24. 05. 2012
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GAG startet mit Abriss für Neubau in Niehl - Projekt soll bis Ende 2009 fertig werden
Heute begannen offiziell die Abrissarbeiten am
ersten Fabrikgebäude auf dem insgesamt 2,2 Hektar großen Industrieareal
im Kölner Norden. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 75
Millionen Euro zählt das Bauvorhaben, das auf insgesamt 7 Baufeldern am
ehemaligen Industriestandort an der Amsterdamer Straße errichtet wird,
zu den großen Wohnbauprojekten in Köln. Baurecht gebe es zwar noch
nicht. Der Bauherr, die Kölner Grund und Boden, ein Tochterunternehmen
der stadtnahen GAG Immobilien AG, ist jedoch zuversichtlich, dass nach
dem erfolgten Abriss der Fabrikgebäude im Inneren des Geländes im
Februar 2007 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.
Im ersten
Bauabschnitt sollten vom nordwestlichen Ende des Areals her die ersten
Baufelder entwickelt werden, zu Beginn kämen erst die insgesamt 50
Einfamilienhäuser sowie rund 100 Eigentumswohnungen im
Geschosswohnungsbau. Dann zu einem späteren Zeitpunkt macht sich die
Grubo an den Abriss der derzeit noch bestehenden Wohnblöcke im Süden
des Areals. Die dort lebenden Mieter sollen erst umgesiedelt werden,
wenn der erste Bau von öffentlich geförderten Mietwohnungen errichtet
und bezugsfertig ist, bestätigte ein Projektleiter der Grubo. Sämtliche
Wohngebäude werden in drei- oder viergeschossiger Bauweise
errichtet. Lediglich an den markanten Punkten im Eingangsbereich an der
Amsterdamer Straße und zur Duisburger Straße im Westen hin werden zwei
„Türme“ entstehen, die fünf bzw. sechs Geschosse umfassen. Sie sollen
als so genannte „landmarks“ fungieren.
Innovative Erdwärmetechnologie
Als besonders innovativ bezeichnete GAG-Vorstandschef Burkhard von der
Mühlen die geplante Versorgung des neuen Viertels „Niehler WohnArt:
Veedel mit Hätz“ mit Erdwärme. Dabei sollen schon in den nächsten
Wochen erste Probebohrungen erkunden, ob und wo genau sich eine
Verlegung der bis zu 40 Meter tief reichenden Leitungen lohne. Für die
Mehrfamilienhäuser gebe es sogar so genannte Brunnenbohrungen.
Flankiert durch die Verarbeitung moderner Dämmstoffe soll in sämtlichen
Gebäuden und Wohnungen des neuen Viertels der so genannt KfW
60-Standard erreicht werden. Der besagt, dass der
Jahresprimärenergieverbrauch bei einem Wert von bis zu 60
Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche liegt. „Damit beabsichtigt
die GAG eines der größten und bedeutendsten Erdwärmeprojekte in NRW
oder sogar in Deutschland überhaupt“, so GAG-Chef von der Mühlen.
Gegenüber herkömmlichen Wohngebäuden moderner Bauart können sich für
die Mieter dabei Einsparungen bei den Nebenkosten von bis zu 50 Prozent
ergeben, wie Architekt Hubertus Hoffmann ergänzt.
Individualverkehr soll unter die Erde
Auch bei der Verkehrsplanung haben sich die Initiatoren etwas einfallen
lassen. Um die vielen Kfz unterzubringen, die von den insgesamt 1000
Einwohnern gefahren werden, ist eine eingeschossige Tiefgarage geplant,
die rund 325 Stellplätze aufweist. Sie ist über zwei in
Nord-Süd-Richtung gelegte Zufahrten erreichbar. In Ost-West-Richtung
wird es einen so genannten „Bürger-Boulevard“ geben, der über eine
Schranke Feuerwehr und Polizei Zugang bietet, ansonsten jedoch zum
Flanieren einladen soll. Die verkehrliche Erschließung des neuen
Viertels erfolgt also ausschließlich über die Friedrich-Karl-Straße im
Norden und die Ruhrortstraße im Süden. Lediglich ein Gebäude aus dem
derzeitigen Bestand soll erhalten und modernisiert werden.
Der Bauherr plant das nördlich des Eingangs gelegene denkmalgeschützte
Verwaltungsgebäude in seinem Kern zu erhalten und für gewerbliche
Nutzung umzubauen. Die heute noch existierende zentrale Zufahrt zum
Gelände wird im Zuge der weiteren Bauarbeiten rund 50 Meter nach Süden
verlegt. Das Gesamtprojekt soll bis Ende 2009 bezugsfertig werden.
Siemens baute hier seit 1900 Maschinen zur Stromerzeugung. Erst vor
kurzer Zeit wurde die Produktion aufgegeben. Der Architekturentwurf für
das Großprojekt stammt aus der Feder des Pulhemer Architektenbüros HOME
Hoffmann und Mehlich.

























