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24. 05. 2012
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GAG stellt neues Mehr-Generationen Projekt in Köln-Poll vor


24.01.2009 10:34 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Poll,Wohnbauprojekt,Mehrgenerationenwohnen,GAG Immobilien AG,Auf dem S

Vor rund 30 interessierten Anwohnern und Interessierten präsentierten die GAG-Verantwortlichen und Architekt Walter Maier das Konzept eines „Mehr-Generationen-Hauses“ in der Straße Auf dem Sandberg.. Auf dem derzeit noch nicht überbauten und durch eine Mauer geschützten Areal soll demnach ein freistehendes Mehrfamilienhaus (10 bis 12 Wohneinheiten) errichtet werden. Im Bereich hinter dem Grundstück liegt die Nutzfläche des letzten noch verbliebenen Poller Bauernhofes samt Schweinezucht. Das Investitionsvolumen bezifferte GAG-Abteilungsleiter Sozialmanagement Elmar Liesel auf rund 1,7 Millionen Euro. Das Projekt mitten in Alt-Poll ist dabei nur eines von derzeit drei Wohnformen dieser Art, die auf Basis einer städtischen Initiative derzeit in Köln anlaufen.

50 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen – Übergewicht an Familien


Zwar ist der Neubau in seinen Ausmaßen grundsätzlich bereits im Bebauungsplan festgelegt. So nimmt das neue Gebäude die Fluchten der umliegenden Gebäude auf, beim konkreten Wohnungszuschnitt sei man aber durchaus flexibel. So steht derzeit noch nicht fest, ob zehn oder zwölf Wohneinheiten errichtet werden. Allerdings wissen die Initiatoren schon jetzt , dass die Hälfte der Wohnungen mit öffentlichen Mitteln (2. Förderweg) unterstützt werden. Die Mietpreise liegen dabei bei unter zehn Euro Warmmiete pro Quadratmeter, wie Architekt Maier ausführte. Die frei finanzierten Wohnungen kommen dank einer etwas höheren Grundmiete auf 10,65 Euro pro Quadratmeter. Ebenfalls quotiert ist die Zahl der jüngeren Bewohner im Haus. Die GAG sieht hierfür eine Quote von zwei Drittel Familien und einem Drittel Alleinstehenden oder Zwei-Personen-Haushalten vor. Während die Belegung der öffentlich geförderten Wohnungen auf gewisse Obergrenzen festgelegt ist (ab 45 Quadratmeter für einen Ein-Personen-Haushalt plus 15 Quadratmeter je zusätzlicher Person), ist die Belegung in den frei finanzierten Wohnungen des Hauses davon ausgenommen, wie Sabine Seitz vom GAG-Sozialmanagement weiter erläuterte. Die Stadt unterstützt neben der öffentlichen Förderung der Mietpreise das Projekt zudem durch die Finanzierung der Projektmoderation (Monika Schneider – Agentur für Wohnkonzepte) und eine Übernahme der Miete für den mit 60 Quadratmeter eingeplanten Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss des Hauses.

Erst der Mieter dann der Bau

Im Gegensatz zu anderen Wohnprojekten legen die Initiatoren in ihrem Konzept großen Wert darauf, die zukünftigen Bewohner vor der Einreichung des Bauantrags bereits festzulegen. „Wir wollen eine lebendige Hausgemeinschaft erschaffen“, erläuterte Projektmoderatorin Schneider das Ziel der Maßnahme. Zwar gab es unter den Anwesenden lediglich vier Interessierte Mietparteien mit Kindern, doch das wolle man ausbauen. Damit erwiderten die Organisatoren auch die Befürchtungen einer jungen Mutter. „Ich will auf keinen Fall in ein Seniorenwohnheim ziehen“, erklärte die junge Frau aus Poll. Bis zur nächsten Sitzung am 15. März 2008 werde man sich in den Kindergärten des Stadtteil noch ein wenig nach weiteren Interessenten umschauen, versprachen die Verantwortlichen. GAG-Mitarbeiter Liesel hofft, in maximal drei Treffen über das laufende Jahr die gewünschte Hausgemeinschaft finden zu können. Ist dies geschafft, soll ein Verein gegründet werden, der mit dem Bauherrn einen Vertrag zur Nutzung des Gebäudes und insbesondere der Gemeinschaftsräume schließen wird. Dem Verein steht dabei auch ein Vorschlagsrecht zu, wer bei Bedarf oder Wegzug in die frei werdenden Wohnungen ziehen darf. Im Herbst dieses Jahres sollen dann die Bauarbeiten beginnen, der Erstbezug des neuen Mehr-Generationen-Hauses ist für Ende 2009 geplant, hieß es dazu weiter.

Kritik an Parkplatzangebot und Geruchsbelästigungen durch Landwirtschaft

Ganz ohne Kritik kam auch dieses Neubauprojekt nicht davon. So kritisierten vor allem die umliegenden Anwohner, dass die derzeit noch öffentlichen Parkplätze vor der Freifläche zukünftig zum größten Teil wegfallen. Zwar wird es auch nach Fertigstellung vor dem Neubau öffentliche Parkplätze geben. Neun dieser Parkflächen werden jedoch für die Bewohner des Hauses reserviert sein. „Schon heute ist es schwierig, in unserem Wohngebiet abends einen Parkplatz zu finden. Durch den Wegfall dürfte der Parkdruck deutlich höher werden“, so eine Anliegerin. Auch der direkt benachbarte Landwirtschaftsbetrieb samt Schweinezucht und die durch ihn verursachten Gerüchte waren Gesprächsthema. Hier teilten sich die Meinungen. Während einige Anwohner dem Geruch des Landes Positives abgewinnen konnten („Ich rieche so etwas lieber als Abgase“), sorgten sich andere darum, ob sie insbesondere bei schönem Wetter und Ostwind Fenster und Türen geschlossen halten müssen. Der offene Protest einer Familie, die derzeit noch auf dem Gelände ihr vorübergehendes Domizil hat, blieb indes ohne Erfolg. Sie werden das Feld wohl räumen müssen, immerhin besitzen sie keinen gültigen Mietvertrag.

Die GAG Immobilien AG initiiert derzeit drei Projekte von Mehr-Generationen-Häusern und hat zwei im Stadtbezirk Nippes (Familiengartenhaus und Haus Ledo) bereits realisiert. Die dort gemachten Erfahrungen einer funktionierenden Hausgemeinschaft will das Unternehmen auch in dem neuen Projekt umsetzen. Befürchtungen, einzelne Mietparteien könnten die Nachbarschaft einseitig zu ihrem Nutzen auslegen, widersprach Moderatorin Schneider. „Wer nur nimmt und nicht gibt, kommt erst gar nicht rein“, erläuterte die mit Projekten dieser Art vertraute Beraterin. Wesentlich dazu beitragen sollen die vorherigen Treffen, auf denen sich die Mitglieder der zukünftigen Hausgemeinschaft treffen und kennenlernen sollen. Am 15. März sind die Kinder der Familien ebenfalls ausdrücklich gewünscht, für sie wird eine eigene Kinderbetreuung in einem separaten Raum organisiert, versicherten die Verantwortlichen abschließend.







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