25. 05. 2012
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Solarsiedlung in Köln-Ossendorf eröffnet ersten Bauabschnitt
Ziel der Maßnahme ist es, mehrere Wohnblocks ökologisch rundzuerneuern.
Das Land NRW gibt einen Zuschuss (300.000 Euro) im Rahmen des Programms
„50 Solarsiedlungen“. Am gestrigen Dienstag (26. Juni 2007) feierten
die Beteiligten die Eröffnung des ersten Bauabschnitts mit 48
Wohnungen. Gleichzeitig wurde für den zweiten und letzten Bauabschnitt
(96 Wohnungen) der Richtkranz gesetzt.
Trotz regennasser Witterung kam die nordrhein-westfälische
Wirtschaftsministerin Christa Thoben persönlich nach Köln, um sich vor
Ort ein Bild über das GAG-Projekt zu machen. Nichts ist so überzeugend,
wie das gebaute Beispiel. NRW ist mit 41 Projekten europaweiter
Spitzenreiter bei Solarsiedlungen. Das Renovierungsprojekt der GAG in
Köln und die weiteren 40 Projekte sind vorbildlich", erklärte die
Ministerin für Wirtschaft, Energie und Mittelstand bei der Einweihung
des Solarpoints (Informationstafeln zur Siedlung) in der Solarsiedlung.
Im Rahmen des Leitprojektes "50 Solarsiedlungen in NRW" fördert das
Land seit Ende der 90er Jahre den Bau oder die Sanierung von
Siedlungen, die sich durch intensive Nutzung der Solarenergie für die
Wärme- und Stromversorgung auszeichnen. Mittlerweile sind 17 Siedlungen
mit über 1.600 Wohneinheiten fertig, in denen mehr als 4.000 Bürger
leben. Aktuell werden 14 weitere Siedlungen gebaut und zehn sind in der
Planung.
Aus 30 werden 4,5 Liter-Häuser
Besonderes Anliegen war die nachhaltige Verbesserung des
Energieverbrauchs. Vor allem die Heizkosten sollten reduziert werden.
Durch die Installation zusätzlicher Solarmodule auf dem Dach sollte
zudem ein Teil der Warmwasseraufbereitung erfolgen, auch dies schlägt
sich positiv auf die Energiebilanz der Gebäude nieder, wie das
Unternehmen verspricht. Damit die Versprechungen auch mit Inhalt
gefüllt werden, hat sich das Unternehmen kompetente und
wissenschaftliche Unterstützung zugesichert. So begleiten Forscher des
Wissenschaftsparks Gelsenkirchen, der beiden Fachhochschulen in Köln
und Osnabrück sowie das Institut für empirische Sozialforschung in Köln
die Umsetzung. Das Architekturbüro Thiele und Hoffmann
(Solingen/Freiburg) und die „richtigen Handwerker“ taten ihr Übriges,
um den zügigen Baufortschritt mit dem gewünschten Ergebnis
sicherzustellen, wie Ott betonte.
Die zuvor oftmals mit Radiatoren und Nachtspeicherheizungen beheizten
Wohnungen verursachten zuletzt deutlich gestiegene Nebenkosten, die für
die Mieter zu einer wirklichen zweiten Miete wurden. Zudem waren die
1963 entstandenen Gebäude schlecht gedämmt. Das soll nun anders werden.
So wurden u.a. die alten Heizsysteme komplett entfernt und durch
Holz-Pelletheizungen mit hohem Wirkungsgrad ersetzt. Durch
Staubfilteranlagen werden 90 aller anfallenden Stäube herausgefiltert.
Zugleich sorgt eine Solartherme für die Warmwasseraufbereitung. Um den
Wohnkomfort auf moderne Standards zu heben wurden zusätzlich
Fertigbäder und Balkone installiert. Ott nennt dies „einen
ganzheitlichen Ansatz“.
Deutlich weniger Heizkosten für die Mieter
Der Vermieter verspricht dabei eine durchschnittliche Reduzierung der
eingesetzten Energie um 85 Prozent. Die Heizkosten selbst sollen sogar
um bis zu 90 Prozent sinken. Zwar werden im Zuge der
Qualitätsverbesserung der Wohnungen (Heizung, Fassade u.a.) auch die
Mieten erhöht. Die Erhöhung beträgt jedoch zwischen 1,50 und zwei Euro
pro Quadratmeter und liegt damit unter den Einsparungen bei den
Nebenkosten, wie Ott betonte. Bei vielen Wohnungen ergibt sich für die
Mieter sogar eine satte Ersparnis. Durchschnittlich beträgt die
Ersparnis rund 2,60 Euro, eigentlich dürften es aber in einigen
Wohnungen, die mit Stromheizungen betrieben wurden, nach den zuletzt
deutlich gestiegenen Strompreisen einige Cents mehr sein, wie
GAG-Vorstand Günter Ott vorrechnet.
Nachhaltige Stadtentwicklung in Ossendorf als Ziel
Auch der Standort der Siedlung in der Nähe des Kölner Nordfriedhofs war
bewusst gewählt. Trotz Bedenken unter der teilweise „kritischen
Mieterschaft“ habe man sich für die Siedlung Westend entschieden, weil
dies auch aus städtebaulicher Sicht notwendig war. Was zuvor eher den
Eindruck eines Vorstadtghettos machte, soll nun nach erfolgter
Sanierung zu einer „neuen Mitte“ für den Stadtteil Ossendorf werden,
wie Ott betonte. Bedenken tritt GAG-Chef auch mit einer offenen
Kommunikationskultur entgegen. Ein Mieterbeirat wurde ins Leben
gerufen, der die Sorgen und Befürchtungen der Mieter aufnehmen und
diskutieren sollte. Aber auch der ästhetische Aspekt spielte dabei eine
mitentscheidende Rolle. Farbkonzept, völlig neue gestaltete
Außenanlagen, Wege und Plätze sorgen dafür, „dass die Mieter sich hier
wohl fühlen“, so das Ziel des Managements. Und wenn die Mieter dann
auch noch unterm Strich sparen, ist das umso besser.
Photovoltaik kann sich rechnen
Das Sanierungsprojekt rechnet sich u.a. deshalb so deutlich, weil nach
dem derzeit gültigen Energieeinspeisungsgesetz (Gesetz zum Einsatz
erneuerbarer Energien EEG) die eingespeiste Strommenge der
Photovoltaikanlage zu einer zusätzlichen Vergütung durch
Regionalversorger RheinEnergie AG führt. Nach ersten Berechnungen
bringt dies der GAG eine zusätzliche Rendite von rund sechs Prozent.
Gefördert wurde u.a. nach dem REN-Programm (Rationale Energieverwendung
und Nutzung unerschöpflicher Energiequellen);
KWF-CO2-Gebäudesanierungsprogramm; HAFO (Euromittel,
Holzabsatz-Förderrichtlinie 2006 in Verbindung mit Richtlinie 1275 der
EU; BAFA, Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle- Antrag auf
Förderung zur Verfeuerung von Biomasse.
Derzeit lässt das Kölner Wohnungsunternehmen an 6100 Gebäuden im
Bestand ein so genanntes „Gebäudescreening“ durchführen. GAG-Chef Ott
will nicht ausschließen, dass dem ersten ökologischen Sanierungsprojekt
weitere folgen könnten. Weitere Informationen zum Landesprogramm der
ökologischen Sanierung im Rahmen des Projektes „Solarsiedlungen finden Sie unter: www.50-solarsiedlungen.de und www.energieagentur.nrw.de.

























