24. 05. 2012
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Köln-Frankfurter Partnerschaft für günstigen Wohnraum
In den bewaldeten Hängen des Teutoburger Waldes im schönen Lipperland liegt die Gemeinde Oerlinghausen. Die in Köln ansässige DEPA Deutsche Erbpacht und der Frankfurter Projektentwickler Priwo Immobilien GmbH hat hier ein neues Wohnprojekt auf Erbpachtbasis realisiert. Bei diesem Geschäftsmodell sollen die angebotenen Immobilien zwischen 14.900 und 24.900 Euro kosten und auch ohne Eigenkapital finanzierbar sein. Auch für Kapitalanleger bieten beide Unternehmen gute Aussichten auf Rendite, bis zu zehn Prozent versprechen die beiden Unternehmen. Insgesamt wollen sie 50 dieser Wohnungen an den Mann bringen, teilten beide Unternehmen am heutigen Donnerstag in einer Presseerklärung mit. Die Lösung für die Realisierung derart günstiger Eigentumswohnungen liegt in der Revitalisierung einer Bestandsimmobilie auf Basis des Erbpachtmodells. Dabei erwerben die Käufer nur die Immobilie, für das darunter liegende Grundstück zahlen die Immobilienbesitzer einen Erbpachtzins. In der Regel sind die Immobilien damit zu deutlich günstigeren Preisen zu haben, so das Verkaufsargument.
Erbbaurecht – Alter Wein in neuen Schläuchen?
Das Geschäftsmodell selbst ist keineswegs neu. Schon einmal hat ein Kölner Unternehmen mit diesem Vermarktungsmodell Erfolge feiern können. Die Vivacon AG erreichte im Jahr 2006 als börsennotierte Aktiengesellschaft sogar einen Kapitalmarktwert von fast einer Milliarde Euro, ehe aufgrund von Fehlkalkulationen wieder zu seinen ursprünglichen Höhen zurückfiel. Nach mehreren Vergleichen und Bestandsverkäufen ist das Unternehmen mit Sitz am Rheinauhafen gerade mal etwas mehr als 15 Millionen Euro wert. Dabei hat das Modell des Erbbaurechts durchaus gewaltige Vorteile. Vor allem in Städten mit überdurchschnittlich hohen Grundstückspreisen bietet das Modell dank seiner um den Grundstücksanteil reduzierten Kaufpreis deutlich günstigere Kaufpreise und damit die Chance für so genannte Schwellenhaushalte auf Wohneigentum "Die monatliche Kostenbelastung für die neuen Eigentümer ist nämlich geringer als bei den bisherigen Mietern. Das gilt selbst dann, wenn kein Eigenkapital vorhanden ist", erklärte Priwo-Geschäftsführer Martin Goetz: Im Fall des Wohnungsprojekts im Teutoburger Wald liegen die Erbpachtzinsen in einer Spanne zwischen 1,02 und 1,20 Euro pro Quadratmeter. Für die Eigentumswohnungen ergeben sich damit monatliche Belastungen zwischen 55 und 80 Euro. Damit ist der Kauf einer Immobilie in diesem Fall sogar günstiger als die Anmietung, wie die Verantwortlichen vorrechnen.
Comeback eines Geschäftsmodells
Auch für Kapitalanleger bietet das Modell gute Konditionen. Steuervorteile und attraktive Renditen von bis zu zehn Prozent sollen in diesem ersten Projekt der beiden Partner möglich machen. So können die anfallenden Erbbauzinsen in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Die Wohnungen sind zwischen 43 und 80 Quadratmeter groß, lassen sich aber auch bei Bedarf miteinander verbinden. Das Projekt der beiden Partnerunternehmen soll weitere Nachfolger finden, für die beiden Kooperationspartner ist das Projekt in Oerlinghausen nur der Beginn einer längerfristig ausgerichteten Partnerschaft. Und für einen der drei Geschäftsführer der Deutschen Erbpacht bedeutet der Start des Kölner Unternehmens die Rückkehr ins operative Geschäft. Mit Erbbaurechts-Modellen kennt sich DEPA-Geschäftsführer Timo Herbrandt bestens aus, schließlich hatte er als ehemaliger Vivacon-Vorstand zusammen mit seinem ehemaligen Studienfreund Marc Leffin das Kölner Immobilienunternehmen zu einem echten Erfolgsmodell gemacht. Zusammen mit Ulrich Schmidt und Frank Zweigner ist der Immobilienexperte nun wieder in sein angestammtes Metier zurückgekehrt. Die verbindung zur Frankfurter Priwo Immobilien macht überdies Sinn. Während das Frankfurter Unternehmen sich auf die Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände spezialisiert hat, kümmert sich der Kölner Partner um die Bestellung des Erbbaurechts und die anschließende Vermarktung der Wohneinheiten.

























