24. 05. 2012
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Haus- und Grundbesitzer widersprechen Euphorie am Wohnungsmarkt
Die Steigerung der Genehmigungszahlen am Kölner Wohnungsmarkt sind zwar eine positive Entwicklung, reichen aber noch nicht aus, um den gewachsenen Bedarf an Wohnraum in der Domstadt abdecken zu können. Der Haus- und Grundbesitzerverein Haus & Grund hatte am Freitag vergangener Woche darauf aufmerksam gemacht, dass die Fertigstellungszahlen der zurückliegenden Jahre weit von den selbst gesetzten Zielen entfernt sind. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hatte bestätigt, dass für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt langfristig 3000 bis 4000 neue Wohnungen pro Jahr errichtet werden müssten. Dieses Ziel hat der Kölner Wohnungsmarkt auch im vergangenen Jahr, trotz einer leichten Erhöhung von 1,9 Prozent nicht erreicht. Ab 2016 gehen die Experten des IW von einem Neubaubedarf von 2500 bis 3700 Wohnungen pro Jahr und bis zum Jahr 2020 aus.
,, Wenn man diese Ziele sieht, dann bedarf es noch gehöriger Anstrengungen. In den vergangenen Jahren war überhaupt nicht daran zu denken, den Bedarf auch nur einigermaßen erfüllen zu können", kommentierte Hauptgeschäftsführer Thomas Tewes die jüngsten Genehmigungszahlen und ihre Darstellung durch die Kölner Stadtverwaltung. Der Verein der Haus- und Grundbesitzer macht darauf aufmerksam, dass der Wohnungsmarkt in einigen, besonders beliebten Stadtteilen schon jetzt zu deutlichen Preissteigerungen geführt. So sind im früheren Arbeiterviertel in Sülz Kaufpreise von 4000 Euro pro Quadratmeter inzwischen keine Seltenheit. Freistehende Einfamilienhäuser werden im gleichen Stadteil nicht selten für 750.000 Euro oder noch mehr angeboten, selbst wenn die auf den Grundstücken stehenden Gebäude sanierungsbedürftig sind.
Der Verein fordert seit Jahren erheblich mehr Baulandausweisung und günstigere Baulandpreise. ,,Die Stadt muss sich überlegen, ob sie beim Bauland einmalig etwas weniger Erlös erzielt oder langfristig für die Mietzahlungen von Wohnungssuchenden aufkommen muss", so die Forderung des Haus & Grund-Geschäftsführers. Auch die Forderung nach einem ,,Wohnungsbaulosten" sei noch nicht erfüllt worden. Dieser könne durch Koordination Bauwilligen schnell und unkompliziert bei der Verwirklichung von Wohnraum behilflich sein. Immerhin konnte die Stadt zwischenzeitlich die geforderte Fertigstellung von mindestens 1000 öffentlich geförderten Wohnungen erfüllen. Doch nachdem die stadtnahe Wohnungsgesellschaft bei ihrer Bilanzpräsentation ankündigte, zukünftig das Neubauvolumen spürbar zurückzufahren, dürfte auch das in Zukunft eher schwieriger als leichter werden.

























