24. 05. 2012
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GAG stellt neues Mehr-Generationen Projekt in Köln-Poll vor
Vor rund 30 interessierten Anwohnern und Interessierten präsentierten
die GAG-Verantwortlichen und Architekt Walter Maier das Konzept eines
„Mehr-Generationen-Hauses“ in der Straße Auf dem Sandberg.. Auf dem
derzeit noch nicht überbauten und durch eine Mauer geschützten Areal
soll demnach ein freistehendes Mehrfamilienhaus (10 bis 12
Wohneinheiten) errichtet werden. Im Bereich hinter dem Grundstück liegt
die Nutzfläche des letzten noch verbliebenen Poller Bauernhofes samt
Schweinezucht. Das Investitionsvolumen bezifferte GAG-Abteilungsleiter
Sozialmanagement Elmar Liesel auf rund 1,7 Millionen Euro. Das Projekt
mitten in Alt-Poll ist dabei nur eines von derzeit drei Wohnformen
dieser Art, die auf Basis einer städtischen Initiative derzeit in Köln
anlaufen.
50 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen – Übergewicht an Familien
Zwar ist der Neubau in seinen Ausmaßen grundsätzlich bereits im
Bebauungsplan festgelegt. So nimmt das neue Gebäude die Fluchten der
umliegenden Gebäude auf, beim konkreten Wohnungszuschnitt sei man aber
durchaus flexibel. So steht derzeit noch nicht fest, ob zehn oder zwölf
Wohneinheiten errichtet werden. Allerdings wissen die Initiatoren schon
jetzt , dass die Hälfte der Wohnungen mit öffentlichen Mitteln (2.
Förderweg) unterstützt werden. Die Mietpreise liegen dabei bei unter
zehn Euro Warmmiete pro Quadratmeter, wie Architekt Maier ausführte.
Die frei finanzierten Wohnungen kommen dank einer etwas höheren
Grundmiete auf 10,65 Euro pro Quadratmeter. Ebenfalls quotiert ist die
Zahl der jüngeren Bewohner im Haus. Die GAG sieht hierfür eine Quote
von zwei Drittel Familien und einem Drittel Alleinstehenden oder
Zwei-Personen-Haushalten vor. Während die Belegung der öffentlich
geförderten Wohnungen auf gewisse Obergrenzen festgelegt ist (ab 45
Quadratmeter für einen Ein-Personen-Haushalt plus 15 Quadratmeter je
zusätzlicher Person), ist die Belegung in den frei finanzierten
Wohnungen des Hauses davon ausgenommen, wie Sabine Seitz vom
GAG-Sozialmanagement weiter erläuterte. Die Stadt unterstützt neben der
öffentlichen Förderung der Mietpreise das Projekt zudem durch die
Finanzierung der Projektmoderation (Monika Schneider – Agentur für
Wohnkonzepte) und eine Übernahme der Miete für den mit 60 Quadratmeter
eingeplanten Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss des Hauses.
Erst der Mieter dann der Bau
Im Gegensatz zu anderen Wohnprojekten legen die Initiatoren in ihrem
Konzept großen Wert darauf, die zukünftigen Bewohner vor der
Einreichung des Bauantrags bereits festzulegen. „Wir wollen eine
lebendige Hausgemeinschaft erschaffen“, erläuterte Projektmoderatorin
Schneider das Ziel der Maßnahme. Zwar gab es unter den Anwesenden
lediglich vier Interessierte Mietparteien mit Kindern, doch das wolle
man ausbauen. Damit erwiderten die Organisatoren auch die Befürchtungen
einer jungen Mutter. „Ich will auf keinen Fall in ein Seniorenwohnheim
ziehen“, erklärte die junge Frau aus Poll. Bis zur nächsten Sitzung am
15. März 2008 werde man sich in den Kindergärten des Stadtteil noch ein
wenig nach weiteren Interessenten umschauen, versprachen die
Verantwortlichen. GAG-Mitarbeiter Liesel hofft, in maximal drei Treffen
über das laufende Jahr die gewünschte Hausgemeinschaft finden zu
können. Ist dies geschafft, soll ein Verein gegründet werden, der mit
dem Bauherrn einen Vertrag zur Nutzung des Gebäudes und insbesondere
der Gemeinschaftsräume schließen wird. Dem Verein steht dabei auch ein
Vorschlagsrecht zu, wer bei Bedarf oder Wegzug in die frei werdenden
Wohnungen ziehen darf. Im Herbst dieses Jahres sollen dann die
Bauarbeiten beginnen, der Erstbezug des neuen Mehr-Generationen-Hauses
ist für Ende 2009 geplant, hieß es dazu weiter.
Kritik an Parkplatzangebot und Geruchsbelästigungen durch Landwirtschaft
Ganz ohne Kritik kam auch dieses Neubauprojekt nicht davon. So
kritisierten vor allem die umliegenden Anwohner, dass die derzeit noch
öffentlichen Parkplätze vor der Freifläche zukünftig zum größten Teil
wegfallen. Zwar wird es auch nach Fertigstellung vor dem Neubau
öffentliche Parkplätze geben. Neun dieser Parkflächen werden jedoch für
die Bewohner des Hauses reserviert sein. „Schon heute ist es schwierig,
in unserem Wohngebiet abends einen Parkplatz zu finden. Durch den
Wegfall dürfte der Parkdruck deutlich höher werden“, so eine
Anliegerin. Auch der direkt benachbarte Landwirtschaftsbetrieb samt
Schweinezucht und die durch ihn verursachten Gerüchte waren
Gesprächsthema. Hier teilten sich die Meinungen. Während einige
Anwohner dem Geruch des Landes Positives abgewinnen konnten („Ich
rieche so etwas lieber als Abgase“), sorgten sich andere darum, ob sie
insbesondere bei schönem Wetter und Ostwind Fenster und Türen
geschlossen halten müssen. Der offene Protest einer Familie, die
derzeit noch auf dem Gelände ihr vorübergehendes Domizil hat, blieb
indes ohne Erfolg. Sie werden das Feld wohl räumen müssen, immerhin
besitzen sie keinen gültigen Mietvertrag.
Die GAG Immobilien AG initiiert derzeit drei Projekte von
Mehr-Generationen-Häusern und hat zwei im Stadtbezirk Nippes
(Familiengartenhaus und Haus Ledo) bereits realisiert. Die dort
gemachten Erfahrungen einer funktionierenden Hausgemeinschaft will das
Unternehmen auch in dem neuen Projekt umsetzen. Befürchtungen, einzelne
Mietparteien könnten die Nachbarschaft einseitig zu ihrem Nutzen
auslegen, widersprach Moderatorin Schneider. „Wer nur nimmt und nicht
gibt, kommt erst gar nicht rein“, erläuterte die mit Projekten dieser
Art vertraute Beraterin. Wesentlich dazu beitragen sollen die
vorherigen Treffen, auf denen sich die Mitglieder der zukünftigen
Hausgemeinschaft treffen und kennenlernen sollen. Am 15. März sind die
Kinder der Familien ebenfalls ausdrücklich gewünscht, für sie wird eine
eigene Kinderbetreuung in einem separaten Raum organisiert,
versicherten die Verantwortlichen abschließend.

























