24. 05. 2012
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Kölner Wohnungsgenossenschaft feiert Richtfest
Von außen macht der Neubau am Zollstockgürtel 33 im gleichnamigen Stadtteil nicht viel her. Wie bei anderen Neubauprojekten auch entzieht ein handelsüblicher Bauzaun den Blick auf das Innenleben. Aber betrachtet man das Projekt aus der Nähe, weist dieser Neubau gleich eine ganze Reihe von Besonderheiten auf. So entstehen hier nicht nur 25 moderne Wohneinheiten im frei finanzierten Wohnungsbau. Gleichzeitig wird hier die neue Geschäftsstelle des Bauherrn auf zwei Etagen einziehen und – das ist eher selten in der Domstadt – auch ein neues Pfarrheim wird gleich mitgebaut. 5,6 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme, teils finanziert aus Eigenmitteln und Krediten der bundeseigenen Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), wie Horst Werner, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft erläuterte. Am gestrigen Mittwoch feierten die Beteiligten im Südwesten der Domstadt den Abschluss der Rohbauarbeiten mit einem großen Richtfest. Rund 150 geladene Gäste verschafften sich einen Blick in die neue Nachbarschaft, die nun bis Ende des Jahres ausgebaut und eingerichtet werden soll.
Neben der Nutzung der neu errichteten Flächen bietet auch das Energiekonzept eine Innovation. So werden die 25 Wohnungen, die Geschäftsstelle und das neue Pfarrheim nicht mit Erdgas, Heizöl oder Fernwärme beheizt, sondern mit einem Blockheizkraftwerk. Die Anlage selbst steht dabei im benachbarten Bestandsgebäude Kalscheurer Weg 43. Hier befindet sich ein weiteres Objekt im Bestand der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft, die das Objekt als Seniorenwohnanlage nutzt. Vorteil für die zukünftigen Nutzer: Die Energiekosten werden um rund ein Fünftel gesenkt. Weitere 30 Prozent an Energieeinsparung kommt durch ein neuartiges WärmedämmVerbundsystem zustande, verspricht der Bauherr. Das neue Objekt führt die im Jahr 1899 gegründete Wohnungsgenossenschaft überdies zurück zu ihren Wurzeln. Nach den Plänen des Architektenbüros Königshausen entsteht ein barrierearmes und damit seniorenfreundliches neues Wohngebäude, das mit seinen hellen Wohnungen auch ein Stück Natur zurückholen soll. Die Architektur orientiert sich dabei an historischen Vorbildern wie den Riphahn-Bauten aus den 20er Jahren. Das Grundstück selbst konnte nach langen Verhandlungen vom Kölner Erzbistum in Erbpacht "erworben" werden, wie die Verantwortlichen weiter erklärten. Das Pfarrheim der zur Pius-Gemeinde gehörenden Heilig-Geist-Kirche wurde vor einigen Jahren aus Kostengründen geschlossen und erlebt nun die Rückkehr an ihren alten Platz, wie die Verantwortlichen weiter erläuterten.
"Die Grundstücke in Köln sind knapp und wir sind froh über die Schaffung des Neubaus. Es ist für alle eine klare win-win-Situation", erklärte der Chef der Wohnungsgenossenschaft in seiner Ansprache. Dabei hatte sich die Genossenschaft in der Vergangenheit eher auf die Modernisierung und Instandsetzung der eigenen Bestände konzentriert. Neubauvorhaben waren eher die Ausnahmen, wie Werner weiter erläuterte. Mit 2169 Wohnungen im Bestand gehört die Wohnungsgenossenschaft Köln-Süd eG zu den eher größeren Kölner Wohnungsgesellschaften. Zusammen mit der stadtnahen GAG Immobilien AG, der mit Abstand größten Wohnungsgesellschaft, sind die Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsunternehmen in der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (Arge) vereint. Inzwischen sind hier 57 Gesellschaften sowie 14 Förderunternehmen mit einem Gesamtbestand von über 180.000 Wohneinheiten beteiligt. Alleine in der Region Köln besitzen die Mitgliedsunternehmen rund 100.000 Wohnungen, rund ein Viertel aller Mietwohnungen in der Millionenstadt am Rhein.

























