24. 05. 2012
Seite drucken
GAG erweitert Vorstand und stellt Investitionsprogramm vor
Kathrin Möller (44) hat zum neuen Jahr als dritter Vorstand ihre Arbeit im neuen Vorstand des Kölner Wohnungskonzerns GAG Immobilien AG aufgenommen. Diese Hilfe wird auch bitter notwendig sein, denn das Unternehmen wird in den kommenden Jahren seine massiven Investitionen in die Sanierung des eigenen Bestandes mit nahezu unveränderter Intensität fortsetzen. Rund eine Milliarde Euro beträgt eigenen Aussagen zufolge das Investitionsvolumen in den kommenden sieben Jahren. Aber schon jetzt wird die neue Vorstandsfrau in dem Kölner Wohnungskonzern viel zu tun haben. Bis 2013 sollen insgesamt 10.000 Wohneinheiten aus dem eigenen Bestand ertüchtigt werden. Zu den Investitionen zählen auch Neubauvorhaben, um die Bestandsverluste aus dem Programm "Mieter werden Eigentümer" auszugleichen, wie die Verantwortlichen betonten.
"Wie die aktuelle Bevölkerungsprognose der Stadt Köln und die Forderungen des Wohnungsgesamtplanes vorgeben, wird sich die Nachfrage insbesondere nach preisgünstigem, aber qualitativ hochwertigem Wohnraum kontinuierlich erhöhen", erklärte der Chef des GAG-Aufsichtsrates Jochen Ott (SPD). Bereits in der Vergangenheit hatten die beiden GAG-Vorstände Günter Ott und Uwe Eichner die Geschäfte des größten Wohnungseigentümers in Köln alleine gemanagt, klagten aber über die hohe Arbeitsbelastung und fehlende Kapazitäten. Schließlich hatte der Konzern bereits in den zurückliegenden Jahren damit begonnen, den über 40.000 Wohneinheiten umfassenden Wohnungsbestand sukzessive zu sanieren und instand zu setzen.
Angesichts der Finanzkrise zeichnet sich zudem ab, dass insbesondere Finanzvorstand Eichner immer häufiger um Kredite der Banken kämpfen muss. Die verlangten seiner Aussage nach immer höhere Sicherheiten für ihr Kapital. Mit Möller zieht eine ausgewiesene Fachfrau in das Führungsgremium der Kölner Wohnungsgesellschaft, wie die Verantwortlichen betonten. Die 44-Jährige hatte sich in einem bundesweiten Verfahren gegen ihre Kontrahenten durchsetzen können.
Zu den anstehenden Großprojekten gehören die Neubaumaßnahmen in Müngersdorf (Dansweiler Weg), Ehrenfeld (Grüner Weg) und Vingst (Langendahler Weg). Das größte Einzelprojekt ist allerdings die Wohnsiedlung in Köln-Kalk. Dort sollen insgesamt 1100 Wohneinheiten mit einer Gesamtnutzfläche von 55.000 Quadratmeter umfassend modernisiert werden. Alleine hier soll das Investitionsvolumen bei 45 bis 50 Millionen Euro liegen, wie der Vorstand erklärte. Möller wiederum, die bereits in Köln wohnt und zuvor in Bremen am Aufbau der dortigen städtischen Wohnungsgesellschaft maßgeblichen Anteil hatte, bestätigte den guten Ruf und die Herausforderung als Hauptgrund für ihren Wechsel. Mit ihr zieht die einzige Frau in den Vorstand einer Wohnungsbaugesellschaft ein, die es in Deutschland gibt. Die Branche ist ansonsten fest in Männerhand.

























