24. 05. 2012
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2000 Mieter wurden Eigentümer
Marion und Dirk Dickel sind ganz normale Mieter in der GAG-Siedlung Gelsenkirchener Straße im Kölner Stadtteil Niehl. Die vierköpfige Familie, die seit längerem in der Wohnung zusammenlebte, ist der 2000. Mieter, der zum Eigentümer wurde. Im Sommer 2004 hatte die stadtnahe Immobiliengesellschaft GAG Immobilien AG das Privatisierungsprogramm gestartet. Inzwischen hat das Programm die Zahl von 2000 erreicht. Neben der persönlichen und privaten Altersvorsorge zeigt die behutsame Privatisierung von Bestandsimmobilien an Mieter, die schon in dem Viertel wohnen, auch weit jenseits der eigenen Wohnungstür positive Wirkungen. "Das Programm wirkt sich positiv auf die Bewohnerstrukturen in den GAG-Siedlungen aus", hieß es dazu aus dem Unternehmen.
Ein weiterer Aspekt ist durchaus auch politisch gewollt. Es geht um die Erhöhung der so genannten Wohneigentumsquote. In Gesamtdeutschland liegt sie trotz kontinuierlicher Steigerung immer noch weit unterhalb der 50-Prozent-Marke. In Großstädten wie Köln ist dieser Wert ohnehin noch um Einiges niedriger. Bei der Privatisierung von Bestandswohnungen an Mieter helfen unter anderem auch die stadtweit elf Geschäftsstellen sowie die GAG-Zentrale mit Service-Mitarbeitern. Im alltäglichen Verhältnis ändert sich hingegen nichts. Die ehemaligen Mieter und jetzigen Eigentümer bleiben weiterhin am angestammten Platz. "Eine Erhöhung der Eigentumsquote erhöht auch die Umfeldstabilisierung und steigert die Eigenverantwortung für das Veedel", erklärte GAG-Vorstand Sybille Wegerich.
Besonders stolz sind die Initiatoren auf die günstigen Konditionen des Eigentümerwechsels. Im Durchschnitt der bisher privatisierten Wohnungen lagen die Kaufpreise bei rund 1400 Euro pro Quadratmeter. In der Regel belaufen sich die Kosten für Zinsen und Tilgung in etwa auf dem Niveau der bisherigen Mieter. Im Laufe der Zeit nimmt die Höhe der Zahlungen allerdings ab statt zu wie bei den Wohnungsmieten, warb Wegerich weiter. Außerdem stellte das Unternehmen im Vorfeld des Eigentümerwechsels umfangreiche Prüfungen der Gebäudesubstanz und Wohnungsqualität. "Der Erwerb bei der GAG ist eben keine Gleichung mit vielen Unbekannten", weiß die Immobilienfachfrau. Um auch weiterhin entsprechende Wohnungen bereit zu stellen, ist das Unternehmen stets auf der Suche nach neuen Immobilienportfolios, die sich für eine solche Maßnahme eignen. So soll ein "Substanzverzehr" verhindert werden.
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