25. 05. 2012
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Museum Schloss Moyland
(TB) Joseph Beuys - Kaum ein anderer deutscher Künstler erfuhr schon zu Lebzeiten ein derart ambivalentes Echo wie der Bildhauer und Konzeptkünstler Joseph Beuys. Die einen verachteten ihn, die anderen verehrten ihn, diejenigen, die in ihm einfach das sahen was er war, nämlich ein Künstler in der Traditon des DaDa und Fluxus, waren in der Minderheit.
Im Vergleich zu anderen Künstlern seiner Zeit war Beuys, was die angebliche Radikalität seiner Arbeiten angeht, keinewegs besonders provokant, in Deutschland, und nur in Deutschland, aber wurde er zum Symbol einer Kunst stilisiert, die sich von lange sicher geglaubten Traditionen verabschiedet, um auf seinem Rücken eine Kampf um kulturelle Hegemonie innerhalb der Institutionen des Kunstsystems auszutragen. So kann man getrost sagen, dass Beuys die Vorherrschaft politischer Interessen im Kunstbetrieb schonungslos offengelegt hat. Gerade das postulierte "unpolitisch sein" ist eben höchst politisch.
Tatsächlich steht Beuys für eine Kunst, die schon seit den 20er Jahren des voriegen Jahhunderts absolut anerkannte, auch akademische Stilrichtung war - spätestens seit Duchamp ein Urinal in den musealen Kontext einordnete, konnte kein Zweifel mehr darüber bestehen, dass Kunst mehr ist als Malen und traditionelle Bildhauerei.
Beuys ist bekannt für seine formale Pedanterie, für seine Akribie und Perfektion, so kann man den Aufschrei der Öffentlichkeit nur vor dem Hintergrund der Politik, nicht aber vor dem Hintergrund der Kunst erklären, es ging darum den gesellschaftlichen Aufbruch 68 aus den heiligen Hallen der Kunst fernzuhalten. So ist die Aktion die 1970 an der Glastür der Josef-Haubrich Kunsthalle in Köln stattfand exemplarisch. Wolf Vostell, Helmut Rywelski, Joseph Beuys, Klaus Staeck klopfen an die Glastür der Halle, und begehren als "juge Wilde Einlass" in die heiligen Hallen. Heute freilich kann man getrost einen Perspektivwechsel vornehmen, aus dem "hier rein wollen" wird das verzweifelte "wie kommen wir da wieder raus".
Spass beiseite:
Das Joseph Beuys Archiv ist untergebracht im Schloss Moyland in Bedburg-Hau es ist als internationale Forschungseinrichtung und als Joseph Beuys Archiv konzipiert, darüberhinaus ist es ein Institut der Kunstakademie Düsseldorf.
Es bietet also einen tiefen Einblick in Leben und Werk des Künstlers. Um diesen Anspruch zu verwirklichen gibt es eine Dauerausstellung und zahlreiche Veranstaltungen, aber auch Wechselausstellungen anderer Künstler. Insgesamt würde es zu kurz greifen, wenn man Schloss Moyland auf Joseph Beuys Werk eindampfen würde, die Schaustelle entwickelt sich zu einem attraktiven Museum für aktuelle Kunst.
Zur Zeit werden beispielsweise Fotografien unter dem Titel "Landschaft ohne Horizont - Landscape without Horizon Nah und Fern in der zeitgenössischen Fotografie" gezeigt.
Die Dauerausstellung wird bis September 2011 neu konzipiert, dennoch ist ein Besuch lohnend, denn die aktuellen Ausstellungen, die historische Gartenanlage mit dem Skulpturenpark sowie dem Kräuter- und Blumengarten, das Joseph Beuys Archiv und die Museumsbibliothek bleiben wie gewohnt geöffnet. In Schloss Moyland spielt die Kunstvermittlung eine entscheidende Rolle, ist es doch wichtig den Nachwuchs schon früh unter fachkundiger Anleitung mit der Kunst in Berührung zu bringen. Bleibt nur zu hoffen, dass bei ihrem Besuch Sonne statt Reagan herrscht. ;)
| Anreise | Karte |
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| Öffnungszeiten |
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| Eintritt | ganzjährig geöffnet Sommer (1. April bis 30. September) Di bis Fr 11 bis 18 Uhr Sa und So 10 bis 18 Uhr Winter (1. Oktober bis 31. März) Di bis So 11 bis 17 Uhr Montags geschlossen ! Ausnahmen: Feiertage Am 01.01., 24.12., 25.12. und 31.12. ist das Museum geschlossen. Mitführen von Haustieren auf dem Museumsgelände nicht gestattet. |
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| Schlagwörter | Kunst, Fluxus, Museen, Schlösser, Parks und Landschaften |
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| Website/Kontakt | Schloss Moyland |

























