25. 05. 2012
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16 Künstler in Leporellos vereint
Wenn Jo Oberhäuser rief, brauchte er nicht lange zu warten: 15 Künstlerkolleginnen und -kollegen folgten in den Jahren 2005 bis 2010 seiner Einladung, sich an gemeinsamen „Künstler-Leporellos“ zu beteiligen. So entstanden 14 dieser Ziehharmonika-Bücher, die jetzt von der Kunst- und Museumsbibliothek im Museum Ludwig ausgestellt werden.
Die Bücher entstanden nach dem Prinzip des Gesellschaftsspiels, bei dem mehrere Personen hintereinander einen, in seiner Satzteilfolge genau festgelegten Satz schreiben, wobei der Nachfolgende nicht weiß, was sein Vorgänger geschrieben hat, weil das Blatt Papier immer umgefaltet wird. So wussten auch die Künstler nicht, was auf dem jeweils vorangegangenen DIN-A-4-Bogen entstanden war.
Vorgaben wurden keinerlei gemacht. Entstanden ist so eine bunte Reihenfolge von meist fünf oder sechs Blättern in verschiedensten Techniken (Fotos, Zeichnungen, Collagen, Fotokopien), Stilen und mit den unterschiedlichsten Motiven (surreal, realistisch, abstrakt, Porträts, politische Kommentare zu Revolutionen und Bankencrash). Einigen genügte die Fläche nicht, sie gingen in die dritte Dimension, bauten Kästchen oder klebten CD-Hüllen ein.
Anfangs taten sie sich die Teilnehmer auch schwer damit, kleine, über die Seiten reichende Bindeglieder wie Pfeile oder Zungen aufzugreifen. Deshalb wirken viele Leporellos auch nicht wie ein „Gesamtkunstwerk“, sondern eher wie eine bunte Bilderfolge. Durch diese Nähe besteht die Gefahr, dass sich die kleinen Kunstwerke zu sehr bedrängen. Davon sollte sich der Betrachter aber nicht beeinflussen lassen – es wäre schade.
„Künstler-Leporellos“ bis 12.3., Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln im Museum Ludwig (Treppenhaus zum Kinosaal). Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Mo 14-21 Uhr, Di-Do 10-21 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa 11-16 h


























