Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Alfred Kubin – mehr als nur der Meister der Düsternis


09.10.2011 11:12 von:

Schlagwörter: Köln,Käthe-Kollwitz-Museum,Kubin,Alptraum,Halluzination,Rübezahl,Regensburg,Morp

(ehu) 1930 wurde er schon einmal im Kölnischen Kunstverein ausgestellt. Doch erst über 80 Jahre später erhält Alfred Kubin, einer der größten Zeichner des vorigen Jahrhunderts, in Köln eine erste große umfassende Ausstellung. Rund 130 Arbeiten – Zeichnungen mit Bleistift, Tusche mit Feder und Pinsel, Druckgrafiken, Illustrationen und einige seltene Malereien – zeigt das Käthe-Kollwitz-Museum in Zusammenarbeit mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, die den Großteil der Exponate stellt.

Nicht zu Unrecht gilt Kubin (1877-1956) als Zeichner des Alptraums und Halluzinationen, der Gespenster, der Traumwelten. Waldgeister und Märchenfiguren seiner nordböhmischen Heimat, dem Böhmerwald, dem Innviertel (wo er seit 1906 lebte) sind sein Thema: Rübezahl, der starke Hans, Kobold Stilzel. Grotesk-dämonische Mischwesen aus Mann und Frau, aus Mensch und Tier bevölkern seine Bilder.

Die Vergänglichkeit des Lebens ist eines der großen Themen des österreichischen Künstlers

Seelenqualen bringt er aufs Papier: den Mann, der vergeblich der Angst entkommen will, die Frau, die im Sumpf zu versinken droht, der Morphiumteufel, unter dem seine Frau nach einer Operation jahrelang litt. Immer wieder auch beschäftigt er sich – so in einem Totentanz – mit der Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, der Kampf zwischen Werden und Vergehen.

Mit dramatischen Hell-Dunkel-Effekten arbeitet er. Setzt Strich an Strich. Laviert mit Tusche, spritzt. Bilder von großer Tiefe entstehen so. Und alle genauestens geplant. In der Ausstellung sind einige Beispiele zu sehen, wie er über mehrere Vorstudien seine Bilder entwickelt.

Hinter seinen dunklen Bildern verschwinden die humorvollen Seiten Alfred Kubins

Diese düsteren Bilder verdecken die anderen Facetten Kubins. Da ist zum einen 1988 der kurze Ausflug in die Malerei, die zarte Kolorierung seiner Arbeiten dagegen durchzieht sein ganzen Werk. Da sind seine – wenn auch wenigen – politisch-kommentierenden Zeichnungen gegen den Krieg. Und da ist der humorvolle, witzige Künstler. Der zeigt sich zum Beispiel in seinem feinsinnigen „Weiberkampf“. Oder in einer Dankeszeichnung an die Schwiegereltern, die ihm Wein schenkten: Seligtrunken umarmt er darauf eine schwankende Weinflasche.

„Alfred Kubin – Nebenwelten“ – bis 4.12., Käthe-Kollwitz-Museum Köln, Neumarkt 18-24, 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Telefax: (0221) 227-3762, www.kollwitz.de, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 3/1,50 Euro, Katalog 19,80 Euro, umfangreiches Rahmenprogramm







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse