24. 05. 2012
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Vivacon AG privatisiert kommunale Wohnungsbestände in Salzgitter
Wie das börsennotierte Unternehmen am heutigen Freitag bekannt gab,
soll die über Erbbaurechte funktionierende Lösung durch den günstigeren
Kaufpreis für Mieter besonders sozialverträglich sein.
Der Wohnungsbestand umfasst eine Gesamtfläche von rund 62.000
Quadratmetern, heißt es in der Meldung weiter. Die Vermarktung der
kommunalen Bestände ist eine Fortsetzung einer bereits im Sommer dieses
Jahres begonnenen Partnerschaft mit der Stadt Salzgitter. Damals
übernahm das Kölner Unternehmen 126 Wohnungen der kommunalen Salzgitter
Wohnbau, um sie nach Bestellung eines Erbbaurechts den Mietern „so
kostengünstig anbieten (zu) können, dass alle Wohnungen innerhalb von
nur acht Wochen verkauft wurden“, wie Vivacon-Vorstand Timo Herbrand
erläuterte.
Nicht ganz die Hälfte der Wohnungen geht an die Mieter
Im vorliegenden Fall funktionierte das gleiche Prinzip. Die Vivacon als
Geber des Erbbaurechts veräußerte einen Teil des Bestandes (474
Wohneinheiten) an einen Privatinvestor. Der hat nach Angaben des
Verkäufers seinen Willen bekundet, dem Vorbild des Kölner Unternehmens
die Wohnungen zu einem günstigen Kaufpreis den Mietern anzubieten.
Allerdings wird nur ein Teil der Wohnungen tatsächlich provatisiert,
der etwas größere Anteil, weitere 555 Wohn- sowie vier Gewerbeeinheiten
- wurden zusätzlich an private Kapitalanleger veräußert, so Herbrand.
Prinzip Erbbaurecht
Der Geber eines Erbbaurechts bleibt auch nach der Veräußerung der
einzelnen Objekte Eigentümer des Grundstücks. Die üblichen Erbbauzeiten
liegen bei 99 Jahren, können aber ein Einzelfällen auch bis zu 198
Jahren laufen. Durch den Wegfall des Grundstücksanteils am Kaufpreis
seiner Immobilie ergeben sich deutliche Einsparungen. Im Gegenzug
verpflichtet sich der Eigentümer der Erbbauobjekte zur Zahlung eines
Erbbauzinses. Vivacon AG sieht die Erbbaurechtslösung als Konzept für
eine sozialverträgliche Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände an
Mieter oder Kapitalanleger. Dem Vorbild Salzgitter sollen bald weitere
deutsche Städte folgen. Auch im Ausland möchte das Unternehmen mit
diesem Konzept Märkte erschließen und damit seine Expansion fortsetzen.
Mit Osteuropa sei man dazu bereits in Gesprächen, verriet der
Vivacon-Vorstand abschließend.

























