24. 05. 2012
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Köln-Niehl: Erster Schlüssel für GAG-Erdwärmesiedlung überreicht
Grund dafür ist die symbolische Schlüsselübergabe des ersten Eigenheims nach dem so genannten KFW 60-Standard. Empfänger war die vierköpfige Kölner Familie Vigilante-Herz mit ihren Kindern Jana und Bastian. Der Kölner GAG-Konzern errichtet dort derzeit die größte Erdwärme-Siedlung Europa. Bis Ende 2010 soll das 377 Wohneinheiten umfassende Großprojekt auf einem ehemaligen Industrieareal an der Amsterdamer Straße fertig gestellt sein.
Soziale Rendite und Nachhaltigkeit als Ziele
Im Gegensatz zu früheren Zeiten wollen die Initiatoren hier einen bunten Mix verschiedener Wohnformen und Zielgruppen in einem neuen Quartier unterbringen. Neben Eigenheimen und Eigentumswohnungen entstehen auch Sozialwohnungen, die mit Neubau-Kaltmieten in Höhe von 4,95 Euro pro Quadratmeter für den Förderweg A und 6,10 Euro für den Förderweg B aufwarten. Ebenfalls im ersten Bauabschnitt wird auch das Mehrgenerationenhaus der Initiative doMS LeDo fertig werden, der Einzug hier ist für Anfang März dieses Jahres geplant. Deutlich weniger Energiekosten Einer der wesentlichen Vorteile der neuen Wohnungen sind die günstigen Energiekosten der Unterkünfte. Dank der Wärmepumpentechnik sparen die zukünftigen Anwohner bis zu 50 Prozent der bislang üblichen Heizkosten ein. Durch die energiesparende Bauweise der Eigenheime und die damit verbundene Einhaltung des KFW 60-Standards spart die Siedlung überdies auch eine Menge Kohlendioxid, ein für die Beurteilung der Nachhaltigkeit durchaus wichtiges Argument.
Unter dem Motto „Veedel mit Hätz“ sollen Eigenheimbesitzer und sozial schwache Familien in einem Viertel zusammenleben. Insgesamt werden dort in zwei Bauabschnitten 218 öffentlich geförderte Wohnungen errichtet. „Wichtig ist der GAG die richtige soziale Mischung durch Eigentümer- und Mieterstrukturen“, erklärte GAG-Vorstand Günter Ott bei der feierlichen Übergabe. „Wir machen Ernst mit praktischer Hilfe durch Wohnungsangebote, die die zweite Miete deckeln und bezahlbar machen“, so Ott weiter. Land NRW setzt auf regenerative Energien Auch die Landesregierung ist von dem Projekt überzeugt. Auch wenn die Förderung des Einbaus der Wärmepumpen mit einem Landeszuschlag von 0,15 Euro für den Mehraufwand eher symbolischer Natur ist, beurteilt die Wirtschaftsministerin das Projekt als wegweisend.
Wärmepumpen gehört die Zukunft
Nicht nur die Politiker, auch namhafte Umweltexperten räumen der Wärmepumpentechnologie großes Zukunftspotenzial ein. Nach Ansicht der Energieagentur Offenburg ist diese Art der Energieerzeugung sogar die Nummer 1 unter den nicht-fossilen Energieträgern. Zuständig für die Wärmepumpen in der Niehler Neubausiedlung ist das spezialisierte Unternehmen Waterkotte aus Herne. Ingenieur Klemens Waterkotte setzt seit 1969 auf die Technologie, das durch Sonnenenergie aufgeheizte Grundwasser und die darunter liegende Erdwärme für die Energieerzeugung im Wohnungsbau zu nutzen. Alleine sein Unternehmen verkauft pro Jahr rund 2000 Wärmepumpen, landesweit waren es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im vergangenen rund 50.000. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Wir haben das Ziel, den Marktanteil von Wärmepumpen bei Neubauten in NRW auf zehn Prozent zu steigern, im vergangenen Jahr erreicht“, verkündete Thoben bei der heutigen Schlüsselübergabe.
Nutzen für die Nutzer
Bereits in wenigen Tagen folgt mit den zehnten Wärmepumpen-Wochen eine weitere Veranstaltung, mit der die nordrhein-westfälische Landesregierung die Energietechnologie weiter fördern will. Die Aktionswochen starten am 31. Januar und dauern zwei Wochen an (bis 14. Februar 2009). Gute Voraussetzungen in NRW Dabei hat das Land Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen für den Einsatz dieser Technologie. Nach Einschätzung der Ministerialen sind rund 70 Prozent der Landesfläche für den Einsatz von Wärmepumpen geeignet. Aber selbst aus der Lufttemperatur können moderne Wärmepumpen Energie ziehen und in Hausenergie umwandeln. Für Hausbesitzer hat der Einsatz von Wärmepumpen überdies noch einen weiteren Vorteil, die Anschaffungs- und Installationskosten sind in der Regel bereits nach rund zehn Jahren wieder amortisiert. Eine Anlage für ein Eigenheim kostet zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Zwar sind die Rohstoffpreise für Öl und Gas in den zurückliegenden Monaten wieder etwas günstiger geworden. Doch noch Mitte des Jahres hatten die Rekordpreise an den internationalen Rohstoffbörsen den Wärmepumpen-Hersteller viele neue Kunden beschert. Das Landesministerium hat aus diesem Grund nun eine Potenzialstudie in Auftrag gegeben. Der Geologische Dienst des Landes soll das Potenzial der alternativen Energiequelle ausloten.
Für die Kölner Nutzer in Niehl sind dabei vor allem die gesparten Kosten der zweiten Miete das entscheidende Argument. Der Bauherr selbst ist mit dem bisherigen Verlauf der Vermarktung hochzufrieden. „Der Verkauf lief in bisher ungeahnter Schnelligkeit, nur noch acht der insgesamt 50 vorgesehenen Reihenhäusern sind noch nicht verkauft“, erklärte GAG-Chef Ott weiter. In den meisten Fällen war zum Zeitpunkt der Unterschrift unter den Kaufvertrag das Objekt noch gar nicht im Bau, wie die GAG abschließend bekannt gab. Das Großbauvorhaben hat ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro.
Weitere Artikel zum Neubauprojekt der GAG finden Sie im Archiv von Köln Nachrichten.

























