25. 05. 2012
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Wohnungsmarkt in der Region differenziert sich weiter aus
Erstmals untersucht die Makler-Tochter der Corpus Immobiliengruppe, die
Corpus Immobilien Makler GmbH nicht nur ausgesuchte Teilmärkte sondern
die gesamte Region inklusive der Kölner und Bonner Umlandgemeinden. Der
langjährige Trend zur Landflucht scheint aktuell zumindest gestoppt.
Die Innenstädte werden immer beliebter. Das gilt nicht nur für
renommierte Anwaltskanzleien oder schmucke Internet-Start-Ups sondern
zunehmend auch für eine anspruchsvolle Klientel wohlhabender
Privatinvestoren.
Dies sagt Carsten Brodesser, Geschäftsführer der Corpus-Maklertochter
bei der Vorstellung der neuen Marktstudie am Mittwoch. In der
Gesamtbetrachtung bleiben die Kaufpreis für Wohnimmobilien in der
Region jedoch auf einem stabilen Niveau. So beträgt der
durchschnittliche Kaufpreis einer Eigentumswohnung in Köln 1.886 Euro /
Quadratmeter und lag damit 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch
bei
Einfamilienhäusern beobachteten die Immobilienexperten einen leichten
Rückgang auf 292.000 Euro (- 1,7 Prozent). Den gleichen Trend – wenn
auch etwas abgeschwächt – ist demnach auch in der ehemaligen
Bundeshauptstadt Bonn zu beobachten. Hier gingen die Preise für
Eigentumswohnungen um ein Prozent und die von Einfamilienhäusern um
drei Prozent zurück.
Die Preisangaben werden dabei jedoch nicht wie üblich durch
tatsächliche Kaufpreise abgebildet. Diese Methode wird normalerweise
von den Gutachterausschüssen zur Bewertung und Einstufung der
Bodenrichtwerte genutzt. Die Methodik der Corpus-Untersuchung setzt
einen Schritt früher an, beim Angebot. Knapp 300.000 Immobilieninserate
im Internet und den Tageszeitungen wurden dabei in eine große Datenbank
eingegeben. Fälle, in denen ein Anbieter eine Immobilie mehrfach
inseriert, werden dabei als Dublette erkannt und entsprechend
bearbeitet, erläuterte Prof. Dr. Manfred Nutz, außerordentlicher
Professor am Geografischen Institut der Universität zu Köln. „Die
Methodik hat den Vorteil, dass sie die aktuelle Marktdynamik besser
wiedergibt. Gleichzeitig sind die Angebotspreise auch eine Art
Wertmaßstab z.B. für verkaufswillige Immobilienbesitzer, argumentierte
Nutz. Die Werte selbst sind so genannte „meridian“-Werte. Sie weichen
von den Durchschnitts- und Moduswerten dadurch ab, dass sie die
relative Verteilung der unterschiedlichen Häufigkeiten mit
berücksichtigen. Meridianwerte liegen zumeist zwischen Modus- und
Mittelwert.
Neubau - ein kleines aber interessantes Marktsegment
Statistisch betrachtet macht die Summe der neu gebauten Wohnimmobilien
am Gesamtumsatz mit Wohnimmobilien in Köln derzeit gerade einmal 15
Prozent aus, wie Brodesser weiter mitteilte. Insbesondere im
linksrheinischen Köln besteht durch die Ausweisung verschiedener
Neubauflächen ein erhöhtes Angebot. So verwundert es wenig, dass von
den zehn Kölner Stadtteilen mit dem höchsten Angebot an
Eigentumswohnungen alleine acht auf der linken Rheinseite Kölns liegen.
Gleiches gilt auch für die Zahl der neugebauten Eigentumswohnungen. Vor
allem in der Innenstadt und den guten bis sehr guten Wohnlagen zeichnet
sich eine weitere starke Nachfrage und damit auch weiter steigender
Kaufpreise ab.
Spannend wird jedoch die Frage bleiben, wie die unverändert hohe
Nachfrage im Kölner Stadtgebiet bedient werden kann. „Neubauflächen
sind nicht beliebig erweiterbar, vor allem der Konversion bestehender
Gewerbeflächen, wie z.B. dem ehemaligen Gerling-Sitz oder dem
Rheinauhafen, misst die Corpus-Maklertochter große Bedeutung zu. Zudem
sehen die Immobilienvermittler eine unverändert große Angebotslücke bei
Wohneigentum im einfachen Preissegment. „Vor allem die steigenden
Baukosten bereiten uns Sorgen. Dieser Trend wird auch in naher Zukunft
fortgesetzt werden“, so Brodesser weiter. Im Einfamilienhausbau
bedeutet Neubau zugleich aber auch einen geringeren Grundstücksanteil.
„Die Grundstücksgrößen, die vor 20 oder 20 Jahren üblich waren, wären
bei den heutigen Preisen nahezu unerschwinglich“, kommentiert der
Marktexperte.
Trendumkehr auf der rechten Rheinseite - Nach drei Jahren Rückgang
Nachdem im Jahr 2002 ein bisheriger Rekordwert bei Verkaufspreisen für
Wohnraum im rechtsrheinischen Raum erzielt wurde, konnte Corpus nun
endlich eine Trendumkehr vermelden. Nach drei Jahren kontinuierlicher
und deutlicher Abwärtsbewegung ziehen die Kaufpreise für Wohnimmobilien
auch in Vororten wie Deutz, Müllheim oder Kalk wieder an. Allerdings
stellten die Autoren der Untersuchung auch fest, dass sich die Schere
zwischen den teuersten und günstigsten Stadtteilen in 2006 weiter
vergrößert hat. Betrug der Abstand bei den durchschnittlichen
Verkaufspreisen zwischen Lindenthal und Vingst 2004 noch 870 Euro / Quadratmeter,
so hat sich dieser Abstand bis 2006 auf 1333 Euro / Quadratmeter vergrößert. Die
Schere wird sich nach Einschätzung der Corpus-Tochter auch in naher
Zukunft weiter vergrößern. Dabei steigt in den Städten der Anteil der
Single-Haushalte. Dass dies nicht gleichbedeutend mit geringeren
Wohnungsgrößen ist, können die Makler bestätigen. „Singles fragen
zunehmend nach drei statt wie früher nur nach Zwei-Zimmer-Wohnungen“,
erklärte Brodesser abschließend.

























