24. 05. 2012
Seite drucken
Köln: Sozialer Wohnungsbau soll schöner werden
Eine Jury, die sich zu gleichen Teil von Mitarbeitern der
Stadtverwaltung und Architekten des Lehrstuhl von van den Berg
zusammensetzte, wollte sich schon eine Wohnung im Siegerentwurf
sichern, scherzte der Juryvorsitzende und Lehrstuhlinhaber aus der
Karlsstadt. Ursprünglich hatten die Stadt Preisgelder in Höhe von
insgesamt 1750 Euro ausgelobt. Doch die Ergebnisse der Studierenden,
die ein städtisches Grundstück in der Xantener Straße in Köln-Niehl zu
überplanen hatten, überzeugte offenbar auch Eva-Marie Schneider,
Geschäftsführerin des Projektentwicklers City-Projekt. Sie verdoppelte
kurzerhand die städtischen Preisgelder, wie die zuständige Dezenentin
zur Freude der Gewinner während der Veranstaltung verkündete.
Unverbrauchte Ideen vom Architekturnachwuchs
So erhielten das Siegerteam – Helene Gebhardt (23) und Sebastian
Allkemper (24) – statt der ursprünglich vorgesehenen 1000 Euro die
doppelte Summe. Vor allem die Aufteilung des Wohnraums zeigt ein
erstaunlich hohes Niveau in seiner Ausarbeitung, lobte Städtebauexperte
van den Bergh den Entwurf. Aber auch die zweiten und dritten Sieger
sowie die drei Anerkennungen, die von der Jury ausgesprochen wurde,
überzeugten. So beschäftigten sich zwei Entwürfe mit einer eher etwas
südländischen Aufteilung der Räume. Entsprechend der eigenen
Wohntradition wurde hier ein besonderes Augenmerk auf die
Gemeinschaftsräume gelegt, erklärte Juryvorsitzender van den Bergh.
Verdienter Lohn für die beiden Teams: ein zweiter Preis mit 1000 Euro
für ein spanisch-südamerikanisches Team sowie eine Anerkennung für ein
italienisches Studententeam. Eine weitere Anerkennung sprachen die
Juroren für ein chinesisches Team. Hier war die ökonomische
Wohnungsaufteilung Hauptargument.
Auch die städtischen Vertreter in der Jury waren voll des Lobes. In
Zusammenarbeit mit der Aachener Hochschule sollte schließlich ein real
existierendes Grundstück aus städtischem Besitz überplant werden. Die
drei Wohnbaugrundstücke sind nach einem Ratsbeschluss für sozialen
Wohnungsbau vorgesehen, wie der Leiter der städtischen
Wohnungsversorgungsbetriebe Michael Schleicher verriet. Die dort noch
vorhandenen Wohngebäude wurden bislang als Flüchtlingsheim genutzt,
stehen aber seit einiger Zeit leer, da die Einwohner in anderen
Wohnungen der Stadt untergebracht werden konnten. Hier hat die Stadt
nun eine Chance, sozialen Wohnungsbau zu realisieren und mit einem
innovativen Entwurf den sozialen Wohnungsbau „aus der Schmuddelecke“ zu
holen, wie Bredehorst betonte. Neben dem Preisgeld erhalten die Sieger
noch eine weitere „Belohnung“. Zwar könne er noch keine abschließende
Zusage machen, aber er werde sich dafür einsetzen, dass Gebhardt und
Allkemper bei der Planung der Häuser ebenfalls miteinbezogen werden.
Zudem werden die Beiträge der Siegerteams sowie die Anerkennungen im
Rahmen der bevorstehenden Architekturwoche plan08 in der Kyllburger
Straße der Öffentlichkeit vorgestellt, ergänzte Olaf May, im
städtischen Wohnungsamt zuständig für den Bereich Sozialer Wohnungsbau.

























