25. 05. 2012
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Villa anders erhält symbolischen Schlüssel
Das Kölner Wohnungsunternehmen GAG Immobilien AG hat am gestrigen Freitagmittag den symbolischen Schlüssel an die Bewohner der "Villa Anders†übergeben. Das integrative schwul-lesbische Wohnprojekt ist das erste seiner Art in Europa, wie die Initiatoren bei der feierlichen Übergabe betonten. Im Jahr 2006 gab es ein erstes Gespräch zwischen dem Verein Rubicon e.V., dem Bauherrn GAG und dem Kölner Beratungszentrum für Lesben und Schwule. Ziel des Wohnprojekts und seiner 43 Bewohnerinnen und Bewohner war von Anfang an ein "diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Wohnen", wie GAG-Vorstandsmitglied Sybille Wegerich ausführte. Von den insgesamt 35 Wohneinheiten sind 15 frei finanziert, die Nettokaltmiete beträgt für diese Wohnungen 8,50 Euro nettokalt. Der Großteil der Wohnungen wird allerdings deutlich günstiger angeboten. Die öffentlich geförderten Wohnungen kosten zwischen 4,80 und 5,90 Euro nettokalt. Die Einwohnergemeinschaft hat dabei ein Vorschlagsrecht bei der Belegung der Wohnungen, wer die Sozialwohnungen belegt ist allerdings Sache von Eigentümer und Stadt Köln. Eine weitere Besonderheit dieses Wohnprojektes, in dem auch zwei Menschen mit körperlichen Handicaps sowie einige heterosexuelle Mieterinnen und Mieter leben, ist eine Gemeinschaftswohnung. Die Vielfalt der Mieterinnen und Mieter und die Einrichtungen sollen – ebenso wie die Architektur – das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner stärken. Außerdem habe man bei der Belegung der Wohnungen auch auf eine solide Altersmischung geachtet. Kinder gibt es in der Anlage keine, die Altersspanne der Bewohner liegt zwischen 22 und 60. Damit wollen man auch den Anspruch einer Mehrgenerationsanlage mit Leben füllen, so die Initiatoren weiter.
Und die Bewohner haben bereits einige Maßnahmen ergriffen, die diese Gemeinschaft weiter ausbauen. Nach dem Einzug der Mietparteien zwischen November 2009 und Januar dieses Jahres gibt es bereits erste Initiativen wie eine Frauenkochgruppe sowie ein Café, geplant sind eine Gymnastikgruppe, ein Malkurs und eine PC-Schulung. "Jeder muss mitgenommen werden. Es gibt gute Ansätze", erklärte Lisa Weiß vom Verein Schwul-Lesbisches Wohnen. "Wir werden auch die restlichen Probleme in den Griff bekommen", erklärte die Sprecherin der Hausgemeinschaft, Gabriele Wedde. Was damit gemeint war, wurde bei einem Gespräch mit Mietern der "Villa anders" deutlich. In einigen Wohnungen funktionierten Heizung und Gegensprechanlage nicht. Auch gab es Kritik an der Geschwindigkeit der Bearbeitung. Inzwischen aber sind einige Probleme bereits abgearbeitet, in den restlichen Fällen versicherten die Vertreter des Eigentümers, dies schnell umzusetzen. Dass der Himmel just zur Schlüsselübergabe seine Schleusen öffnete und einen heftigen Regenguss zur Erde sendete, tat der positiven Grundstimmung jedoch keinen Abbruch. Menschen aus unterschiedlichsten Schichten wohnen nun Tür an Tür und wollen damit ein Beispiel für eine gelungene Durchmischung von Wohnquartieren geben. "Wir wirken der Ghettobildung entgegen", so Bewohnersprecherin Wedde abschließend.
Das Projekt "Villa anders" ist ein Projekt der GAG Immobilien AG. Die Stadt hat das Projekt mit einem Zuschuss in Höhe von rund 160.000 Euro gefördert. Die 35 Wohnungen sind zwischen 38 und 72,6 Quadratmetern in zehn unterschiedlichen Wohntypen groß. Das Haus steht auf einem 936 Quadratmeter großen Grundstück an der Helmholtzstraße im Kölner Stadtteil Ehrenfeld.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch auf der Internetseite unter: www.villa-anders-koeln.de.

























