24. 05. 2012
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Köln-Innenstadt: Nachverdichtung im Brüsseler Viertel
Am heutigen Donnerstag feierten die Verantwortlichen der GWG gemeinnützige Wohnbaugesellschaft zu Köln eG sowie die Baubeteiligten im Belgischen Viertel ein Richtfest. In der Genter Straße wurde ein ehemaliges Bestandsgebäude der GWG abgerissen und neu errichtet. Statt etwas mehr als 800 sollen nun 26 neue Wohneinheiten sowie eine Gewerbeeinheit mit einer Gesamtnutzfläche von mehr als 2500 Quadratmeter entstehen. Für den Bauherrn selbst ist es das erste wirkliche Neubauprojekt der vergangenen 40 Jahre, wie der Geschäftsführende Vorstand der GWG, Guido Lenzen, in seiner Ansprache ausführte. Nach mehr als zehn Jahren Vorbereitung ging es mit der Umsetzung letztlich sehr zügig voran. "Im Februar dieses Jahres haben wir mit dem Abbruch begonnen, im Dezember sind wir mit dem Rohbau fast fertig", erklärte Lenzen heute den geladenen Gästen des Richtfestes. Auch der Chef des Aufsichtsrates, CDU-Ratsmitglied Bernhard Ensmann, zeigte sich erfreut über den Verlauf der Neubaumaßnahme. "Eine wichtige Aufgabe war es, die direkte Nachbarschaft einzubinden. Das ist hervorragend gelungen, den Aufsichtsrat erreichte keine einzige Beschwerde", lobte Ensmann das abgestimmte Vorgehen der Verantwortlichen. Und auch vom Ergebnis zeigte sich der Aufsichtsratschef überzeugt. "Das neue Wohngebäude beseitigt einen Schandfleck im Kölner Stadtbild. Das ist eine win-win-Situation für den Bauherrn und auch für die Stadt", so Ensmann weiter.
Ehrliche Worte von Vorstand und Aufsichtsrat
Ganz so rund wie bei Richtfesten üblicherweise vermittelt, lief auch dieses Bauprojekt nicht. Das galt insbesondere für die Zeit der ersten Planungen. So mussten die Architekten nach den ersten Entwürfen mehrfach nachsteuern. Die Argumente der Genehmigungsbehörde waren dabei größtenteils nachvollziehbar, führten jedoch zu maßgeblichen Veränderungen im Bauablauf und damit auch zu erheblichen Umplanungen. So musste unter anderem die Lüftung der Wohnungen komplett neu geplant werden, um die Bildung von Feuchtigkeit und damit die Schimmelgefahr von vorneherein zu unterbinden, wie Vorstand und Aufsichtsrat betonten. Diskussionen um ein Gaubendach sowie die Umsiedlung von der Hälfte der ehemaligen Mieter im Haus sorgten ebenfalls für jede Menge Arbeit beim Bauherrn. Beim Abriss der Giebelwände zu den Nachbargebäuden traten weitere Schwierigkeiten, die jedoch allesamt gelöst werden konnten. Im August kommenden Jahres sollen die neuen Wohnungen samt Gewerbeeinheit im Erdgeschoss bezugsfertig werden, versprach Lenzen. Aufgrund des frühen Wintereinbruchs und der bisherigen Frostperiode gebe es zwar Verzögerungen. "Wir haben das Dach leider nicht rechzeitig vor dem Frost dicht bekommen", erklärte der Vorstand der GWG. Dafür aber kann in den bereits abgedichteten sechs Stockwerken der Innenausbau vorangebracht werden. Nicht nur Lenzen hofft, dass die derzeitige Frostperiode nicht den gesamten Winter über andauert.
Die nackten Zahlen
Das Investitionsvolumen für das Neubauprojekt liegt nach Informationen des Bauherrn bei rund 6,3 Millionen Euro, etwa 80 Prozent der Investitionssumme werden durch Rückstellungen (Eigenkapital) finanziert, wie Lenzen betonte.. Die Nutzfläche des neuen Gebäudes beträgt 2550 Quadratmeter, aufgeteilt in Wohngrößen zwischen 46 und 140 Quadratmeter. Der kalkulierte Mietpreis für die freifinanzierten Wohneinheiten schwankt je nach Ausstattung um die elf Euro pro Quadratmeter nettokalt. Eine Besonderheit ist die Neugestaltung der beiden Obergeschosse. Hier entstehen Maisonette-Wohnungen über zwei Geschosse mit jeweils einer 35 Quadratmeter großen Außenterrasse. Erschlossen wird der neue Wohnkomplex über zwei separate Treppenhäuser. Unter dem Neubau befindet sich eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen. Beheizt werden die einzelnen Wohnungen über Fernwärme mit eingebauter Wärmerückgewinnung. Alle Wohnungen sind "barrierearm" konzipiert, beide Häuser besitzen Aufzüge. Im Innenbereich des Grundstück stehen überdies zwei Bungalow-Wohnungen bereit. Die Vermarktung der neuen Wohnungen soll im kommenden Jahr beginnen. Zunächst sollen die eigenen Mieter gefragt werden, anschließend wolle man die restlichen Einheiten auf dem Wohnungsmarkt anbieten, hieß es dazu weiter. Die Rendite des neuen Wohnprojekts beträgt nach Angaben des Vorstands knappe vier Prozent. Das liegt durchaus im Rahmen dessen, was in Wohnprojekten in dieser Lage üblich ist.
Der Bauherr
Die GWG zu Köln ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen ARGE. Mit einem Bestand von rund 1500 Wohnungen im Kölner Stadtgebiet zählt die GWG zu den mittelgroßen Wohnungsunternehmen in Köln. Das Geschäftsguthaben der GWG beträgt rund 3,8 Millionen Euro und verteilt sich über 11.000 Geschäftsanteile von insgesamt rund 2700 Genossenschaftsmitgliedern. Die GWG hat eine Bilanzsumme von rund 40 Millionen Euro. Gegründet wurde sie im Jahr 1898 und ist damit eine der ältesten Wohnungsbaugenossenschaften in Köln. Weitere Informationen zur GWG finden sie auch auf der Internetseite der Wohnungsgesellschaft unter: www.gwg-zu-koeln.de.

























