24. 05. 2012
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Köln wächst gegen den Trend
Mit insgesamt 1080 neu genehmigten Wohngebäuden stieg die Zahl der
Baugenehmigungen im Wohnungssektor gegenüber 2006 sogar um 5,1 Prozent
an. Vor allem Ein- und Mehrfamilienhäuser sorgten für das Wachstum.
Während die Zahl der genehmigten Einfamilienhäuser um 10,7 Prozent auf
806 stieg, erhöhte sich die Zahl der genehmigten neuen
Mehrfamilienhäuser um sieben auf 222 (+ 3,3 Prozent). Auch bei der Zahl
der genehmigten Wohnungen koppelte sich Köln vom Landestrend ab. Mit
3343 erhöhte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen sogar um 6,8
Prozent (Vorjahr: 3131). Maßgeblich dafür verantwortliche war die um
neun Prozent gestiegene Zahl der Wohnbaugenehmigungen in
Mehrfamilienhäusern, die von 2233 im Vorjahr auf 2433 im Jahr 2007
stieg. Ähnlich wie in Köln stiegen auch die Genehmigungszahlen für
Wohnungen in Bonn (+ 4,3 Prozent auf 873), Düsseldorf (+ 11,8 Prozent
auf 998) und Essen (+ 16,9 Prozent auf 832). Schlusslichter unter den
Großstädten im Lande waren Oberhausen mit einem Minus von 56,1 Prozent
( 297 auf 130) und Herne. Hier brach die Zahl der genehmigten Wohnungen
um 61,7 Prozent (von 107 auf 41) ein.
Landesweit wurden in 2007 38.588 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem
Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 22,8 Prozent. Der Rückgang
betrifft die beiden Segmente Neubau und Ausbau im Bestand (zum Beispiel
durch den Ausbau von Dachgeschossen) nahezu gleichermaßen. Während die
Genehmigungszahlen neu errichteter Wohnungen um 23,1 Prozent auf 34.024
Einheiten zurückging, sank auch die Zahl der genehmigten
Ausbaumaßnahmen auf 3822. Hier war der Rückgang mit 24,9 Prozent sogar
noch etwas deutlicher. Gestiegen ist hingegen die Zahl der genehmigten
Wohnungen in neuen so genannten „Nichtwohngebäuden“. Allerdings konnte
die Belebung in diesen Segment trotz eines Anstiegs von 14,5 Prozent
aufgrund der geringen Zahl von 742 den Gesamtverlust nicht annähernd
ausgleichen. Ein besonderen Ausrutscher verzeichnet die Nachbarstadt
Leverkusen. Eigentlich schien auf den ersten Blick die Welt in Ordnung.
Mit 222 neu genehmigten Wohngebäuden stieg hier die Zahl sogar um 8,8
Prozent an. Doch ein näherer Blick auf die einzelnen Segmenten und die
Gesamtzahl der Wohnungsgenehmigungen verriet: In Leverkusen ging der
Wohnungsbau drastisch zurück. Lediglich im Segment der
Einfamilienhäuser erzielte die nördliche Nachbarstadt einen Zuwachs von
21,6 Prozent (von 171 auf 208). Eingebrochen sind hingegen die Zahlen
für Zweifamilienhäuser (von 17 auf 4) und die der Mehrfamilienhäuser
von 16 auf 10. So kommt der deutliche Rückgang von 18,7 Prozent bei den
genehmigten Wohnungen zustande, wie das Landesamt für Datenverarbeitung
und Statistik am heutigen Freitag veröffentlichte.
Streichung der Eigenheimzulage wirkt nach
Die Landesbehörde machte die Auswirkungen der Ende 2005 abgeschafften
Eigenheimzulage für die deutlichen Rückgänge verantwortlichen. So wurde
durch die Ankündigung der Abschaffung zwischenzeitlich ein regelrechter
„Boom“ verzeichnet, der die strukturelle Entwicklung überdeckte, wie
die Statistiker des Landes vermuten. Generell ist der Wohnungsbau seit
Mitte der 90er Jahre in einem Abwärtskanal. Im Zuge der Diskussion um
die Eigenheimzulage gehen die Wohnungsexperten des Landesamt davon aus,
dass in den Jahren zwischen 2003 und 2005 der Vorzieheffekt zu einer
zwischenzeitlichen Stabilisierung des Wohnungsbaus geführt hat. Die
Zahlen von 2007 lassen erkennen, dass der Abwärtstrend nun vollends
durchschlägt. Eine Prognose für das laufende Jahr 2008 gab die
Landesbehörde aber nicht ab.

























