24. 05. 2012
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Mietspiegel 2010: Kleine Wohnungen werden teurer
(js) Pech, wer in Köln eine kleine Wohnung bis 60 Quadratmeter, Baujahr bis 1960, sucht: Hier sind die Mietpreise – egal in welcher Wohnlage und welches Baujahr – in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen, teilweise um bis zu fünf Prozent. Kaum Veränderungen hat es dagegen bei größeren Wohnungen in einfacher Wohnlage, die zwischen 1976 und 1989 bezugsfertig wurden gegeben. Insgesamt, so die Verfasser des jetzt vorgelegten "Mietspiegels 2010", müsse man künftig bei einem "extrem angespannten" Wohnungsmarkt" mit "moderaten Mietsteigerungen" rechnen.
Der "Mietspiegel für frei finanzierte Wohnungen" wird seit 1974 im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 e.V., dem Mieterverein Köln e.V., der Rheinische Immobilienbörse e.V. und der Vereinigung von Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern Köln e.V. aufgestellt. Er dient – auch vor Gericht – als Richtlinie zur Ermittlung ortsüblicher Vergleichsmiete. Für die aktuelle Ausgabe wurden 17.000 Mietverträge ausgewertet. Insgesamt gibt es in Köln rund 400.000 Mietwohnungen.
Geheimtipp Deutz
Nachdem es in den letzten Jahren zahlreiche neue Bauvorschriften, insbesondere zum Energiesparen erlassen wurden, wurde in den aktuellen Mietspiegel eine Gruppe 5 neu aufgenommen. Sie umfasst Wohnungen, die nach 2005 fertiggestellt wurden. Hier liegen die Quadratmeterpreise je Lage und Größe zwischen 7,20 und 12,00 Euro. Als "Geheimtyp" für relativ preisgünstiges Wohnen selbst in guter Lage nannte Thomas Tewes vom Haus- und Grundbesitzerverein den Wohnstandort Deutz.
Grund für die angespannte Lage auf dem Kölner Wohnungsmarkt – darin sind sich alle Beteiligten einschließlich der Stadt – einig, ist die Tatsache, dass zu wenig bezahlbare Mietwohnungen neu gebaut werden. Auf über 1000 Wohneinheiten beläuft sich dieses Defizit im Jahr, so Michael Schleicher, Leiter des Kölner Amts für Wohnungswesen. Dies liegt zum einen an unzureichender staatlicher Förderung, zum anderen an zu hohen Grundstückspreisen. Er versprach jedoch, dass die Verwaltung bis 2012 ein grundlegendes Stadtentwicklungskonzept vorlegen wird, in dem auch dieser Aspekt berücksichtig wird. Einstimmig wurden auch die "verantwortungsvollen" Vermieter gelobt. Diese seien in der Vergangenheit eher an langfristigen Mietverträgen und einem guten Verhältnis zu ihren Mietern gelegen als an übertriebener Rendite. Tewes verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Stundung "hoher vierstelliger Mietrückstände" keine Seltenheit sei. Und Jürgen Becher vom Mieterverein sagte, dass es nur etwas mehr als fünf Prozent der insgesamt über 32.000 Beratungen in den letzten beiden Jahren um Mieterhöhungen gegangen sei. Lediglich 139 Mal sei es 2009 zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung gekommen.
Preistreiber Nebenkosten
Preistreiber bei den Mieten waren in den letzten Jahren vor allem die Betriebs- und Nebenkosten. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die " vom Rat beschlossenen Gebührenerhöhungen", so Becher. Dies mache die "Mietbelastung für Mieter bald nicht bezahlbar" warnte er, schon jetzt müssten nicht wenige Mieter 40 Prozent ihres Monatseinkommen für Miete und Nebenkosten aufbringen.
Der Mietspiegel kann für 3,50 Euro zuzüglich Versandkosten angefordert werden bei:
Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 e.V.: Hohenzollernring 71-73, 50672 Köln
Mieterverein Köln e.V.: Mühlenbach 49, 50676 Köln
Vereinigung von Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern Köln e.V.: Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln
Rheinische Immobilienbörse e.V. Josefstr. 81, 51143 Köln
Ab 7. Dezember 2010 im Internet unter: www.rheinische-immobilienboerse.de.

























