24. 05. 2012
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Günter Ott ist nicht mehr GAG-Vorstand
Günter Ott ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr Vorstand der stadtnahen GAG Immobilien AG. Der Aufsichtsrat und Ott einigten sich auf der heutigen Sitzung einvernehmlich darauf, den Dienstvertrag zu beenden. Ott war zuletzt innerhalb des dreiköpfigen GAG-Vorstandes zuständig für das Vorstandsressort Immobilienbewirtschaftung. Ott hat damit die Verantwortung für Mehrkosten übernommen, die im Zusammenhang mit dem Umbau des ehemaligen Stammsitzes des Unternehmens am Kölner Heumarkt stehen. Mitte dieser Woche wurden entsprechende Vorwürfe publik. Nach Informationen Kölner Lokalmedien beliefen sich die Kosten für den Umbau auf acht statt der ursprünglich kalkulierten vier Millionen Euro. Noch vor wenigen Tagen wolle sich der Aufsichtsrat nicht zur Angelegenheit äußern. Man wolle das Ansehen des Vorstandes nicht beschädigen, so die Begründung für die Zurückhaltung.
Nach dem Umzug der Hauptgeschäftsstelle in den Braunsfelder Technologiepark im Jahr 2006 wurde die alte Zentrale am nördlichen Ende des Heumarktes umgebaut. Mit dem Restaurant "Zwölf Apostel" im Erdgeschoss sowie einem Boarding-Haus sollte zugleich auch die Nutzung der Immobilie geändert werden. Das Gebäude selbst blieb allerdings im Besitz der Wohnungsgesellschaft, die Geschäftsstelle Innenstadt ist dort auch weiterhin ansässig. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Sache geprüft und kam offenbar zu dem Ergebnis, dass der langjährige Vorstand das Wohl der Gesellschaft nicht ausreichend im Blick gehabt habe. Ott, der nach dem Ausscheiden des ehemaligen GAG-Chef Burkhard von der Mühlen den städtischen Wohnungskonzern mit seinen über 40.000 Wohnungen sogar eine Zeit lang – nicht ohne Erfolg – alleine vorstand, zieht damit die Konsequenz aus der Angelegenheit.
Ott hatte sich während seiner Amtszeit vehement gegen eine Privatisierung der Wohnungsgesellschaft gewehrt. Er stellte sich damit gegen Teile der CDU, die ihn für den Vorstandsposten vorgeschlagen hatte. In den vergangenen Jahren intensivierte der Konzern unter der Federführung Otts sein Investitions- und Modernisierungsprogramm. In den vergangenen beiden Jahren erreichte das jährliche Investitionsvolumen mit bis zu 170 Millionen Euro pro Jahr einen vorläufigen Höhepunkt. Große Wohnanlagen, wie beispielsweise in den Stadtteilen Bickendorf, Vingst, Ostheim oder Braunsfeld sind bereits umgebaut oder werden derzeit fertig gestellt. Ott prägte dabei den Begriff der "sozialen Rendite", der den Blick auf die sozialen Verhältnisse weg von der reinen Renditeorientierung lenkte.

























