25. 05. 2012
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Neue Energiesparhäuser in Köln-Klettenberg
Am heutigen Dienstag war Richtfest. Mehr als 100 Nachbarn und potenzielle Interessenten waren in die Geisbergstraße nach Köln-Klettenberg gekommen, um sich über den Baufortschritt und die Details des Wohnbauprojekts auf dem Eckgrundstück zur Franz-Marc-Straße zu infomieren. GWG-Geschäftsführerin Marion Sett zeigte sich zufrieden mit dem Neubauprojekt. Etwas mehr als sechs Millionen Euro investiert die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft in das Projekt, das mit dem heutigen Dienstag offiziell den Abschluss der Rohbauarbeiten beging. 29 Wohnungen mit 15 verschiedenen Grundrissen und Größen zwischen 60 und 137 Quadratmeter Wohnfläche entstehen am westlichen Stadtrand. Aus einem 1957 errichteten Wohnblock mit angrenzender Garagenfront entstand ein Neubau, der nun in drei Bauabschnitten realisiert werden soll. Das Besondere an dem Projekt ist das Energiekonzept, wie Geschäftsführerin Sett nicht ohne Stolz betonte. Damit sparen die Initiatoren bis zu 60 Prozent der Energie gegenüber einem herkömmlichen Wohnungsbau. Dabei nutzen die Initiatoren neben einer geothermischen Wärmegewinnung für Heizungszwecke auch ein kleines mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk. Das produziert seinen eigenen Strom, wodurch sich die Nebenkosten insbesondere für Heizung deutlich reduzieren. Die Wohnungen, deren Vermietungsphase mit dem Richtfest gestartet wurde, sollen etwas unter zehn Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter kosten. Hinzukommen insgesamt zwei Euro pro Quadratmeter Nebenkosten, der Heizkostenanteil liegt allerdings mit gerade einmal 0,30 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem Durchschnitt normaler Mietwohnungen, wie die Verantwortlichen betonten.
Auch die Kohlendioxid-Bilanz des neuen Wohndomizils im Südwesten des Stadtteils Klettenberg liest sich eindrucksvoll. Statt der konventionellen 63 verbrauchen die Wohnungen nach Berechnungen der Energieplaner lediglich 19 Tonnen des schädlichen Klimagases. Fast die Hälfte spart der Investor dadurch ein, dass die Fassade des Hauses eine besonders effiziente Dämmung erhält, der Rest wird durch die Rückführung des eigenproduzierten Stroms sowie durch das innovative Heizkonzept mit Wärmepumpen und geothermischer Ausnutzung der ersten Grundwasserschicht eingespart. Zusätzliche Energie benötigen die Hausbewohner lediglich bei der Warmwasser-Zubereitung. Weil Warmwasser standardmäßig eine Temperatur von 60 Grad Celsius benötigt, muss hier zusätzlich nachgesteuert werden. Auch Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker zeigte sich von dem Konzept und dem Neubau begeistert. Vor allem die angespannte Parkplatzsituation hat der CDU-Politikerin und der Lindenthaler Bezirksvertretung anfangs Sorgen gemacht. Die Lösung: Eine Tiefgarage mit insgesamt 74 Stellplätze, davon drei als Behindertenparkplätze, soll die Situation für die Autofahrer des Viertels spürbar entspannen. Neben den eigenen Mietparteien und den umliegenden Wohnhäusern sollen die restlichen Stellplätze an Dritte vermietet werden. In dem Gebäudekörper selbst werden rund 2600 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Die Fertigstellung ist für Dezember dieses bis Anfang kommenden Jahres geplant.
Die GWG-Rhein-Erft besitzt im Großraum Köln einen Wohnungsbestand von insgesamt rund 3200 Wohnungen. Zusätzlich bewirtschaftet das Unternehmen weitere 800 Wohnungen in der Region für Dritte. In Köln hält die GWG einen Bestand von rund 600 Wohnungen. Bei der Entmietung gingen die Verantwortlichen sehr behutsam vor, wie Sett erläuterte. Zunächst wurden die Pläne, die einen Abriss des über 50 Jahre alten Bestandsgebäudes vorsahen, in einer Mieterversammlung erläutert. Anschließend aktivierte Sett, deren Gesellschaft Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (ARGE) ist, das Netzwerk. Innerhalb kürzester Zeit konnte alle 29 Mieter mit angemessenem Wohnraum und zu angemessenen Mietpreisen versorgt werden. In Einzelfällen zahlte die GWG sogar eine Ablöse, zum Beispiel für selbst eingebaute Badezimmer oder Parkettböden. Auch ein Rückzug bot das Wohnungsunternehmen den Ehemaligen an. "Allerdings hat niemand dieses Angebot angenommen. Zwei Umzüge innerhalb kürzester Zeit waren einfach zu viel", so die GWG-Geschäftsführerin. Einen regelrechten "Run" dürfte das Unternehmen bei der Neubesetzung der Wohnungen erleben. Schon jetzt gebe es rund 60 Bewerbungen. Die Entscheidung, wer letztlich den Zuschlag, behält sich die Wohnungsgesellschaft allerdings vor. Ziel ist eine größtmögliche Durchmischung der Wohnungen. "Wir schauen dabei einfach darauf, ob es passt", so Sett abschließend.

























