazität aufgrund der Haushaltsproblematik die
Aktivitäten der Projektgruppe zwangsläufig zurückgefahren werden
mussten, entstehen nach wie vor durch Baulückenschließung in Köln Monat
für Monat 50 bis 60 neue Wohnungen. Nach aktuellem Stand sind von den
rund 5.450 erfassten Baulücken derzeit noch 2.450 Fälle mit einer
möglichen Kapazität von 14.700 Wohnungen offen.
Bereits vor 17 Jahren begann man in Köln diese Baulücken zu erfassen,
die jeweiligen Eigentümer anzuschreiben und ihnen aktive Hilfe bei
einer wirtschaftlich und städtebaulich besseren Nutzung durch eine
Bebauung anzubieten. Die Mitarbeiter des Baulückenteams machten dabei
bis zum heutigen Tage unterschiedliche Erfahrungen. Eigentümer, die
sich nicht zutrauen, ohne Hilfe und Beratung einen Bau zu errichten,
nehmen die Hilfe gern und schnell an – andere nutzten ihr Grundstück
als Spekulationsobjekt und warten auf noch höhere Preise. Dabei ist die
Rechtslage für solche Grundstücke eindeutig.
Die Stadt Köln kann in den
Fällen, wo es dem Eigentümer wirtschaftlich und baurechtlich zuzumuten
ist, verbindliche Baugebote verhängen und im schlimmsten Fall den
bauunwilligen Eigentümer gegen Entschädigung auch enteignen. Vorrang
hat nach der Rechtslage die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum. In
ganz hartnäckigen Fällen musste letztinstanzlich das
Bundesverwaltungsgericht das inzwischen verhängte Baugebot bestätigen.
Der schwierigste Fall im Umfeld der Severinsbrücke zog sich 17 Jahre in
die Länge, bis der Eigentümer nach verschiedenen juristischen Verfahren
und Zwangsgeldern schließlich das Grundstück verkaufte. Inzwischen hat
der neue Eigentümer darauf Wohnungen errichtet, wie das Presseamt
erläuterte.
Das „Baulückenprogramm“ der Stadt Köln liegt in den Händen des Amtes
für Stadtentwicklung und Statistik. Die Wohnungsnot 1990 und die
städtebaulich unbefriedigende Situation mit Kriegsruinen und nicht
wieder aufgebauten Haushälften oder Grundstücken waren die Gründe zur
Entwicklung dieses vom Stadtrat beschlossenen Programms, das damals mit
elf Mitarbeitern ausgestattet wurde. Das Grundkonzept sieht eine
umfassende Beratung und Aktivierung der Grundeigentümer „aus einer
Hand“ vor. Die inzwischen auf vier Mitarbeiter reduzierte Gruppe
besteht aus einem Architekten und Wohnungsspezialisten, die konkret
Nutzungskonzepte, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, architektonische
Hilfestellungen für das Grundstück entwickeln. Gemeinsam mit dem
Eigentümer werden Ideen konkretisiert und durchgeplant. Die
Hilfestellung geht von der Begleitung des Bauantrages bis hin zu Hilfen
bei notwendigen Räumungsarbeiten und während der Bauphase.
Die 3.000. Baulückenschließung in der Goltsteinstraße 2-25 in
Köln-Bayenthal hat ebenfalls eine jahrelange Vorgeschichte. Zahlreiche
Anschreiben, Beratungen, Erinnerungen, Abstimmungen mit Architekten und
Ämtern waren notwendig, bis die Lücke und das angrenzende Grundstück
mit einem ansprechenden Wohn- und Geschäftshaus bebaut werden konnte.
Hier entstehen nun zehn neue Wohnungen, davon zwei behindertengerecht
sowie ein Ladenlokal.

























