24. 05. 2012
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LBS sehen steigenden Wohnraumbedarf bis 2030
In den kommenden Jahren wird es zwar in Deutschland insgesamt weniger Menschen geben. Die Zahl der Haushalte und damit der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum wird aber noch mindestens zehn Jahre weiter steigen. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Prognose des Instituts empirica, das die Landesbausparkassen am heutigen Dienstag vorgestellt haben. In einigen Kommunen wächst der Bedarf an zusätzlichen Wohnflächen bis 2030 sogar um rund 15 Prozent. Vor allem in den Großstädten entlang der so genannten Rheinschiene wächst die Zahl. Erst vor wenigen Tagen hatte das Statistische Landesamt IT.NRW die jüngsten Prognosen zur Entwicklung der Einwohner- und Haushaltszahlen vorgestellt. Demnach soll die Stadt Köln bis zum Jahr 2030 um weitere elf Prozent zulegen. Ähnliche Zuwachsraten wiesen auch die Städte Düsseldorf und Bonn auf.
Noch deutlicher wächst der prognostizierte Flächenbedarf je Haushalt in Deutschland. Obwohl immer mehr Singles einen Ein-Personen-Haushalt führen, steigt die durchschnittliche Wohnfläche von 47 Quadratmetern derzeit auf dann 54 Quadratmeter. Im Osten fällt das Plus mit einem Viertel auf dann 55 Quadratmeter sogar noch deutlicher aus. Ein Hauptfaktor für diese Entwicklung ist aus Sicht der Experten der Trend zu kleineren Haushalten. Trotz leicht zurückgehender Bevölkerung gehen die Forscher deshalb davon aus, dass die Zahl der Haushalte bis 2020 noch um über eine Million zunimmt. Hinzu kommt steigender Wohlstand, der zu wachsenden Wohnansprüchen führt, und zwar immer öfter in den eigenen vier Wänden. Dass noch keine "natürliche" Grenze für die Pro-Kopf-Wohnfläche erreicht ist, zeigt nach Informationen von LBS Research etwa die Situation im Nachbarland Dänemark, wo der Wert bereits heute bei über 50 Quadratmetern liegt.
Der Hauptgrund für den wachsenden Wohnungsbedarf sehen die LBS-Experten im zunehmenden Lebensalter begründet. Während Menschen unterhalb der Grenze von 50 Jahren mit derzeit noch 38 Quadratmeter Wohnfläche pro Person auskommen, steigt dieser Bedarf bei den 50- bis 65-Jährigen bereits auf 48 Quadratmeter. Senioren jenseits dieser Grenze haben schon heute einen Wohnbedarf von 62 Quadratmeter pro Person. Dieser Trend gilt sowohl für die neuen wie auch für die alten Bundesländern, betonten die Marktexperten der Landesbausparkassen. Unterschiede zwischen Metropolen und dem ländlichen Raum gibt es ebenfalls nur geringfügige. "Höhere Einkommen und kleinere Haushalte in größeren Städten sprechen eigentlich für hohen Flächenkonsum, das höhere Miet- und Preisniveau zwingt dagegen zu einem sparsamen Umgang mit der Quadratmeterzahl", erklärten die Autoren der Studie dieses Ergebnis. Auf den ersten Blick noch überraschender ist für LBS Research, dass nach der empirica-Analyse die Pro-Kopf-Wohnfläche bei den niedrigsten Einkommen (bis zu 1.100 Euro netto im Monat) am größten ist (bei Mietern nämlich 45 Quadratmeter, bei Wohneigentümern sogar 70 Quadratmeter). In dieser Einkommensklasse finden sich überproportional viele - teils bereits verwitwete - Rentner. Mit höheren Einkommen steigt dagegen, wie die LBS-Experten ergänzen, die Wohnungsgröße bei Mieter- und Wohneigentümerhaushalten klar an. Hier teilten sich aber meist Familien mit Kindern die Flächen, so dass etwa Wohneigentümerhaushalte mit Nettoeinkommen über 4.500 Euro auch nicht auf mehr als 48 Quadratmeter pro Person kämen.
Die neue Wohnflächenprognose von empirica berücksichtigt eigenen Angaben zufolge alle aktuell beobachtbaren Trends und geht davon aus, dass es zu keinen Restriktionen auf der Angebotsseite kommt. Dass die Nachfrage im Zeitraum bis 2030 deutlich über dem aktuellen Genehmigungs- und Fertigstellungsniveau liegt, wird nach Auskunft von LBS Research aus folgendem deutlich: Die Forscher sehen für 2030 eine Wohnfläche voraus, die insgesamt um rund 14 Prozent über dem Stand von 2010 liegt. Das würde rechnerisch einem Nettozugang von über 200.000 Wohneinheiten pro Jahr entsprechen. Einschließlich des Ersatzwohnungsbaus für ausscheidende Wohnungen würde dies einen jährlichen Neubau von annähernd 300.000 Einheiten in den nächsten 20 Jahren bedeuten - also mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Niveau der Bautätigkeit, so die Schlussfolgerung.

























