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24. 05. 2012
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Vermarktung der MesseCity läuft an


05.10.2009 13:36 von:

Schlagwörter: Köln,Messecity,Messe,Köln-Deutz,Ausschreibung,europaweit,Vermarktung,Vorgaben,Wi

Die Kölner MesseCity wird nach mehr als zwei Jahren intensiver Umplanungen jetzt in die entscheidende Phase eintauchen. Wie der Kölner Beigeordnete für Wirtschaft, Liegenschaften und (kommissarisch) Finanzen, Dr. Norbert Walter-Borjans, am heutigen Montag in einer Pressekonferenz erläuterte, will die Stadt mindestens 61 Millionen Euro mit dem Verkauf der Grundstücke erzielen. Allerdings stehen derzeit noch Verhandlungen mit der ehemaligen Bahntochter Aurelis (jetzt Hochtief-Konzern) an. Dabei geht es um ein 1,1 Hektar großes Grundstück nördlich der Bahntrasse. Insgesamt sollen die Verkaufserlöse inklusive der Grundstücke im südlichen Planungsbereich sowie durch Stellplatzablöse bei 71 Millionen Euro liegen.

Weil die Grundstücke ursprünglich unter der Maßgabe höherer Bauhöhen erworben wurden, musste die Stadt allerdings zwischenzeitlich Abschreibungen in zweistelliger Millionen Euro-Höhe vornehmen. Nach derzeitigem Kenntnisstand beträgt der haushaltsmäßige Verlust 31,96 Millionen Euro. Das betrifft das nördliche Entwicklungsgrundstück auf dem so genannten "Barmer Feld" sowie die südlich der Bahntrasse gelegene Fläche am Ottoplatz. Dort ist das Baufeld derzeit für einen maximal 60 Meter hohen Gebäudekomplex der ehemaligen Bayer-Tochter Lanxess reserviert. Zwar hält der Chemiekonzern weiterhin an einem Umzug von Leverkusen in die Domstadt fest. Aber ob die neue Lanxess-Zentrale tatsächlich auf diesem Grundstück östlich des Deutzer Bahnhofes errichtet wird, steht derzeit noch nicht fest. Walter-Borjans bestätigte aber nochmals die feste Umzugsabsicht des Unternehmens. Das habe ihm der Lanxess-Vorstandschef bei Gesprächen am vergangenen Wochenende ausdrücklich versichert.

"Wir sind mitten dabei, ein Stück weiterzukommen", umschreibt Walter-Borjans den gegenwärtigen Stand der Dinge. Bereits im März vergangenen Jahres hatte die Stadtverwaltung durch den Einspruch der UNESCO und die damit verbundenen notwendigen Planungsänderungen das Prozedere verabredet. Die Schwierigkeit lag für die Stadtverantwortlichen nun darin, sowohl die Vorgaben einer europaweiten Ausschreibung zu erfüllen, als auch zugleich den potenziellen Investoren und Bauherrn bei der konkreten Ausgestaltung größtmögliche Freiheiten zu geben. So hat die Stadt bei ihrer Ausschreibung darauf geachtet, lediglich den Rahmen zu setzen. Zwar steht in der dazugehörigen Broschüre etwas von 110.000 Quadratmetern Nutzfläche. Walter-Borjans ging in seinen Ausführungen jedoch von einer Gesamtnutzfläche zwischen 120.000 und 135.000 Quadratmetern aus. Die sind auch notwendig, schließlich errechnet sich das Mindestgebot in Höhe von 61 Millionen Euro für den nördlichen Ausbauschritt auf der Basis einer maximalen Nutzfläche von 135.000 Quadratmetern und einem Verkaufspreis von 450 Euro pro Quadratmeter. An zwei Stellen sollen die Gebäude 14 Stockwerke und eine Maximalhöhe von 60 Metern haben. Zur Deutz-Mülheimer-Straße sind zehn, ansonsten sieben Geschosse vorgesehen.

Pragmatismus bei Nutzungsvorgaben

Pragmatisch dagegen das Vorgehen in Sachen Musical. Zwar hatte der Stadtrat bereits vor Jahresfrist beschlossen, dass auf dem Areal der MesseCity ein Musical entstehen soll. Aber die beiden dafür geeigneten Betreiber haben bereits andere Standorte favorisiert. Um sich daher nicht unnötig selbst zu beschränken, will die Stadt auch andere Nutzungen zulassen, ohne das Gesamtprojekt zu gefährden. Einziger Nachteil für den ansonsten sehr diskussionsfreudigen Kölner Stadtrat: Die politischen Gremien haben mit ihrer Zustimmung zu dem Prozedere ihre Einflussmöglichkeiten, zum Beispiel durch einen Architektenwettbewerb, weitestgehend abgegeben. Zwar hat die Stadt in dem nun folgenden Wwettbewerb die Chance, zwei der fünf vorgesehenen Architekten zu benennen. Der potenzielle Investor darf jedoch drei Architekten zum Wettbewerb einladen und hat zugleich auch die Entscheidung, was auf den Grundstücken entstehen wird. Eine im Mai dieses Jahres getroffene Neuregelung des Bundesgesetzgebers zur Abschwächung der europaweiten Ausschreibungsverpflichtung will die Stadt indes nicht abwarten. Seit dem OLG-Urteil vom 13. Juni 2007 ist klar, dass die Vorgaben des Europarechts bei städtebaulichen und architektonischen Vorgaben den Fall eines öffentlichen Auftrags annimmt und der muss europaweit ausgeschrieben werden. "Nach den Kranhäusern, die unter internationalen Investoren für Aufsehen sorgten, muss es nun weitergehen. Wir haben die große Chance, mit der MesseCity erneut ein solches sichtbares Bild zu erzeugen", stellte Walter-Borjans klar. Auf der seit dem heutigen Montag stattfindenden Gewerbeimmobilienmesse Exporeal in München (Walter-Borjans: "Schaulaufen der Standorte") wird die Stadt gleich die Gelegenheit haben, dieses Projekt der interessierten Fachöffentlichkeit vorzustellen. Die Ausschreibungsfrist läuft noch bis zum 2. November dieses Jahres. Dann müssen potenzielle Investoren ihre Angebote abgegeben haben, hieß es dazu weiter. Walter-Borjans, zugleich kommissarischer Kämmerer der Stadt, zeigte sich optimistisch, mit der MesseCity neue Gewerbesteuerzahler an den Standort Köln zu binden. Nicht nur Einsparungen, auch an Neuansiedlungen müsse man denken, so das Argument des Beigeordneten.







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