24. 05. 2012
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Das Dreigestirn im Rheinauhafen
(is) "Ich schaue auch selbst etwas neidisch hierin. Ich hätte gerne das Büro des OB hier platziert", begeisterte sich Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters bei seiner Richtfest-Rede für das letzte der drei Kranhäuser. Das nördlichste der prägnanten Bauten feierte gestern mit einem großen Event den offiziellen Abschluss der Rohbauarbeiten. Eingeladen hatte die Pandion AG in den 14. Stock der 60 Meter hohen Immobilie, deren Aufzug gerade erst fertig gestellt wurde. Mit seiner Lage bietet dieses Kranhaus in unmittelbarer Nähe der Severinsbrücke den spektakulärsten Blick auf den Dom, den Rhein und die Stadt. So kommt es nicht von ungefähr, dass knapp ein Jahr vor der für Herbst 2010 geplanten Fertigstellung bereits 95 Prozent der 133 exklusiven Wohnungen verkauft sind. Der bekannteste neue Wohnungsbesitzer ist der Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski, wie Reinhold Knodel, Inhaber der Projektentwicklungfirma Pandion AG wissen ließ. Die Pandion hatte zuvor das Projekt "Siebengebirge" in den alten Speicherhäusern im Rheinauhafen, wo sie inzwischen auch selbst ihren Firmensitz hat, abgewickelt.
In seiner Rede erzählte der Unternehmer, wie es zu dem neuerlichen Projekt Kranhaus gekommen ist und mit welchen Gerüchten er sich während der Bauzeit bereits herumschlagen musste. "Baustopp ist ein Klassiker", sagte Knodel, der betonte, dass es den nie gegeben hatte. Besonders überrascht hatte ihn das Gerücht, der Kauf der Wohnung durch den Fußballstar sei nur ein Marketing-Gag. "Auf so eine tolle Idee wäre ich selbst gar nicht gekommen", schmunzelte der gewiefte Bauherr, der sich selbst nicht als Visionär bezeichnet wissen will. Er hätte einfach nur gehandelt, als er gefragt wurde, ob er sich an dem neuen Kranhaus-Projekt beteiligen wolle. Und er habe es einfach weiter durchgezogen, nachdem der Impulsgeber zwei Stunden vor dem Notartermin abgesprungen war.
Da sich keine Baufirma für die Komplettübernahme des Baus finden ließ, baute die Pandion, die bereits ihr nächstes Projekt "Belvedere" in Müngersdorf in Angriff genommen hat, das 40 Millionen teure Kranhaus in Einzelvergabe. "Der Rohbau ist das einzig schwierige an dem Projekt", sagte Knodel, dem vier Banken ihre Finanzierungszusage erteilten. Nach Erwerb des Grundstückes von der Häfen und Güterverkehr Köln AG im November 2006 startete der Vertrieb Mitte 2007. Am 8. August 2007 wurde bereits die erste Wohnung verkauft, der Bau startete im Juli 2008. Finanziert wurde das Ganze mit nur zehn Prozent Eigenkapitalanteil letztlich von der Euro-Hypo.
Über die Fertigstellung des Rohbaus freute sich auch Stararchitekt Hadi Teherani: "Kein Mensch wollte glauben, dass diese Kranhäuser je gebaut werden", sagte Teherani. Er erzählte, dass die Kranhäuser den historischen Lastenkränen im Hafen nachempfunden seien. Heute bereits gelten sie als Wahrzeichen des Rheinauhafens. Das nördlichste Kranhaus wird bis auf das Erdgeschoss nur zu Wohnzwecken genutzt. Die Wohnungsgrößen von 60 bis 280 Quadratmeter gibt es in den 16 Stockwerken zu einem Quadratmeterpreis ab 4200 Euro, was ein Verkaufsvolumen von 76 Millionen Euro ausmacht. Zu der Konzeption gehört ein exklusives Service-Angebot, das unter anderem einen Empfangsservice im Erdgeschoss beinhaltet.
Von den 400 beim Richtfest anwesenden Gästen waren ein Großteil Eigentümer, aber auch am Bau beteiligte Unternehmen und Investoren. Die wurden bereits in der Tiefgarage mit einem Porsche-Shuttle zum entsprechenden Ausgang gefahren und liefen im Eingangsbereich des Kranhauses über einen roten Teppich, bevor sie mit einem Glühwein in der Hand in die 14. Etage geleitet wurden. Dort erwartete sie eine mit Kronleuchtern erhellte Garderobe. Der Rohbau hatte sich für diesen Tag in ein Event-Loft verwandelt, in dem die Gäste bei Live-Musik mit Köstlichkeiten wie zwei Spanferkeln vom Grill, Steaks und allerlei deftigen wie süßen Leckereien verwöhnt wurden. Der spektakuläre Blick auf den Dom tat sein Übriges zum Genuss der Veranstaltung, die zum Schluss noch einmal versüßt wurde. Am Ausgang gab’s eine Wegzehrung in Form von erlesenen Pralinen. Die machten Geschmack auf mehr – sowohl auf Schokolade wie auch auf das Kranhaus.

























