24. 05. 2012
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Drei Jahre lang war sie ein Ärgernis, die Baustelle an der Salmstraße 70-72. Nun hat die mehrheitlich in städtischem Besitz befindliche GAG Immobilien AG die Bauruine im Kölner Stadtteil Poll vom Bauherrn, der Firma F.A.L. Immobilien, übernommen.
Wie die GAG-Pressestelle am heutigen Dienstag mitteilte, will das
städtische Immobilienunternehmen den Bau von Mietwohnungen wieder
aufnehmen und zu Ende bringen. „Wir haben den Ankaufbeschluss getätigt,
um den Missstand in Poll endlich zu beseitigen. Es ist ein Skandal,
dass hierüber ein Zeitraum von zwei Jahren vergehen musste“, erklärte
der Vorsitzende des GAG-Aufsichtsrates Jochen Ott (SPD) nach der
heutigen Sitzung des Kontrollgremiums. Der private Bauträger hatte bis
zuletzt versprochen, einen Weg aus der eigenen finanziellen Misere zu
finden, um das Bauvorhaben fortzusetzen.
Auf Drängen der Stadt hat sich der private Investor schließlich Anfang
Juli dieses Jahres mit dem Vertreter des Wohnversorgungsbetriebs, dem
Vorstand der GAG und den Gläubigern zusammengesetzt und eine Lösung
erarbeitet. Außerdem wird die Stadt Köln mit ihrem
Wohnversorgungsbetrieb eine Anmietverpflichtung für die geplanten 26
Wohnungen gegenüber der GAG abgeben und zudem weitere drei Häuser, die
auf einem zweiten Grundstück neben der Baustelle entstehen können, mit
nochmals 18 Wohnungen, pauschal anmieten. Zu diesem Zweck wird die GAG
zusätzlich zu dem Ruinengrundstück ein weiteres angrenzendes und
derzeit noch im städtischen Besitz befindliche, unbebaute Grundstück in
der Größe von 3.530 Quadratmeter ankaufen und bebauen.
„Wenn alle Gebäude stehen, hat Poll weitere 7 Häuser mit 44 Wohnungen
und mit einer Mietwohnfläche von 3.497 qm“, so GAG-Vorstand Günter Ott.
Gemeinsam mit Michael Schleicher vom Wohnversorgungsbetrieb der Stadt
Köln (WVB) wurde die Strategie zum Ankauf der Objekte entwickelt. Der
WVB sicherte der GAG die Anmietung der Häuser auf 20 Jahre zu. „Für den
WVB entstehen hier Wohnungen im Rahmen eines Versorgungsgefüges mit
preiswerten öffentlich geförderten Mieten von 4,80 Euro pro
Quadratmeter zuzüglich Heiz- und Betriebskosten, auf die die Stadt
dringend angewiesen ist und insbesondere für die Poller Bürger ein
ortnahes Angebot schafft“, erklärte Schleicher.
Die Stadt Köln hat das betroffene Grundstück im Jahre 2003 an einen
privaten Bauträger verkauft, mit der Verpflichtung, auf der über 4.900
Quadratmeter großen Grundstücksfläche insgesamt vier Häuser mit 26
öffentlich geförderten Wohnungen und 25 PKW-Stellplätzen zu errichten.
Nach Baubeginn im Jahre 2004 geriet der Bauträger in Zahlungsprobleme
und ließ die Objekte in Poll sehr zum Ärger der Poller Bürger
verwahrlosen.

























