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24. 05. 2012
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Stadt lässt geschichtsträchtige Militärgebäude abreißen


15.12.2010 10:35 von:

Schlagwörter: Köln,Denkmalschutz,RVDL,Kaserne,Festung,Bauwens-Adenauer,Artillerie,Reithalle,Sc

(js) Der Abriss scheint unwiderruflich. Höchste Zeit, noch einmal auf die Zeit aufmerksam zu machen, als Kölns Deutschlands größte Festungsstadt war. Das dachte sich der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz Köln (RVDL) und erklärte die ehemalige Kaserne "Arnoldshöhe" an der Bonner Straße zum "Denkmal des Monats". "Hier wurde wieder eine Chance vertan, ein Stück Kölner Militär- und Architekturgeschichte zu sichern", bedauert Claus Hasenkamp vom Kölner RVDL-Vorstand. Er kann nicht verstehen, dass im Vorfeld nicht wenigstens eines der Gebäude oder Teile unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Die Kaserne "Arnoldshöhe" – damals eine von 25 in Köln – wurde 1911 auf damals noch freiem Feld gebaut. Sie war Teil des Festungsrings um die Stadt, mit dem ein Angriff des "Erzfeinds" Frankreich abgewehrt werden sollte. Der funktionale Bau zeichnet sich durch ein klassizistische Anleihen und eine strenge Fensterrhythmik aus. Von den ursprünglichen Walmdächern an den Enden des Baus ist nur noch das südliche erhalten, das nördliche wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört und durch einen Aufbau ersetzt.

Platz für 400 Soldaten

Untergebracht war hier ein Bataillon mit 400 Soldaten der sogenannten Fußartillerie. Jeweils 100 einer Batterie bewohnten die vier Etagen der Kaserne, je zehn in einer Stube. Sie konnten sogar einen gewissen Luxus genießen: Erstmals waren hier die Sanitäranlagen auf dem selben Flur untergebracht. Außerdem gab es auf dem Gelände ein Casino, bis dahin mussten die Soldaten auf ihren Stuben essen. Das Casino-Gebäude existiert schon lange nicht mehr. Für die höheren Ränge war eine "Offiziersspeiseanstalt" geplant, die allerdings nicht mehr umgesetzt wurde.

Daneben gab es an der Ecke Bonner Straße/Gaedestraße für die Offiziere zwei separate Familienhäuser mit sechs Wohnungen, die inzwischen privatisiert sind. Auch die Stallungen für die Pferde, die die Geschütze zogen, eine Reithalle und die ehemalige Schmiede stehen noch. Insgesamt sind damit sechs der ursprünglich neun Gebäude erhalten geblieben.

Bauwens-Adenauer-Gruppe will bauen

Nach 1918 übernahm die britische Besatzungsmacht die Anlage. 1926 plante die Stadt, im Kasernengebäude Sozialwohnungen einzurichten. 1936 zog die Wehrmacht ein, aus dieser Zeit stammen auch die zwei Adler am Eingang zur Bonner Straße. In den 50er Jahren wurde ein Teil als Firmengelände genutzt, Anfang der 1970er Jahre nutzte die Polizei den Komplex, bis zu ihrer Auflösung war hier auch die Reiterstaffel der Polizei untergebracht. Heute gehören die 4,5 Hektar der Bauwens-Adenauer-Gruppe und Corpus, der Immobilienbeteiligungsgesellschaft der Sparkasse KölnBonn. Nach dem Abriss aller Gebäude sollen hier Wohnungen entstehen. Die Bezirksvertretung hat dem bereits zugestimmt.







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