Deutsche Bahn AG: Langzeitarbeitslose werden Zug-Stewards


12.10.2011 00:01 von:

Schlagwörter: Köln,Bundesarbeitsagentur,Deutsche Bahn AG,Qualifizierung,Langzeitarbeitslose,29

Die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Bahn AG haben am heutigen Montag in Köln ein neues Qualifizierungsprojekt für Langzeitarbeitslose vorgestellt. Die ersten 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre Zusatzausbildung bereits begonnen, wie die Verantwortlichen der beteiligten Institutionen in einem Pressegespräch bekannt gaben. Gemeinsam wolle man die Potenziale des Arbeitsmarktes besser und effizienter ausschöpfen. Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, und DB-Personalvorstand Ulrich Weber stellten das Konzept passenderweise im Eisenbahnausbesserungswerk am Gladbacher Wall vor. Nach einer Pilotphase in Dortmund soll das Projekt nun auch an anderen Standorten eingeführt werden.

Die Zusammenarbeit bedeutet zugleich auch eine Ausweitung und Intensivierung der Kooperation beider Organisation. Auf der anderen Seite steht auch das Unternehmen Bahn vor der Herausforderung, im Kampf um die besten Talente nicht auf der Strecke zu bleiben. "In den nächsten Jahren geht es bei der DB darum, unsere Mitarbeiter zu binden und neue zu gewinnen. Wir bieten vielfältige berufliche Möglichkeiten - sowohl für Beschäftigte mit einer Berufsausbildung, für Mitarbeiter mit Studium und für Mitarbeiter ohne Berufsausbildung oder Abschluss", so Weber. In Dortmund begann das Pilotprojekt mit insgesamt 35 Mitarbeitern, 24 sind inzwischen aus der Arbeitslosigkeit fest bei dem staatlichen Verkehrsunternehmen eingestellt. 14 weitere kommen nun in Köln dazu. "Wir haben nicht nur Olympioniken unter den Arbeitsuchenden. Viele haben Brüche in ihrer Erwerbsbiografie, haben Ecken und Kanten. Aber genau das zeichnet sie aus. Sie sind motiviert, sie wollen mitmachen, sie wollen wieder Teil der Arbeitsgesellschaft sein. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie nicht mehr darauf warten können, bis der Idealtypus eines Arbeitnehmers vor der Tür steht. Es beginnt ein Umdenken", unterstrich BA-Vorstand Alt.

„Kleine Schritte, große Wirkung“, so das Motto. Gerade mit der Deutschen Bahn könne sich daraus mehr entwickeln. Das Staatsunternehmen will in den kommenden Jahren seinen Personalbestand aufstocken. Etwa 1100 neue Stellen sollen dafür pro Jahr geschaffen werden. Um die Fluktuation ausgleichen zu können, sind jedoch deutlich mehr Neueinstellungen notwendig. Weber schätzt den Bedarf in den kommenden Jahren auf 5000 bis 7000. Auch in anderen Branchen hat die Bundesagentur bereits durch Qualifizierung Langzeitarbeitslosen die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt bereitet. Ähnliche Programme gibt es unter anderem im Bereich der Pflegeberufe, eine Branche, die mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft ohnehin langfristig Bedarf an qualifizierten Kräften hat.







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