24. 05. 2012
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GAG gewinnt Anerkennungspreis für Demenz WG
Die Kölner Wohnungsgesellschaft hat erneut eine Auszeichnung für ihre Aktivitäten erhalten. Wie das stadtnahe Immobilienunternehmen am gestrigen Dienstagabend in einer Pressemitteilung bekannt gab, ist die in Bickendorf eingerichtete Wohngemeinschaft für Demenzkranke mit dem Anerkennungspreis der Erich und Lieselotte Gradmann-Stiftung gewürdigt worden. Die Auszeichnung erging in der Kategorie “Ambulante Wohngruppen” für die WG “Zum Rosengärtchen”. Die Preisverleihung fand im Rahmen des sechsten Gradmann Kolloquiums in Stuttgart statt. „Das Projekt ist ein Beispiel dafür, dass Wohnungsunternehmen, die ihren Auftrag nicht nur in der Erstellung und Vermietung von Wohnraum sehen, sondern auch auf die soziale Situation ihrer Mieter reagieren, wichtige Partner bei der Entwicklung neuer Wohnformen für Menschen mit Demenz sein können", begründete die Jury ihre Entscheidung. Für das Projekt gab es ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro, für das stadtnahe Wohnungsunternehmen mit seinem Immobilienbestand von knapp 42.000 Wohnungen eher eine symbolische Summe.
So ist es auch weniger das Preisgeld, sondern mehr die erneute Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten der mit Abstand größten Wohnungsgesellschaft in der Domstadt, was die Verantwortlichen erfreute. „Ein großartiges Ergebnis und eine besondere Auszeichnung. Das bestärkt uns in unseren Bemühungen, mit neuen Wohnformen einen möglichst lebenslangen Verbleib der Menschen in ihrer gewohnten Umgebung sicherzustellen“, ließ der GAG-Vorstandsvorsitzende Uwe Eichner wissen. Im Zuge der Sanierung der so genannten Rosenhofsiedlung im Stadtteil Bickendorf legten die Planer drei Bestandswohnungen zusammen und schnitten sie auf die Bedürfnisse der insgesamt acht Bewohnerinnen und Bewohner zu. Insgesamt gibt es inzwischen fünf solcher Wohngruppen für Menschen mit Demenz. Die Mieterinnen und Mieter haben so die Chance, trotz ihrer Erkrankung in dem angestammten Viertel zu bleiben. Das Ziel einer längstmöglichen Autonomie der Bewohner mit speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Pflegedienstleistungen gilt auch für die anderen Wohngruppen der GAG. Neben der in Bickendorf, gibt es zwei weitere Gruppen im Stadtteil Vingst, eine in Ostheim sowie eine weitere an der Alten Wipperfürther Straße in Buchheim. Die nächste ist bereits in Planung. Sie soll im Spätsommer kommenden Jahres an der Moses-Heß-Straße im Stadtteil Stammheim entstehen, teilte das Unternehmen weiter mit.
Um die Organisation nachhaltig zu gestalten, haben sich die Veranwortlichen einiges einfallen lassen. Die Konstruktion sieht die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) vor. Die Bewohnerinnen und Bewohner bilden eine so genannte Auftraggebergemeinschaft – eine GbR. „Da sie in der Regel die Aufgaben, die damit verbunden sind, nicht mehr erfüllen können, übernehmen die Angehörigen diesen Part“, erläutert Yves Bollinger, derzeit geschäftsführender Gesellschafter dieser Auftraggebergemeinschaft „Zum Rosengärtchen“ in Bickendorf. Als „Kölner GbR-Modell“ hat diese Form bereits für viel Aufmerksamkeit auch außerhalb der Domstadt gesorgt, so auch in Stuttgart. Diese Konstruktion sichert den „Gesellschaftern“, also den dort lebenden Mieterinnen und Mietern ein größtmögliches Mitspracherecht. In Bickendorf beispielsweise suchen die acht Mitglieder der Wohngruppe den Pflegedienst selbst aus, auch die Steuerung des Alltags bietet individuelle, auf die Bewohner zugeschnittene Lösungen. In stationären Einrichtungen sind die in der Regel straff organisiert, erläutert Bollinger einen weiteren Vorteil. Vor vier Jahren zog seine Mutter in die WG ein. Und die soll auch das Preisgeld von 500 Euro erhalten. Was die Bewohnerinnen und Bewohner damit machen, steht allerdings noch nicht fest. Sie werden es, wie so vieles andere auch, selbst bestimmen können.

























