24. 05. 2012
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Mehr neue Wohnungen für Köln
Mit 877 fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäusern wurde sogar das beste Ergebnis der vergangenen fünf Jahre erzielt, ergänzte sein Chef, der für Stadtentwicklung, Planen und Bauen zuständige Beigeordnete Bernd Streitberger gestern anlässlich einer Pressekonferenz. „Die hohe Wohnungsbautätigkeit unterstützt die Standortpolitik und ist Investitionspolitik“, betonte Streitberger die Bedeutung der neuesten Zahlen. Die Nachfrage nach Wohnraum wird im Laufe der nächsten zehn Jahre tendenziell zunehmen. Diese Vermutung basiert auf der so genannten Hauptvariante. Doch die wachsende Anzahl an gemeldeten Haushalten im Jahr 2004 (523.733) scheint deutlich kräftiger anzusteigen als mittelfristig prognostiziert.
Luxuswohnungen oder bezahlbarer Wohnraum: Welche Schwerpunkte sind gefragt?
Bereits 2004 erreichte die Zahl der Haushalte fast den geschätzten Wert für das Jahr 2010. Sorgen dürfte der Stadt die schleppende Entwicklung der erteilten Baugenehmigungen machen. Von dem vom Stadtrat vorgegebenen Ziel von 3800 Wohnungsfertigstellungen pro Jahr sind selbst die Zahlen für das Jahr 2004 noch ein ganzes Stück entfernt. Sie konnte mit 2685 in 2004 den Vorjahreswert (2003: 2795) nicht erreichen und blieb damit zum zweiten Mal in Folge unter ihrem Vorjahreswert. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der 90er Jahre wurden in der Domstadt knapp 5000 Wohneinheiten jährlich genehmigt und 4440 realisiert. Die Talsohle begann nach der Jahrtausendwende mit einem Rückgang um über 45 Prozent.
Vor allem für die so genannten "Schwellenhaushalte" sind Eigenheime im Kölner Stadtgebiet inzwischen unerschwinglich geworden. Sie sind auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Interessant sind hier andere Zahlen. So ist der Bau von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern im vergangenen Jahr mit 1102 (2003: 1222) leicht zurückgegangen. Dagegen legten die fertig gestellten Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern ebenso kräftig zu wie der Bau von Eigentumswohnungen, der sich von 446 in 2003 auf 890 im vergangenen Jahr nahezu verdoppelte. Für welchen Bedarf wird da gebaut. Der Schluss liegt nahe, dass hier vor allem solvente Haushalte den Weg ins Eigentum suchen. Wenn aber der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zum Beispiel durch Einschnitte ins soziale Netz stärker steigen sollte als der Bedarf an hochwertigen Wohnungen im guten bis sehr guten Wohnumfeld, dann wird die Stadt regelrecht gezwungen aktiv tätig zu werden. Die Zahlen für 2004 lassen sich auch anders interpretieren. Für die gebeutelte Bauwirtschaft (Umsatz- und Beschäftigungsrückgang seit inzwischen mehr als 10 Jahren) ist die Gesamtbauleistung ein wichtiger Gradmesser. Diese erhöhte sich in 2004 deutlich auf fast 560 Millionen Euro (2003: 458,5 Mio.Euro).

























