24. 05. 2012
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Kölner Wohnungsbauforum mit Comeback
Fünf Jahre nach dem ersten Anlauf hat sich am gestrigen Montagabend das Kölner Wohnungsbauforum in neuer Zusammensetzung und mit anderer personeller Zusammensetzung neu konstituiert. Wie die Stadtverwaltung am heutigen Dienstag bekannt, sollen sämtliche wohnungspolitischen Akteure den Wohnungsstandort Köln stark machen. In der Sache geht es wohl um die zuletzt eher negative Entwicklung auf dem Kölner Grundstücksmarkt. Schon seit langem klagen vor allem Privatinvestoren über die hohen Grundstückskosten und die aus ihrer Sicht einseitige Ausrichtung auf öffentliche oder gemeinnützige Wohnungsunternehmen. Dem hatten vor allem Vertreter des Gestaltungsbündnisses immer wieder entschieden widersprochen. Gegen den Widerspruch konservativer Kreise sitzen nun ab sofort auch die Gewerkschaften mit am Tisch. Erst in den zurückliegenden Wochen gab es dazu kritische Stimmen aus den Reihen der konservativen Parteien. Trotz dieser Vorzeichen soll das Forum alle wohnungspolitischen Kräfte aus diesem Bereich der Immobilienwirtschaft bündeln und nach neuen Lösungen für das seit Jahren bestehende wohnungspolitische Problem suchen. Köln, so viel wurde in den vergangenen Jahren mehr als deutlich, realisiert zu wenig neue Wohnungen, um die steigende Nachfrage einer wachsenden Nachfrage bedienen zu können. Zwar hat die Stadt im vergangenen Jahr das selbst gesetzte Ziel von 1000 öffentlich geförderte Neubauwohnungen knapp erreicht. Insgesamt aber ist die Millionenstadt am Rhein deutlich von ihrem selbstgesetzten Ziel von 3500 bis 4000 neuen Wohnungen pro Jahr entfernt.
Mit der Neuausrichtung wollte die Ratsmehrheit das Gremium in aktuellen wohnungspolitischen Fragen ausdrücklich stärken, wie es dazu weiter hieß. Auch der Haus- und Grundbesitzerverein als Vertreter der privaten Investoren sitzt ebenso mit am Tisch wie die Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen, in der neben der größten Kölner Wohnungsgesellschaft – der GAG Immobilien AG – auch mehr als 50 andere, zum größten Teil gemeinnützige Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften vertreten sind. Die Herausforderungen sind trotz der knapp 1000 öffentlich geförderten Wohnungen kaum geringer geworden. Insbesondere preiswerter Wohnraum wird zunehmend zu einem Problem in der Stadt. Bezieher mittlerer Einkommen und Kindern haben es zunehmend schwerer, in der Domstadt preisgünstigen Wohnraum zu bekommen. So liegt der Anteil geförderter Wohnungen am Gesamtbestand inzwischen bei nur noch rund acht Prozent. Mehr als 40 Prozent der Kölnerinnen und Kölner haben indes Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.
"Wohnen ist ein Grundbedürfnis, das Wohnungsangebot zugleich ein zentraler Standort- und somit Wettbewerbsfaktor. Aus ökonomischer Sicht müssen die Rahmenbedingungen stimmen, damit die erforderlichen Investitionen in Neubauten und in den Bestand getätigt werden. Hinzu kommen die ökologischen Facetten nachhaltiger Wohnungspolitik", stellte Roters in seiner Eröffnungsansprache klar. Neben den sozio-ökonomischen Auswirkungen der zunehmenden Verknappung von günstigem Wohnraum stehen auch Aspekte der Energieeffizienz und des Klimaschutzes sowie eine Differenzierung des Wohnungsmarktes im Fokus der Diskussionen. Roters machte angesichts dieser nicht unerheblichen Herausforderungen deutlich, dass er sich Potenziale erhoffe, die sich aus der "Zusammenführung der unterschiedlichen Sichtweisen und der Bündelung von Kompetenzen und Erfahrungswissen" ergebe. Grundsätzlich gehe es darum, die Grundlinien städtische Wohnungspolitik im Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Politik und den wohnungswirtschaftlichen Akteuren festzulegen. Eine Übertragung hoheitlicher oder planerischer Kompetenzen ist damit jedoch nicht vorgesehen, wie die Verantwortlichen betonten. Von den 31 ordentlichen Mitgliedern des neuen Wohnungsbauforums halten die Fachleute aus den verschiedenen bereichen der Wohnungswirtschaft eine deutliche Mehrheit, wie die Stadt abschließend betonte.

























