Wetter

Webtipps:
Wo kann man sich am besten nach Immobilien in Liechtenstein informieren?


Immobilien Köln - hier online suchen und finden

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Richtfest für 1. Bauabschnitt in Köln-Niehl


24.01.2009 10:30 von:

Schlagwörter: Köln,Richtfest,Bauabschnitt,Köln-Niehl.Wohnungsprojekt,GAG,Immobilien,AG

Die 35 Eigentumswohnungen, deren Rohbau bereits fertig gestellt war sowie knapp 30 Einfamilien-Reihenhäuser sind bereits vor Baubeginn verkauft worden. „So etwas habe ich bislang nur im absoluten Niedrigpreis-Segment erlebt“, räumt GAG-Finanzvorstand Uwe Eichner gegenüber Köln Nachrichten ein. Selbst für den zweiten Bauabschnitt, für den die Erdaushubarbeiten bereits abgeschlossen sind und dessen Hochbauarbeiten in Kürze beginnen sollen habe man bereits Wohneinheiten verkauf, die dort geplanten Einfamilien-Reihenhäuser sind bereits fast komplett vermarktet, wie der für das Bauträgergeschäft zuständige GAG-Vorstand erklärte. Sein Vorstandskollege Günter Ott sprach in seiner Begrüßungsrede von einer „Stadtrendite“. Die ergibt sich seiner Auffassung nach aus der richtigen „Mischung“ einer Wohnsiedlung und einen Wohnviertels. So entstehen auf dem ehemaligen Produktionsgelände zwischen Friedrich-Karl-Straße und Amsterdamer Straße neben insgesamt 89 Eigentumswohnungen und rund 50 Reihenhäuser vor allem 265 Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau. Das eigentlich innovative aber steckt unter der Erde.

Soziale Mischung entschiedend für funktionierendes Stadtviertel

In enger Zusammenarbeit mit dem Wärmepumpenhersteller  Waterkotte aus Herne, der nordrhein-westfälischen Energieagentur und dem Landeswirtschaftsministerium entsteht derzeit im Kölner Norden die „wahrscheinlich größte Geothermiesiedlung in Europa“ (O-Ton Dr. Frank-Michael Baumann, Energieagentur NRW). Angesichts steigender Energiepreise wird die so genannte „zweite Miete“, sprich die Nebenkosten, zu einem immer wichtiger werdenden Faktor bei der Auswahl des geeigneten Wohnraums, auch und vor allem für die Nutzer, wie Ott in seiner Rede betonte. Ein Langzeitvergleich der Preisentwicklung gibt ihm Recht. Stiegen in den vergangenen fünf Jahren die durchschnittlichen Wohnungsmieten um gerade einmal acht Prozent, so legten die Heiz- und Stromkosten um stolze 73 Prozent zu. Im Rahmen ihres Sozialraummanagements achten die Initiatoren aber auch bei der Vergabe der Sozialwohnungen auf die richtige Mischung, wie Ott betonte. „Es ist nicht entscheidend wie viel jemand verdient oder ob er einen Wohnberechtigungsschein besitzt. Viel wichtiger ist, ob er soziale Kompetenz besitzt“, umschreibt Ott die Anforderungen an eine funktionierende Nachbarschaft. Auch beim Bau selbst will Ott und sein Unternehmen Qualität bieten. So sind die Wohngebäude auf eine Lebensdauer von 50 Jahren errichtet (Abschreibungszeitraum). „Das stellen wir uns unter Stadtrendite vor“, erklärte der GAG-Vorstand weiter.

Die geothermischen Anlagen werden dabei unterirdisch angelegt. Die notwendigen „Saug- und Schluckbrunnen“ werden bis zu einer Tiefe von 25 Metern vorgetrieben. In der zentralen Wärmetauschereinheit wird schließlich mit modernster Wärmepumpentechnologie die Temperaturdifferenz zwischen Oberfläche und Tiefe zu Energie umgewandelt. Während in Köln-Niehl der Boden in der Tiefe 14 Grad Celsius warm war, lag die Oberflächentemperatur am heutigen Freitag bei 7 Grad Celsius. Die Idee kam Unternehmensgründer Klemens Waterkotte dabei während seiner Tätigkeit als Kältebauingenieur während des U-Bahn-Baus in München. Als er die Primärstützen bis zu 35 Meter tief im Sandboden unter der bayerischen Landeshauptstadt einsetzte, stellten die Ingenieure fest, dass aus dem Boden unablässig Wärme strömte. Je nach Standort muss man dazu auch keine Kilometer tiefen Löcher in den Boden bohren, es reichen schon wenige Meter. Über Wärmetauscher und Pufferspeicher lässt sich so völlig unabhängig von Lieferengpässen bei fossilen Energieträgern Wärme gewinnen. Lediglich die Wärmepumpe selbst benötigt für ihren Einsatz Strom. Waterkotte zählt heute mit seiner Herner Firma zu den größten Herstellern dieser Technologie in Deutschland und Europa.

Land NRW unterstützt Technologie

Auch das Land Nordrhein-Westfalen hat inzwischen die Chancen und Potenziale der Technologie erkannt. So zählt das Wärmepumpenprogramm zu den Schwerpunkten bei der Energieberatung bei Wohn- und Hauseigentümern. Während die Technik der Wärmepumpe im Eigenheimbau bereits weit verbreitet ist, gibt es die Geothermie-Siedlung noch nicht so häufig. Dies wolle man aber ändern, wie der Geschäftsführer der Energieagentur NRW Baumann erläuterte. Derzeit werden in Deutschland rund 43.000 Wohngebäude mit Wärmepumpen beheizt, alleine im vergangenen Jahr kamen 8000 neue hinzu, erklärte Baumann. „Das muss mehr werden“, forderte der Chef der Energieagentur. Auch Werner Lechner, Fachreferent im Landeswirtschaftsministerium und dort zuständig für Geothermie-Siedlungen, sieht die Technik der Wärmepumpen auf dem Vormarsch. Angesprochen auf die möglichen Vorbehalte seitens der (weitgehend monopolitischen) Gasversorger betonte der Ministerialbeamte die einhellige Unterstützung. „Im vergangenen Jahr wurde ein Beschluss des Parlaments zur Förderung dieser Technik einstimmig verabschiedet. Die großen Versorger unterstützen inzwischen die Wärmepumpentechnik“, so Lechner gegenüber Köln Nachrichten. Ein zweiter Punkt ist sicher auch die technologische Kompetenz, die nach Lechners Ansicht gerade in NRW ein hohes Niveau erreicht hat. „Viele der führenden Wärmepumpenhersteller sitzen und produzieren in NRW“, weiß der Fachmann aus dem Wirtschaftsministerium. Subventionen, so versicherte Lechner, erhält die Industrie aber nicht.

Der Kölner Wohnungskonzern plant unterdessen bereits die nächste Geothermie-Großsiedlung. Ab Herbst dieses Jahres wird im Kölner Westen am Dansweiler Weg in Köln-Braunsfeld eine neue Siedlung entstehen. Ähnlich wie bei den umliegenden Bestandsgebäuden in Niehl, die bereits lange Zeit zuvor in besitz der GAG waren und nun im Zuge der Neubauarbeiten ebenfalls abgerissen und neu errichtet werden, planen die Initiatoren auch hier den mieterfreundlichen Wohnungswechsel. Im Gegensatz zu den meisten anderen Wohnbauprojekten wird in Braunsfeld zunächst der Neubau entstehen, bevor die ersten Gebäude entmietet und abgerissen werden. So soll gewährleistet werden, dass die Mieter nur einmal umziehen müssen und – viel wichtiger für die meisten – nicht aus ihrem Stadtteil wegziehen müssen. Die Siedlung in Braunsfeld wäre dann nach Angaben des GAG-Vorstandes die zweitgrößte Geothermiesiedlung in Deutschland.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse