Wetter

Webtipps:
Wo kann man sich am besten nach Immobilien in Liechtenstein informieren?


Immobilien Köln - hier online suchen und finden

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Wohnungsmarkt 2010: Köln muss größer werden


25.01.2010 16:43 von:

Schlagwörter: Köln,Wohnungsmarkt,2010,Ausblick,Haus- und Grundbesitzerverein,Forderung,Kritik,

Der Kölner Wohnungsmarkt weist bereits seit dem Jahr 2001 einen Missstand auf. Um ein ausgeglichenes Marktverhältnis von Angebot und Nachfrage aufrecht zu erhalten, sind eigentlich pro Jahr 3500 neue Wohnungen notwendig. Aber seit fast einem Jahrzehnt verfehlt die Stadt diese Zielvorgabe mal mehr, mal etwas weniger deutlich, so die Verantwortlichen des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins von 1888. Deren Vorstandsvorsitzender Konrad Adenauer und Hauptgeschäftsführer Thomas Tewes gaben am heutigen Montag einen Ausblick auf den Kölner Wohnungsmarkt im Jahr 2010. Neben generellen Forderungen wie einer Überarbeitung des Mietrechts und der Wiedereinführung der degressiven Afa (Abschreibung für ) sehen die Verantwortlichen des Wohneigentümerverbandes auch Handlungsbedarf auf der Ebene der Kommunalpolitik. So müsse die Stadt mehr Flächen zur Wohnbebauung bereit stellen, forderte Vorstandschef Adenauer. Nur so könne man dem Trend drastisch steigender Grundstückskosten entgegen wirken. In die innerstädtischen Grünfläche könne und dürfe man nicht eingreifen, aber so mancher Acker in den Kölner Außenbezirken eigne sich durchaus als Grund für neue Wohnsiedlungen.

Weil Köln aber im Gegensatz zu manch anderer Kommune in NRW über steigende Nachfrage verfüge, rechnen die beiden Vereinsverantwortlichen mit einem deutlichen Anstieg der Mietpreise. In einzelnen Segmenten werde der Kölner Mietspiegel, der im Jahr 2011 aktualisiert wird, wohl Preissteigerungen von bis zu zehn Prozent ausweisen. Das betrifft, so Adenauer weiter, vor allem das mittlere Mietsegment. Gemeint sind Wohnhäuser mittleren Alters (zwischen den 60er und frühen 90er Jahren erbaut), die zumeist in einer Spanne von fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Es sei zudem ein Missverhältnis, wenn der gesamte Kölner Wohnungsmarkt nahezu vollständig in Händen von Wohnungsunternehmen und Genossenschaften liege. Im Jahr 2008, so rechnete Geschäftsführer Tewes vor, seien 87 Prozent der insgesamt 2170 neuen Wohnungen von Wohnungsunternehmen errichtet worden. Der Anteil privater Bauherrn und Investoren ging hingegen auf fast marginale neun Prozent zurück. Viel zu wenig, wie beide Verantwortliche betonten.

Kritik äußerten Adenauer und Tewes auch an der einseitigen Schwerpunktsetzung der neuen Kölner Koalition von Rot-Grün. Insbesondere die Ankündigung des Grünen-Politikers Jörg Frank, den dritten Bauabschnitt des Neubaugebiets Widdersdorf-Süd erst einmal so lange ruhen zu lassen, bis sich das neue Wohnviertel etabliert habe, bezeichnete Hauptgeschäftsführer Tewes als "Katastrophe schlechthin". Gleiches gilt auch für zentrale Anliegen der Grünen in der Verkehrspolitik. "Die grüne Idee, den Verkehr lahmzulegen, hat sich ausgelebt", so der Vereinsgeschäftsführer weiter. Solche Maßnahmen würden Investoren, auch auswärtige, eher abschrecken. Genau das aber sei notwendig, wenn Köln in den kommenden Jahren die Zielvorgabe von 3500 bis 4000 neuen Wohnungen erreichen will. Diese Zahlen wiederum sind notwendig, um den stark reglementierten Wohnungsmarkt wieder in einen ausgeglichenen Zustand (Angebot und Nachfrage) zu bringen. Die Hoffnungen einseitig auf Wohnungsunternehmen zu setzen, helfe nicht weiter. Man müsse auch die privaten Investoren und Bauherrn wieder stärker ins Blickfeld nehmen, forderten die Vereinsoberen.

Bei der Suche nach Lösungen brachte der Haus- und Grundbesitzerverein aber auch frische Ideen ins Spiel. Eine mögliche Lösung wäre die Einrichtung einer Art "One-Stop-Agency" für Bauherrn und Investoren. Diese Einrichtung innerhalb der Stadtverwaltung müsse nicht zwangsläufig mit neuem Personal besetzt werden. "Neu ist die Idee nicht. In der Wirtschaftsförderung scheint sie ja zu funktionieren", so Tewes. In der Hansestadt Hamburg gebe es derzeit bereits konkrete Überlegungen, wie mit einer solchen Servicestelle für die Wohnungswirtschaft die Bürokratie abgebaut und die notwendigen Genehmigungen gebündelt und damit effektiver als bisher erteilt werden können. Auch Bauvoranfragen müssten die Mitarbeiter einer solchen Servicestelle einreichen können, so die Idee. Ein weiterer Lösungsansatz ist ebenfalls nicht ganz neu, aber bereits an anderer Stelle heftig kritisiert. Die Domstadt müsse sich überlegen, ob nicht auch eine räumliche Ausdehnung über die bisherigen Stadtgrenzen hinaus möglich ist. Zwar hatte die Kölner CDU auf einen Vorschlag des Kalker Bezirksbürgermeisters aus dem vergangenen Jahr mit heftiger Kritik reagiert. Vereinsvorstand Adenauer aber regte an, auch über Eingemeindungen, insbesondere am westlichen und östlichen Stadtrand Kölns nachzudenken. "Köln muss seinen Speckring ausdehnen", so die plakative Forderung Adenauers. Insgesamt sollte auch der Kölner Wohnungsmarkt von dem Trend profitieren, der sich im vergangenen Jahr in immer mehr Köpfen festgesetzt hatte. Zwar erreicht ein Investment in eine Wohnimmobilie niemals die Renditen eines spekulativen Börseninvestments. Dafür aber hat die Immobilienanlage auch in Krisenzeiten kaum an Wert verloren. Und dass die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft nach dem Produzierenden Gewerbe die Branche mit der zweithöchsten Wertschöpfung sei, sei vielen eher unbekannt. Auch hier kündigte der Verein im Laufe dieses Jahres eine weitere Initiative an. "Das muss in den Fokus rücken", so Tewes abschließend.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse