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25. 05. 2012
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Kalter Krieg - Warmer Hintern: WM-Sitzbank von 1954 in Bonn


27.08.2010 17:58 von:


(TB)Das legendäre Tor von Jürgen Sparwasser bei der Fußballweltmeisterschaft 1974, der Zieleinlauf von Heide Rosendahl und Renate Stecher bei den Olympischen Spielen 1972 in München – Ereignisse, die in Erinnerung blieben, die Symbole deutsch-deutscher Sportgeschichte wurden.

Die Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ beschreibt die unterschiedliche Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik und der DDR und fragt auch dessen Bedeutung im deutsch-deutschen Wettstreit der Systeme, damit nach dem Verhältnis von Sport und Politik. Gleichzeitig veranschaulicht „Wir gegen uns“ die Faszination des Sports, seine Strahlkraft auf den Einzelnen und die Gesellschaft, indem sie an fest im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankerte glanzvolle Höhepunkte, an Wettkämpfe, Siege und Rekorde erinnert. Genau diese Strahlkraft des Sports macht(e) ihn hüben wie drüben so attraktiv auch als "Schlachtfeld" des kalten Krieges.

Mehr als 1.100 Exponate dokumentieren herausragende Ereignisse deustch-deutscher Sportgeschichte: darunter eine der wenigen erhaltenen Sitzbänke aus dem Wankdorf-Stadion in Bern, dem Ort des Endspiels der Fußball-WM1954, das Rennrad des zweimaligen Amateur-Weltmeisters und Gewinners der „Friedensfahrt“ Täve Schur, die Fahne der gesamtdeutschen Olympiamannschaft sowie Jens Lehmanns Spickzettel aus dem Viertelfinale gegen Argentinien im WM-Sommer 2006.

In der DDR betont die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die politische Bedeutung des Sports. Er soll beim Aufbau der neuen Gesellschaft helfen und die Bevölkerung für den neuen Staat begeistern. Im Westen dagegen nutzte vor allem die Wirtschaft den Sport um schon in Wirtschaftswunderzeiten die Bindung an Produkte zu fördern. Der 1957 gegründete Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB), wurde von der SED-Diktatur gelenkt. In der Bundesrepublik sind die Sportverbände demokratischer verfasst und legen Wert auf ihre politische Unabhängigkeit, dennoch gibt es enge Verzahnungen zwischen Sport, Wirtschaft und Politik auch im Westen. Der 1950 gegründete Deutsche Sportbund (DSB) unterstützte so die Bundesregierung auch in ihrem Anspruch, die alleinige Vertretung Deutschlands zu sein. Der Kalte Krieg zwischen Ost und West tobte auch in den Stadien und Arenen der Sportwelt.

Die Ausstellung schließt mit einer Betrachtung der Entwicklung seit der Wiedervereinigung. Sie erinnert an die Freude über neu gewonnene Möglichkeiten und erste gemeinsame Erfolge – etwa bei den Olympischen Spielen in Albertville und Barcelona 1992 –, sie zeigt aber auch die Probleme beim Zusammenwachsen von Ost und West. Die 1990 einsetzenden Diskussionen um das DDR-Erbe im Sport halten bis in die Gegenwart an.

 

Anreise www.hdg.de/bonn/besucherinformation/anfahrt/
Öffnungszeiten 12. Mai – 10. Oktober 2010
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 9–19 Uhr,
Eintritt Eintritt frei
Schlagwörter Geschichte, Sport, Museen, Deutsch-Deutsch
Website/Kontakt  www.hdg.de/bonn/

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