24. 05. 2012
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GAG mit neuem Finanzvorstand und großen Plänen in 2007
Gleichzeitig will man die Arbeit in den Sozialräumen mit dem Konzept
der Stadtverwaltung synchronisieren, wie der neue zweiköpfige Vorstand
ausführte. Auch der Vertrag mit Günther Ott wurde auf der letzten
Sitzung des Aufsichtsrates um fünf weitere Jahre verlängert. Neu im
Vorstand ist seit 1. Februar dieses Jahres der Wohnungs- und
Finanzexperte Uwe Eichner (43). Der Aufsichtsrat stellte sich auf
seiner letzten Sitzung geschlossen hinter sein Führungsteam, betonte
deren Vorsitzender Jochen Ott (SPD).
In den vergangenen Jahren hat die GAG seine Investitionen
kontinuierlich erhöht, von rund 130 Millionen Euro im Jahr 2005 über
rund 160 in 2006 auf nun fast 200 Millionen Euro. Doch Zeit zum
Ausruhen wird es auch nach Abarbeiten des immer noch vorhandenen
Sanierungstaus nicht geben. Nachdem die GAG ihre sanierungsbedürftigen
Bestände aus den 20er, 50er und 60er Jahren saniert, modernisiert oder
ersetzt hat, wird sie sich ab 2015 den Grubo-Beständen aus den 70er
Jahren zuwenden müssen. Von der genannten Investitionssumme (knapp 200
Millionen Euro) soll vor allem das lokale Handwerk profitieren, 80
Prozent der Investitionssumme wird an Handwerksbetriebe aus der Region
vergeben, versicherte GAG-Vorstand Ott weiter.
Aber auch das Bauträgergeschäft, ergänzt sein Vorstandskollege Eichner,
soll im kommenden Jahr weiter wachsen. Nach einem Veräußerungsvolumen
in Höhe von 19,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr soll es in diesem
Jahr auf 24,3 Millionen Euro ansteigen. Dabei übernimmt die GAG auch
einen Teil der neu gebauten Wohngebäude in den eigenen Bestand, wie
Eichner weiter ausführte. In jedem Fall kann die GAG die gesamte
Palette unterschiedlicher Wohntypen – vom Eigenheim, über
Gemeinschaftswohnanlagen bis hin zum Mehrfamilienhaus – anbieten.
Landesweit geht das Geschäftsvolumen mit Bauträgergeschäften eher
zurück, wie Eichner berichtet. „Und für Eigenheime als Mietobjekte
scheint tatsächlich einen Markt zu geben. Auf dem Madaus-Gelände haben
wir es ausprobiert und die Häuser waren innerhalb kurzer Zeit alle
vermietet“, bestätigt Günther Ott.
Soziale Verantwortung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft
Hinter der Bestandspflege und den baulichen Maßnahmen und Investitionen
liegt den Verantwortlichen auch die soziale Komponente am Herzen. Und
hier hat die GAG in der Vergangenheit bereits umfangreiche Maßnahme in
die Wege geleitet. Ob Spielplatzpatenschaften, Architektenwettbewerbe
oder Praktika-Vermittlung, die GAG ist vielfältig engagiert, wie
Aufsichtsrat Jochen Ott erklärte. Das dies wiederum zu einer höheren
Vermietungsquote und damit zu mehr Rentabilität führt, wollte er indes
nicht verschweigen. Gerade durch ihren Wohnungsbestand in Stadtteilen
mit problematischer Sozialstruktur ist es auch ein Anliegen des
städtischen Wohnungsbauunternehmens, Vandalismus in den eigenen
Siedlungen entgegen zu wirken. Die Übertragung von Verantwortung an
lokale Partner sei daher fester Bestandteil des sozialen Aspekts in der
GAG-Unternehmens, wie Jochen Ott weiter betonte.
Als praktisches Beispiel nannte Günther Ott die Patenschaften in der
Siedlung Bocklemünd. Ott berichtete davon, dass die Schäden durch
Vandalismus rapide abgenommen haben, nachdem Anwohner die Verantwortung
z.B. für die Pflege von Blumenbeeten übernommen hatten. Auch Kunst
wolle man in die Stadtviertel tragen, um damit Menschen zu erreichen,
„die niemals ein Museum besuchen würden“, wie der GAG-Vorstand
erläuterte.
Großprojekte mit innovativen Ansätzen
Mehrere Großprojekte werden in naher Zukunft anlaufen. Eines der
größten ist sicher die Sanierung der GAG-Bestände in Köln-Vingst. Bis
2011 will man alleine in diesem Stadtteil rund 200 Millionen Euro
verbauen. Durch eine umweltgerechte Modernisierung will das Unternehmen
alleine mit dieser Siedlung den jährlichen Ausstoß von Kohlendioxid um
rund 6800 Tonnen reduzieren. Aber auch in Ostheim, Müngersdorf, Riehl,
Niehl, Merheim oder Stammheim stehen Großprojekte bevor oder befinden
sich bereits in der Realisierung. Gerade in älteren Gebäuden, die zudem
häufig mit Strom beheizt werden, führe die zuletzt stark gestiegenen
Energiekosten zu zusätzlichen Belastungen für die Mieter. Am Beispiel
der Siedlung im Kölner Westend erläuterte GAG-Vorstand Ott, wie sich
das sogar bei steigender Grundmiete für die Bewohner rechnen kann.
Kostete bisher die umgelegten Heizkosten pro Quadratmeter Wohnfläche im
Monat 2,97 Euro, so kann die Modernisierung der Heizung (Solar,
Holzpellet) zusammen mit umfassenden Wärmedämm-Maßnahmen schließlich zu
einer Absenkung der Heizkosten auf 0,21 Euro pro Quadratmeter und Monat
führen. Gleichzeitig will das Unternehmen nach Abschluss der
Modernisierung die Grundmieten um durchschnittlich rund 1,50 Euro pro
Quadratmeter und Monat anheben, unterm Strich ein Gewinn für die
Mieter, wie der Vorstand abschließend vorrechnet.

























