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24. 05. 2012
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Köln: Baulückenprogramm feiert rundes Jubiläum


27.05.2011 17:06 von:

Schlagwörter: Köln,Wohnungen,Baulückenprogramm,Baulücke,2011,Mai,Neubau,Wohnraum,Genehmigung

Köln ist eine wachsende Stadt. Diese an sich positive Nachricht hat bei gleichbleibender Fläche allerdings auch den Nachteil eines dauerhaft angespannten Mietwohnungsmarktes. Dieser Zustand wiederum ist für alle spürbar, bedeutet es doch für das Gros der Kölnerinnen und Kölner stetig steigende Mietpreise, auch ohne Umzug, Umbau oder Sanierungsmaßnahmen. Regionale Wohnungsmarktexperten sind sich lediglich uneins darüber, um wie viel Prozent die Mietzinsen pro Jahr steigen werden, die Schwankungen liegen zwischen wenigen bis zehn Prozent. Weil es aber in der Domstadt immer noch eine Menge Baulücken gibt, hatte sich die Stadt bereits vor zwei Jahrzehnten auf ein so genanntes Baulückenprogramm verständigt. Wenn schon große, flächige Neubauprojekte nur an wenigen Stellen möglich sind, muss die bereits bebaute Fläche besser, sprich effizienter genutzt werden. Gesagt, getan: Am heutigen Freitag meldete das städtische Presseamt, die 20.000ste Wohnung, die im Rahmen dieses fortlaufenden Programms geschlossen werden konnte.

Demnächst wird die bisher "mindergenutzte" Bestandsimmobilie Venloer Straße 281 entsprechend des vorhandenen und rechtsgültigen Bebauungsplans um zwei Obergeschosse aufgestockt. Derzeit befindet sich dort eine Immobilie mit lediglich zwei Geschossen. Unter der Regie des Kölner Immobilienentwicklers Metropol Immobilien und Beteiligungs GmbH soll nun ein neues Wohnhaus mit Ladenlokal im Erdgeschoss entstehen. Die Liegenschaft befindet sich dabei genau an der Ecke Geisselstraße/Venloer Straße. Um im Rahmen des Baulückenprogramms von städtischer Seite unterstützt werden zu können, muss die "Schließung" einer Baulücke nicht zwangsläufig mit einem brachliegenden Grundstück gleichgesetzt werden. Vielmehr geht es den Verantwortlichen der Stadt Köln darum, die bestehenden Bebauungspläne bestmöglich auszunutzen. Die Aufstockung hat dabei den Vorteil, dass ein neuer Bebauungsplan nicht durch die politischen Gremien abgesegnet werden muss und folglich die Umsetzung von Wohnbaumaßnahmen für die Initiatoren deutlich zügiger bearbeitet wird.

Doch was für den unbedarften Betrachter so einfach und reibungslos erscheint, ist in der Regel ein für alle Seiten aufwändiges Unterfangen, so auch in Ehrenfeld. Hier verliefen die Verhandlungen mit den Vorbesitzern, einem betagten Ehepaar, zunächst ergebnislos. Erst nachdem das Eckgrundstück an den heutigen Besitzer verkauft wurde, kam Bewegung in die Angelegenheit. Das bestehende Gebäude wird um zwei weitere Vollgeschosse sowie ein Dachgeschoss aufgestockt. Der Initiator verspricht ein "architektonisch ansprechendes Eckgebäude" mit Ladenlokal im Erdgeschoss. Neun neue Wohnungen werden dabei für den Kölner Wohnungsmarkt neu geschaffen. Auch der neue Besitzer und heutige Projektentwickler musste seine ersten Entwürfe für ein neu gestaltetes Eckgebäude noch einmal umplanen, wie die Stadtverwaltung berichtete. Derzeit befindet sich das Projekt im Rohbau, die Vorbereitungen für die Dacheindeckung haben bereits begonnen.

"Ich freue mich ganz besonders, dass es an dieser historisch bedeutenden Verbindungsachse Venloer Straße und mitten im Wohnviertel Ehrenfeld einmal mehr gelungen ist, eine noch aus der Kriegszeit rührende Wunde im Ortsbild zu schließen", erklärte der verantwortliche Beigeordnete für Planen und Bauen, Bernd Streitberger. Derzeit schätzt die Verwaltung das Potenzial neuer Wohnungen aus noch bestehenden "Baulücken" auf rund 15.500 in 2500 Vorgängen. Derzeit gibt es nach Angaben der Fachverwaltung im Stadtgebiet noch rund 5750 "Baulücken". Die Möglichkeiten, über diesen Weg die Wohnungsknappheit zumindest spürbar, sind keinesfalls zu unterschätzen. Das Kölner Wohnbauforum, ein informeller Zusammenschluss aller Kölner Wohnungsakteure, hatte bereits vor Jahren ein Niveau von 3500 bis 4000 Wohnungen pro Jahr als notwendig beziffert, um eine Erhitzung im Kölner Mietwohnungsmarkt zu verhindern. Rein rechnerisch tragen Aufstockungen und Baulückenschließungen mit jährlich rund 1000 neuen Wohnungen in ganz erheblichem Maße zur notwendigen Versorgung mit zusätzlichem Wohnraum bei. Die Stadt wird daher ihre Bemühungen, die betroffenen Grundstücks- und Immobilienbesitzer auf das Programm hinzuweisen, unvermindert fortsetzen.







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