24. 05. 2012
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Vivacon steht vor dem Abgrund
Die Immobilienaktiengesellschaft Vivacon AG befindet sich in einem finanziellen Engpass. Nachdem das Unternehmen am Freitag vergangener Woche meldete, dass man sich in einer akuten Liquiditätskrise befindet, wird nun langsam das ganze Ausmaß der Krise sichtbar. 116 Millionen Euro an frischem Kapital werde alleine für dieses Jahr benötigt, teilte Vivacon-Vorstandschef Eckhard Rodemer der Börsen-Zeitung mit. Derzeit befinde sich der Vorstand des börsennotierten Unternehmen, das erst vor etwas mehr als einem halben Jahr in sein neues Domizil am Kölner Rheinauhafen umgezogen ist. In Schwierigkeiten brachte das Unternehmen vor allem die derzeitige Marktlage. So man bereits 2007 Immobilienportfolios erworben, die über kurzlaufende Immobilienkredite finanziert wurden. Obwohl für den kurzfristigen Weiterverkauf angedacht, befinden sich Teile dieser Bestände noch immer im Portfolio. Aufgrund der derzeitigen Marktlage gestalte sich die Vermarktung des eigenen Immobilienbestandes ohnehin derzeit als schwierig, wie das Unternehmen weiter einräumen musste.
Bereits am Freitag wurde bekannt, dass man zur Sicherung der Liquidität des Unternehmen über umfangreiche Sanierungskonzepte nachdenke. Zugleich soll mit den Gläubigerbanken über "Stundungsvereinbarungen und die Möglichkeit eines außergerichtlichen Sanierungskonzeptes" verhandelt werden, hieß es in der Ad-hoc-Mitteilung weiter. Dabei kündigte das Unternehmen zugleich eine Reduzierung des Vorstandes von drei auf zwei Personen an. So scheidet Vivacon-Vorstand Frank Zweigner mit sofortiger Wirkung aus dem Leitungsgremium aus. Das besteht künftig nur noch aus dem Vorsitzenden Eckhard Rodemer und Michael Ries. Auch im Aufsichtsrat wurde eine Stelle gekürzt. Zudem will das Unternehmen vom Prime in den so genannten General Standard der Börse wechseln. Der Grund hierfür liegt darin begründet, dass das Unternehmen zukünftig keine Quartalsberichte sondern lediglich Zwischenmitteilungen nach § 37 Wertpapierhandelsgesetz herausgeben will.
Die Aktiengesellschaft hält derzeit einen Bestand von rund 10.000 Immobilien, zumeist wohngenutzt. Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr sind bislang noch nicht publiziert worden. Experten schätzen jedoch, dass der Konzern im vergangenen Jahr um die 170 Millionen Euro an Verlusten eingefahren hat. Die derzeitige Liquidität reiche noch für rund vier Wochen, hieß es dazu abschließend.

























