25. 05. 2012
Seite drucken
Haben Sie einen Vogel? Dann essen Sie einen Apfel im Wald!
Der Klimawandel ist in allen Schweissdrüsen, nichts scheint mehr in Ordnung zu sein, zwar weiss man manchmal nicht so genau ob dies auch auf die erhöhte Medienaufmerksamkeit zurückgeht, doch auch die nüchternen Daten zeigen Klimaveränderungen. Fluten, Hitzewellen ungeanhten Ausmaßes, Tornados im Sauerland - all das sind seltsame Wetterphänomene, die seit eingen Jahren verstärkt auftreten. Sicher müssen wir unsere Beziehung zur Natur, zur Umwelt überdenken, um zunächst einmal eine Sensibilität für ökologische Systeme zu entwickeln.
Gerade für den Großstädter, der schonmal den Aachener Weiher für die Küste eines der größeren, westlichen Gewässers hält, ist es manchmal garnicht so einfach überhaupt etwas über Fragen der Ökologie, über Zusammenhänge natürlicher Kreisläufe zu erfahren. Insbesondere der Nachwuchs sollte aber schon früh an dieses Thema herangeführt werden, neben dem bereits besprochenen Angebot Finkes Garten, gibt es in Köln das "Gut Leidenhausen" mit Waldmuseum und Waldschule, Obstmuseum und Greifvogelstation. Ein altes Rittergut, über das erste Aufzeichnungen aus dem Jahre 1329 berichten. Der Sadt Köln gehört diese Anlage seit 1961. Heute finden sich dort:
-
Wildgehege für Schwarz- und Rotwild
-
eine Greifvogelschutzstation
-
eine Waldschule
-
mehrere Liegewiesen
-
ein großer Sandspielplatz
-
diverse Grillplätze
-
12 km Wanderwege
-
das Haus des Waldes als ein Waldmuseum
-
das Obstmuseum
Das Haus des Waldes
Das Haus des Waldes ist ein Waldmuseum in dem man die Entwicklung des Waldes über viele Millionen Jahre verfolgen kann. Die Wälder urzeitlicher Prägung waren vollkommen anders, als die meisten Wälder, die wir heute kennen. Auch die Ausdehnung des Waldes z.B. in Mitteleuropa war zahlreichen Schwankungen unterworfen. Beeindruckende Ausstellungsstücke, wie etwa ein 200 Millionen Jahre alter und natürlich versteinerter Stamm aus Arizona, sowie die blankpolierte 60 bis 70 Millionen Jahre alte Baumscheibe aus einer Eiche, geben einen plastischen Einblick in "Waldgeschichte". In anderen Teilen der Ausstellung geht es z.B. um Nutzungsmodelle, um Forstwirtschaft, denn heutzutage gibt es praktisch keine natürlichen Wälder in Deutschland, sie alle sind durch den Eingriff des Menschen verändert worden. Erst langsam werden in neuen Nationalparks, wie etwa auch dem der "Eifel", neue Wildwälder ohne menschliche Eingriffe entstehen. Im Fokus der Ausstellung steht auch das Zusammenspiel verschiedenster Pflanzen und Tiere im Ökosystem Wald, dabei oft mit einem regionalen Bezug, wie etwa dem zu den Flußterrassen entlang des Rheins. Viel Informationen, viel Anschauungsmaterial. Zum Haus des Waldes gehört auch die Waldschule, hier werden verschiedene übergreifende Lehrveranstaltungen angeboten:
-
Walderlebnisexkursionen
-
Stationen lernen zum Thema Spinnen
-
Bestimmungsübungen zu Bodentieren
-
Tag- und Nachtgreifvögel
-
Bestimmung von Blumen, Sträuchern und Bäumen
-
Makroskopische Gewässeruntersuchungen
-
Ökologie des Waldes
Das Obstmuseum
Wir alle kennen den Normapfel 08/15, jenen rot oder grün glänzenden glatten Apfel aus dem dem Supermarkt, doch so sahen Äpfel nicht immer aus, darum und um einiges mehr geht es im Obstmuseum. Nein - es geht nicht nur um Äpfel, es geht um Obstbäume aller Art. Obstbäume sind meist reine Kulturpflanzen, die ohne die Hege und Pflege durch den Menschen nicht lange überleben würden. Ein Aspekt dieser gärtnerischen Tätigkeit ist aber auch, dass viele Obstbaumarten verschwinden, Arten, die sich nicht so einfach auf Ertrag trimmen lassen. Diese vom Aussterben bedrohten Baumarten findet man im Obstmuseum, dass eigentlich eher soetwas wie ein Obstbaumgarten ist, denn die Bäume passen schließlich nicht in Vitrinen. Übrigens - die Besucher können sogar selber ernten, zwar nicht gleich "kiloweise zum Selberpflücken", aber der ein oder andere Apfel dürfte dabei schon drin sein, wer kann dieser Versuchung schon widerstehen.
Die Greifvogelstation
Die Greifvogelstation wurde in den 60ern etabliert, zunächst als eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Einrichtung der Stadt und anderen Organisationen des Naturschutzes. Ab 1972 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Eigentlich ist die Greifvogelstation soetwas wie eine soziale Einrichtung für Raubvögel, denn sie ist eine staatlich anerkannte Auffangstation für kranke, verletzte oder junge elternlose Greifvögel und Eulen. Jährlich werden etwa 100 Patienten in der Station eingeliefert, und können dort unter tierärtzlicher und pflegerischer Betreung genesen. Als Gegenleistung, quasi, müssen es sich die Tiere dann schon gefallen lassen, dass neugierige BesucherInnen sie beäugen. Spass beiseite - 60% der Tiere werden wieder ausgewildert, doch es gibt natürlich auch zu alte, zu zahme oder zu kranke Tiere, diese bleiben dann dauerhaft in der Station. Übrigens - wenn Sie schon immer mal einen Vogel haben wollten, dann nehmen Sie doch einen aus der Greifvogelstation, das Praktische dabei: Der Vogel bleibt wo er ist, nämlich in Porz-Eil, dort können Sie Patenschaften für einzelne Tiere übernehmen, und so dafür sorgen, dass es dem Tier noch lange gut geht.
Fazit
Es gibt viel zu sehen, zu erleben und zu lernen. Ein Besuch lohnt sich also. Und wenn Sie dann Gut Leidenhausen ein paar mal besucht haben, werden sie mit Sicherheit bei ihrer nächsten Wanderung durch das Bergische, durch die Eifel oder durch Sonstwas an Botanik, einen anderen Blick auf die Natur haben. Und vielleicht gelingt es ja sogar bei dem ein oder anderen etwas Bewusstsein dafür zu schaffen. wie wichtig Ökosysteme auch für uns Grüngürtelureinwohner sind.
| Anreise | Karte |
| Öffnungszeiten |
Öffnungszeiten: Gruppenführungen jederzeit möglich nach tel. |
| Eintritt | Erwachsene: 1,20 EUR; Gruppen ab 10 Personen: 1 EUR; Kinder/ Jugendliche: 0,50 EUR; Familientageskarte (Eltern mit minderjährigen Kindern): 3 EUR; Jahreskarte: 20 EUR. Führungen gibt es nach Vereinbarung wochentags für 30 EUR bzw. Sa/So für 33 EUR. Das Begleitbuch zur Ausstellung kostet genau 6,14 EUR. Der CD-Player-Verleih ist kostenlos. |
| Schlagwörter | Ökologie, Geschichte, Naturpädagogik, Ökosysteme |
| Website/Kontakt | Website des Haus des Waldes |

























